GBP/USD bildet Sternschnuppen-Muster nach starken UK-PMI-Daten

GBP/USD bildet Sternschnuppen-Muster nach starken UK-PMI-Daten
Written by:
Crispus Nyaga
3rd August, 20:20
  • Die GBP/USD-Paarung hat ein rückläufiges Sternschnuppen-Muster auf der Tages-Chart gebildet.
  • Das Paar reagiert auf die UK-PMI-Daten des verarbeitenden Gewerbes und die bevorstehende BOE-Entscheidung.
  • Kurzfristig wird das Paar auf den kommenden US-PMI-Daten und die Debatte über Konjunkturmaßnahmen reagieren.

Das GBP/USD-Paar ist um mehr als 0,45% gesunken, selbst nachdem Markit starke Produktionsdaten aus Großbritannien veröffentlichte. Dieser Rückgang macht das Pfund Sterling zur zweitschlechtesten Währung im Dollar-Index hinter dem Schweizer Franken, der um 0,80% gefallen ist.

GBP/USD
GBP/USD sinkt nach starken PMI-Daten

Robuste Produktionstätigkeit im Vereinigten Königreich

Obwohl das Vereinigte Königreich über einen riesigen Produktionssektor verfügt, ist sein Anteil an der Gesamtwirtschaft relativ klein. Der Sektor beschäftigt mehr als 2,7 Millionen Menschen, was etwa 11% der gesamten Wirtschaft entspricht. Der Dienstleistungssektor hingegen macht mehr als 67% des BIP aus.

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Laut Markit war der Fertigungssektor im Juli in Hochform, als weitere Hersteller ihre Werke wieder öffneten. Die Headline-PMI stieg im Juli auf 53,3. Die von Reuters befragten Analysten rechneten mit einem Anstieg des PMI auf 51,1.

Der Anstieg des PMI war hauptsächlich auf die steigende Binnennachfrage im Zuge der Wiedereröffnung des Landes zurückzuführen. Dies veranlasste viele Hersteller, ihre Produktion wieder aufzunehmen und sogar zu erhöhen. Er wurde jedoch teilweise durch eine schwache Nachfrage aus dem Ausland ausgeglichen. Die Exporte gingen den neunten Monat in Folge zurück.

Dennoch sind die britischen Hersteller zunehmend optimistischer für die Zukunft. Dies spiegelt sich in einem Anstieg des Vertrauens wider, das auf den höchsten Stand seit März 2018 gestiegen ist. In einer Erklärung sagte Duncan Brock vom Chartered Institute of Procurement and Supply:

„Die Hersteller waren im Juli wieder auf dem Vormarsch, als die Produktion leichter zu fließen begann und die Unternehmen den schnellsten Anstieg der Auftragseingänge seit Ende 2018 verzeichneten.“

Das Vereinigte Königreich ist nicht das einzige Land, in dem sich das verarbeitende Gewerbe stark erholt hat. In China wuchs der PMI auf 52,8, während er in Australien auf 53,5, in Japan auf 45,2 und in der Eurozone auf 51,8 anstieg.

PMI für Dienstleistungen und BOE-Zinsentscheidung im Visier

Die GBP/USD-Paarung wird als nächstes auf die kommenden PMI-Daten der Dienstleistungen reagieren, die am Mittwoch veröffentlicht werden. Dies ist eine wichtige Zahl, da das Vereinigte Königreich für seine Dienstleistungsindustrie bekannt ist, die etwa 70% des BIP ausmacht. Wie beim PMI für das verarbeitende Gewerbe erwarten Analysten, dass der PMI der Dienstleistungen weiterhin robust sein wird.

Am Donnerstag wird die BOE ihre geldpolitische Sitzung abschließen und die Zinsentscheidung veröffentlichen. Die von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass die Bank die Zinssätze unverändert bei 0,25% belassen wird. Sie glauben auch, dass die Bank ihr quantitatives Lockerungsprogramm weiterhin umsetzen wird.

In der Zwischenzeit wird das GBP/USD-Paar kurzfristig auf die US-PMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe reagieren, die in der nächsten Stunde veröffentlicht werden. Außerdem wird das Paar auf die anhaltende Debatte in Washington über Konjunkturmaßnahmen reagieren.

Technischer Ausblick GBP/USD

GBP/USD
Technische Analyse GBP/USD

Die GBP/USD-Paarung handelt zum zweiten Tag in Folge im roten Bereich. Der Kurs liegt über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Interessanterweise hat das Paar, wie oben gezeigt, ein Sternschnuppen-Muster gebildet. Der RSI hat sich von der extrem überkauften Marke von 81 auf die aktuelle 73-Marke bewegt. Daher wird das Paar meiner Meinung nach wahrscheinlich weiter fallen.

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