Die Europäische Zentralbank beteiligt sich am Wettbewerb um die Einführung des weltweit ersten CBDC

Die Europäische Zentralbank beteiligt sich am Wettbewerb um die Einführung des weltweit ersten CBDC
Ali Raza
11. Jan. 2020, 16:51 PM
  • Die Europäische Zentralbank erwägt laut ihrer Präsidentin Christine Lagarde die Entwicklung einer eigenen Kryptowährung.
  • Lagarde gab an, dass die Bank eine professionelle Task Force eingerichtet habe, die mit der Untersuchung der Münzen und der Berechnung der Kosten und Auswirkungen des CBDC der EZB beauftragt sei.
  • Sie sagte auch, dass die Bank nicht zurückbleiben wolle, weshalb sie erwäge, sich dem aktuellen Trend anzuschließen.

Die Welt der Kryptowährungen hoffte von Anfang an auf den Tag, an dem die Institutionen dazu beitragen würden, die allgemeine Akzeptanz zu erreichen. Während dies immer noch nicht für Bitcoin geschieht, scheint die Welt bereit zu sein, digitalem Geld eine Chance zu geben, nur unter ihren eigenen Bedingungen.

Alles begann wahrscheinlich mit der Ankündigung der Facebook-Libra im letzten Jahr, die zahlreiche Länderbehörden dazu veranlasste, im Kryptoraum aktiver zu werden. Während die Aufsichtsbehörden mehr denn je daran arbeiten, den Weltraum zu regulieren, verfolgten die Zentralbanken zahlreicher Länder einen anderen Ansatz und begannen, ihre eigenen Kryptos, sogenannte CBDCs (Central Bank Digital Currencies), zu entwickeln.

Die Initiative begann mit China und breitete sich dann in Schweden, auf den Bahamas, in Russland und in zahlreichen anderen Ländern aus. Jetzt erwägt sogar die EU-Zentralbank die Einführung einer eigenen Münze, so ihre Präsidentin Christine Lagarde.

Die EZB nimmt am Kryptorennen teil

Lagarde gab kürzlich zu, dass sich die Welt verändert und dass die EZB sich auf diesen Wandel einstellen muss. Sie sprach kürzlich in einem Interview über eine Reihe von Finanzthemen, darunter das Potenzial der EZB, ein eigenes CBDC zu eröffnen. Sie sagte nicht, dass das Projekt im Gange sei, gab jedoch zu, dass die EZB nicht zurückbleiben wolle.

Ganz im Gegenteil, die Bank möchte eine aktivere Rolle in diesem Bereich übernehmen und möglicherweise zu einem der führenden Unternehmen im Kryptosektor werden. Vorerst wird die Bank jedoch weiterhin die potenziellen Kosten und Auswirkungen der Entwicklung ihrer eigenen Münze bewerten, aber sie hat einen Schritt gemacht, indem sie eine Experten-Taskforce einrichtete, die den so genannten digitalen Euro erforscht.

Sie wies jedoch auch darauf hin, dass die Idee der von den Banken ausgegebenen CBDCs die vom privaten Markt geführten Lösungen nicht entmutigen oder verdrängen und die Entwicklung effizienter und schneller Einzelhandelszahlungen im Euroraum verhindern sollte. Doch nicht alle teilen diese Einschätzung, wie der Präsident der Deutschen Zentralbank, Jens Weidmann, glaubte, dass die Zentralbanken alles in ihrer Macht Stehende tun müssen, um den Bedarf an Kryptos aus dem privaten Sektor zu minimieren.