Tether stürzt in Indien ab

Tether stürzt in Indien ab
Daniela Kirova
24. Nov. 2021, 17:55 PM
  • Kluge Händler profitierten von der Preisinstabilität
  • Das Parlament legt einen Gesetzentwurf zum Verbot aller privaten Kryptowährungen vor
  • Der unerwartete Anstieg des Handelsvolumens führte zu technischen Problemen an großen Börsen

Tether, der nach Marktkapitalisierung größte Stablecoin der Welt, wurde in Indien vor dem Hintergrund regulatorischer Unsicherheiten volatil. Clevere Händler profitierten sofort von der Preisinstabilität, berichtet CoinDesk.

Das hätte nicht passieren dürfen, da die Kryptowährung eigentlich 1:1 an den US-Dollar gekoppelt sein sollte, was bedeutet, dass 1 USDT nach dem aktuellen Wechselkurs immer 1$ oder 74,37 Rupien entsprechen sollte. Trotzdem stürzte USDT heute auf unerklärliche Weise ab und fiel an der WazirX-Börse in Mumbai auf bis zu 60 Rupien.

Indische Regierung will alle privaten Kryptowährungen verbieten

Die Lok Sabha, das indische Unterhaus des Parlaments, kündigte an, dass ein Gesetzentwurf zum Verbot aller privaten Kryptowährungen bereits nächste Woche zur Diskussion gestellt werden könnte. Händler stürzten sich auf Tether und kauften es mit einem Abschlag. Ein Händler teilte CoinDesk über WhatsApp mit:

Plötzlicher Handelsschub verursachte Pannen

Nach Angaben des indischen Krypto-Vermögensverwalters MintingM konnten nur wenige Händler von der Fehlbewertung profitieren, weil der unerwartete Anstieg des Handelsvolumens technische Probleme an den großen Börsen verursachte. Der Sicherheitsexperte Mudit Gupta teilte CoinDesk auf Twitter mit, dass vor allem Kleinhändler den Preisfehler ausgenutzt haben:

Nicht das erste Mal

Aufgrund der hohen Nachfrage wird Tether an indischen Börsen in der Regel mit einem Aufschlag von rund 5% gehandelt. Außerdem ist dies nicht das erste Mal, dass dies passiert. Der Stablecoin verlor im Januar fast 20 Rupien an Wert, als die Lok Sabha bekannt gab, dass sie einen Gesetzentwurf zum Verbot von Kryptowährungen auf die parlamentarische Tagesordnung der Regierung gesetzt hatte. Der Gesetzentwurf kam nie zur Diskussion und der Rückgang wurde rückgängig gemacht.

Der Gesetzentwurf soll die digitale Rupie fördern

Der Inhalt des Gesetzentwurfs, der bereits nächste Woche eingebracht werden soll, entspricht dem des Gesetzentwurfs vom Januar, der darauf abzielte, private Kryptowährungen zu verbieten und gleichzeitig die Entwicklung einer digitalen Rupie zu unterstützen, die von der Reserve Bank of India ausgegeben werden soll.