Warum der Ölpreis (plötzlich) volatil ist

Warum der Ölpreis (plötzlich) volatil ist
Written by:
Damian Wood
23rd Dezember 2019
Updated: 11th März 2020
  • Angesichts der hohen Volatilität an den Ölmärkten werde es immer schwieriger, die Ölpreise vorherzusagen, sagen Experten dem Sender CNBC.
  • Tamas Varga, Senior Analyst bei PVM Oil Associates, stellte fest, dass sich die wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen fast täglich änderten und sich auf den Ölpreis auswirkten.
  • Laut Rystad Energy könnte der Angebotsüberschuss den Preis für Brent kurzfristig unter die 40-Dollar-Marke drücken.

Experten sagten gegenüber CNBC, dass der Rohölmarkt in den letzten Monaten sehr volatil geworden sei, was es praktisch unmöglich mache, die Preisentwicklung vorherzusagen.

Im Laufe des Jahres wurden die Ölpreise durch verschiedene Faktoren beeinflusst: die Förderkürzungen der OPEC, den Handelskrieg zwischen China und den USA und die Sanktionen der USA gegen Ölexporteure.

Zusätzlich zur wachsenden Besorgnis über die Verfassung der weltweiten Konjunktur haben die steigenden US-Rohöllagerbestände auf den Ölpreis gedrückt.

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Tamas Varga, Senior Analyst bei PVM Oil Associates, sagte: „Es gibt so viele Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Ölmarkt, dass es praktisch unmöglich ist, die Entwicklung für den Rest der Woche vorauszusagen, geschweige denn für Monate oder gar ein Jahr im Voraus.

„Es gibt wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen, mit denen man sich auseinandersetzen muss, und diese können sich fast täglich ändern“, fügte Varga hinzu und beschrieb die aktuellen Marktbedingungen als einen „Vorhersagealbtraum“.

Noch im März forderte Präsident Trump die OPEC auf, die Förderung zu steigern, da die globalen Ölpreise zu hoch seien. Die OPEC ignorierte jedoch den Rat von Trump und verknappte das Angebot sogar noch.

„In einer Welt, in der wir im Dezember 2018 einen Ölpreis von 50 Dollar pro Barrel haben und dann wieder bei über 70 Dollar im laufenden Jahr ankommen, halte ich es für sehr mutig, wenn man versucht, den Preis am Ende des Jahres vorherzusagen“, sagte Neil Atkinson, Leiter der Abteilung für Ölindustrie und Märkte bei der IEA gegenüber CNBC.

Einige Investoren sind noch immer besorgt, dass die sich die Gefahr einer Wirtschaftskrise durch das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump verstärken könnte und die US-Wahlen im nächsten Jahr sowie die Ungewissheiten nach dem Phase-One-Handelsabkommen die Nachfrage nach Öl weiter drosseln könnten.

Anfang dieses Monats hat die OPEC+ beschlossen, das Ölangebot bis März 2020 weiter zu kürzen, was die Ölpreise stabilisieren dürfte. Ein Expertenteam von Rystad Energy hatte ein Überangebot von etwa 800.000 Barrel pro Tag in der ersten Hälfte des Jahres 2020 prognostiziert, falls die Organisation die Kürzungen nicht vornehmen würde.

Das Überangebot an Öl könne eine Preiskorrektur auslösen und den Preis für Brent kurzfristig unter 40 Dollar drücken, stellte Rystad Energy fest.

Auf dem Weg ins Jahr 2020 werden die Marktakteure die Auswirkungen der Kürzungen mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. Ölgiganten wie Aramco sind sehr daran interessiert, die Nachfrage nach Öl zu sichern, um den Aktienkurs anzukurbeln.

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