Buffett’s Berkshire meldet einen Nettoverlust von 50 Milliarden Dollar, da der Aktienkurs um nachhaltige Gewinne probleme hat

By: Michael Harris
Michael Harris
Als akademischer Wirtschaftswissenschaftler mit einer Leidenschaft für den Finanzhandel ist Michael Harris ein fester Mitarbeiter bei Invezz. Dank seiner… read more.
on Mai 2, 2020
  • Berkshire meldete einen Nettoverlust von $49,75 Milliarden, während der Betriebsgewinn um 6% auf $5,87 Milliarden stieg
  • Das Management des Unternehmens beschreibt nicht realisierte Verluste/Gewinne als "bedeutungslos".
  • Die Berkshire-Aktien schlossen die Woche mit einem Minus von 2,5% und unter zwei wichtigen technischen Indikatoren

Warren Buffets Berkshire Hathaway (NYSE:BRK.B) meldete einen Rekordquartalsverlust von fast 50 Milliarden Dollar inmitten des Börsencrashs 2020, der durch den COVID-19-Ausbruch ausgelöst wurde.

Fundamentale Analyse: Rekord-Netto-Verlust, aber Betriebsgewinn gestiegen

Berkshire meldete einen vierteljährlichen Nettoverlust von 49,75 Milliarden Dollar, hauptsächlich aufgrund von Verlusten aus Investitionen (Stammaktien) in Höhe von 54,51 Milliarden Dollar. Die Regeln und Vorschriften verlangen, dass Berkshire nicht realisierte Gewinne und Verluste ausweist, was das Unternehmen und sein Gründer Buffet für bedeutungslos halten.

Sind Sie auf der Suche nach Schnell-Nachrichten, Hot-Tips und Marktanalysen? Dann melden Sie sich noch heute für den Invezz-Newsletter an.

Dies liegt daran, dass nicht realisierte Verluste, in diesem Fall Verluste, nur auf dem Papier stehen und von Tag zu Tag variieren. Es handelt sich also nicht um tatsächliche Verluste. Wenn sich der Aktienmarkt erholt und wieder auf Rekordhöhen gehandelt wird, werden diese Verluste wahrscheinlich in Gewinne umschlagen. Beispielsweise meldete Berkshire im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres Investitionsgewinne in Höhe von 15,1 Milliarden Dollar.

„Die Höhe der Investitionsgewinne/-verluste in einem bestimmten Quartal ist in der Regel bedeutungslos und liefert Zahlen für den Nettogewinn pro Aktie, die für Anleger, die wenig oder gar keine Kenntnis von Rechnungslegungsvorschriften haben, äußerst irreführend sein können“, heißt es in der Erklärung von Berkshire.

Aus diesen Gründen ist Buffett der Ansicht, dass der Betriebsgewinn ein besserer Indikator dafür ist, wie sein Unternehmen im vorangegangenen Quartal abgeschnitten hat. In dieser Hinsicht schnitt Berkshire besser ab als erwartet, da es für das erste Quartal einen Betriebsgewinn von 5,87 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu den von den Analysten erwarteten 5,56 Milliarden US-Dollar und einen Anstieg um 6% im Vergleich zu den 5,55 Milliarden US-Dollar des letzten Jahres meldete.

Dennoch ist der Rekord-Netto-Verlust nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass einige der größten Holdings von Berkshire im vergangenen Monat Rekordverluste erlitten haben, z.B. die Bankenriesen American Express, Bank of America, Wells Fargo sowie vier Fluggesellschaften – American, Delta, Southwest und United.

Technische Analyse: Berkshire-Aktienkurs kämpft um nachhaltige Gewinne

Die Aktien von Berkshire, Klasse B, schlossen in der Vorwoche 2,5% niedriger, konnten aber vor allem den gleitenden Wochendurchschnitt von 200 nicht erreichen. Dieser technische Indikator wird knapp über der 190 $-Marke gehandelt, und es gelang ihm, die Käufer daran zu hindern, auf Wochenbasis über dieser Marke zu schließen.

Berkshire Aktie (Klasse B) Monatschart (TradingView)

Darüber hinaus schloss der Aktienpreis unterhalb des horizontalen Widerstands nahe der 186 $-Marke, was in den kommenden Wochen wahrscheinlich weiteren Verkaufsdruck erzeugen wird. Die kurzfristige Unterstützung liegt bei etwa 173 $, während sich die eher langfristige Unterstützungszone bei 158 $ befindet. Die mehrjährige aufsteigende Trendlinie wird derzeit bei 142 $ gehandelt.

Zusammenfassung

Warren Buffet’s Berkshire meldete für das vorangegangene Quartal einen Nettoverlust von fast 50 Milliarden Dollar, der hauptsächlich auf nicht realisierte Verluste aus Aktienanlagen zurückzuführen ist. Der Betriebsgewinn, der von Berkshire als ein besserer Leistungsindikator angesehen wird, stieg jedoch um 6% auf 5,87 Milliarden USD.