Der Gouverneur der Banque de France fordert eine dringende Krypto-Regulierung in Europa

Der Gouverneur der Banque de France fordert eine dringende Krypto-Regulierung in Europa
Jinia Shawdagor
05. Juli 2021, 12:59 PM
  • Laut François Villeroy de Galhau werden Kryptowährungen die internationale Rolle des Euro schwächen.
  • Galhau betont, dass Europa in den kommenden Monaten Krypto-Regulierungen einführen sollte.
  • Der Vorsitzende der AMF, Robert Ophèle, glaubt, dass faire Vorschriften die Krypto-Innovation in der EU ankurbeln werden.

François Villeroy de Galhau, der Gouverneur der französischen Zentralbank Banque de France, hat Europa aufgefordert, einen Regulierungsrahmen für Kryptowährungen einzuführen. Ein Bericht enthüllte diese Nachricht am 29. Juni unter Berufung auf Galhau, der während der Jahresfinanzkonferenz EUROPLACE in Paris sprach. Berichten zufolge glaubt der Zentralbanker, dass digitale Währungen die internationale Rolle des Euro zunehmend schwächen.

In dem Bericht sagte Galhau, dass Europa bereit sein muss, schnell zu handeln, wenn es um digitale Währungen oder Zahlungen geht. Er fügte hinzu, dass Europa möglicherweise die Kontrolle über die Währungssouveränität verlieren könnte, wenn dieser Angelegenheit nicht die erforderliche Aufmerksamkeit geschenkt würde. Das Fehlen eines Rahmens für die Steuerung des entstehenden Sektors wird seiner Meinung nach dazu führen, dass Europa die internationale Rolle der Regel nicht stärken kann. Was noch schlimmer ist, Galhau glaubt, dass der Erhalt des Euro einen erheblichen Schlag erleiden könnte.

Dazu sagte er:

Durch diese Warnung bekräftigte Galhau seine ursprüngliche Haltung zu digitalen Währungen, in der er behauptete, dass Stablecoins und digitale Zentralbankwährungen Risiken für die Stabilität des Finanzsystems darstellen. Er sagte dies während der virtuellen Herbstkonferenz der Bundesbank 2020 und fügte hinzu, dass Europa einen breiteren Regulierungsrahmen entwickeln muss, um solche Währungen aufzunehmen.

Unterschiedliche Aussichten von verschiedenen Aufsichtsbehörden

Während Galhau eine pessimistische Haltung zu digitalen Assets einnimmt, hat Robert Ophèle, der Vorsitzende der französischen Marktaufsichtsbehörde Autorité des Marchés (AMF), einen positiven Ausblick. Ihm zufolge könnte die Einführung fairer Krypto-Regulierungen dazu beitragen, mehr Innovationen in der aufkeimenden Anlageklasse zu fördern. Ophèle sagte dies während der 5th Annual Conference Fintech and Regulation im Februar dieses Jahres.

Er begrüßte die Idee der Europäischen Kommission, den Krypto-Raum zu regulieren, was die Einführung eines Pilotprogramms für Märkte beinhaltet, die bereit sind, mit Kryptos zu handeln. Er unterstützte auch die Einführung der Richtlinie zu Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) durch die Kommission. Ophèle warnte jedoch davor, dass zu strenge Vorschriften die Krypto-Innovation in der Europäischen Union behindern würden.

In seiner Rede sagte Ophèle, dass die Regulierung von Produkten, die nicht als Finanzinstrumente gelten, von entscheidender Bedeutung ist, da der schnell wachsende Krypto-Raum einige versteckte Risiken birgt. Er forderte jedoch die Umsetzung eines Gesetzesvorschlags, der digitale Assets abdeckt, die die Anforderungen erfüllen, um zu Finanzinstrumenten zu werden.

Ophèle hob die Vorteile beider Vorschläge hervor und sagte, dass MiCA eine Lücke schließen würde. Auf der anderen Seite würde die Pilot-Regelung den zukünftigen Finanzmarkt vorbereiten.