Niederländische Zentralbank will die Entwicklung eines digitalen Euro anführen

Niederländische Zentralbank will die Entwicklung eines digitalen Euro anführen
Written by:
Jinia Shawdagor
22nd April, 13:59
  • Die Schaffung eines digitalen Euro würde Berichten zufolge dazu beitragen, grenzüberschreitende Transaktionen zu vereinfachen.
  • Die DNB stellt fest, dass die Verwendung von Fiat-Währungen in den Niederlanden deutlich zurückgegangen ist.
  • Der Wettlauf um die Ausstellung von CBDCs hat sich verschärft, wobei Südkorea und Schweden die jüngsten Teilnehmer sind.

Die niederländische Zentralbank will eine Vorreiterrolle bei der Schaffung von Central Bank Digital Currencies (CBDCs) in der Europäischen Union (EU) übernehmen. Die Bank stellte diese Nachricht in einem 45-seitigen Bericht vor, den sie am 21. April veröffentlichte.

In dem Bericht stellte die ‚De Nederlandsche Bank‘ (DNB) fest, dass sie bereit sei, bei der Forschung und Entwicklung ihrer digitalen Währung eine führende Rolle zu spielen. Darüber hinaus ist die Bank bestrebt, bei der Schaffung einer europaweiten digitalen Währung eine führende Rolle zu übernehmen.

Sind Sie auf der Suche nach Schnell-Nachrichten, Hot-Tips und Marktanalysen? Melden Sie sich noch heute für den Invezz-Newsletter an.

Berichten zufolge würde ein Digitaler Euro dazu beitragen, grenzüberschreitende Transaktionen für alle Mitgliedsstaaten, die sich an seiner Schaffung beteiligen werden, billiger und schneller zu machen. Laut DBN wären die Niederlande ein geeignetes Testgebiet für die digitale Währung. Obwohl das Hauptthema des Berichts nicht die Libra war, sagte die Bank, dass die Münze eine mögliche Bedrohung für die Währungsstabilität darstelle. Die DNB fügte hinzu, dies sei der Grund dafür, dass die Zentralbanken der EU nun erwägen, ihre eigene digitale Währung auszugeben.

Die Verwendung von ‚Fiat‘ ist rückläufig

Nach der Veröffentlichung hält DBN die Gründung des CBDC aufgrund der abnehmenden Verwendung von Papiergeld und Münzen in den Niederlanden für einen notwendigen Schritt. Gegenwärtig sind fast zwei Drittel aller Zahlungen im Land digital. Die DNB merkte jedoch an, dass einige Fragen geklärt werden müssen, bevor man mit der Schaffung einer digitalen Währung fortfahren kann. So ist sich die Bank beispielsweise nicht sicher, ob die Zentralbanken eine neue Art von Geld bereitstellen sollten, das den Bedürfnissen der Bürger und Unternehmen am besten entspricht.

Die niederländische Zentralbank fügte hinzu, dass die aktuelle COVID-19-Pandemie weiter dazu beigetragen hat, dass die Verwendung von physischem Bargeld zurückgegangen ist. Aufgrund der Pandemie haben die meisten Unternehmen geschlossen. In der Zwischenzeit vermeiden die wenigen, die noch in Betrieb geblieben sind, den Einsatz von Fiat-Waehrungen, um eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Die Bank sagte:

„Viele Geschäfte bitten ihre Kunden nun ausdrücklich, nicht bar zu bezahlen, was effektiv bedeutet, dass nur privates Geld akzeptiert wird.

Ein rasanter Wettlauf zur Schaffung von CBDCs

Diese Nachricht folgt auf eine Erklärung der People’s Bank of China (PBoC) vom 4. April, in der sie feststellte, dass sie die Entwicklung ihres CBDC unbeirrt fortsetzen werde. In der Erklärung stellte die Bank fest, dass die Entwicklung eines digitalen Yuan eine ihrer obersten Prioritäten sei. Neben China sind auch Südkorea und Schweden im Rennen um die Schaffung von CBDCs. Beide Länder haben vor kurzem Pilotprogramme gestartet, um die Machbarkeit der Ausgabe digitaler Zentralbankwährungen abzuwägen.

Einige europäische Länder wie Frankreich haben ebenfalls begonnen, mit einem digitalen Euro zu experimentieren. Die DNB ist jedoch der Ansicht, dass jede Entscheidung über einen digitalen Euro die Zusammenarbeit aller Mitgliedsstaaten erfordern würde.

Glauben Sie, dass die DNB der beste Kandidat ist, um die Entwicklung eines digitalen Euro voranzutreiben? Teilen Sie uns Ihre Meinung im Kommentarbereich unten mit.

Invezz verwendet Cookies, um Ihnen eine optimale Benutzererfahrung zu ermöglichen. Mit der Nutzung von Invezz akzeptieren Sie unsere privacy policy.