Soll man US-Aktien nach EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe vom Juni kaufen oder verkaufen?

Soll man US-Aktien nach EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe vom Juni kaufen oder verkaufen?
Mircea Vasiu
04. Juli 2023, 18:26 PM
  • US-Daten zum verarbeitenden Gewerbe für Juni fielen schlechter als erwartet aus
  • Auch die Preise in diesem Sektor gingen zurück
  • US-Aktien könnten sich erholen, wenn die Fed ihre Haltung ändert

Heute ist der Unabhängigkeitstag in den Vereinigten Staaten, und die US-Banken sind geschlossen. Daher sollten die Marktteilnehmer nicht viel von der bevorstehenden nordamerikanischen Sitzung erwarten.

Auch gestern war ein ruhiger Tag, da viele Menschen angesichts des Feiertags am 4. Juli ein langes Wochenende vorzogen. Aber keine Sorge, die Volatilität wird bald wieder zunehmen, da dies eine wichtige Woche für die Finanzmärkte ist.

Da sich viele US-Marktteilnehmer im Urlaub befanden, war es nicht überraschend, dass der Markt nicht auf die EMI-Daten für das verarbeitende Gewerbe vom Juni reagierte. Ökonomen erwarteten eine Erholung des verarbeitenden Gewerbes von zuvor 46,9 auf 47,2. Stattdessen zeigten die Daten eine weitere Verschlechterung des Sektors, wie aus dem Wert von 46 hervorgeht.

Zur Erinnerung: Ein Wert unter 50 signalisiert einen Rückgang des Sektors.

Betrachtet man die letzten 12 Monate, so ist das verarbeitende Gewerbe in den USA im November letzten Jahres in die Kontraktionsphase eingetreten und hat diese seitdem nicht mehr verlassen.

Aus dieser Perspektive dürfte es für US-Aktien schwierig sein, sich zu erholen, da die Aussicht auf eine wirtschaftliche Rezession groß ist. Die Kursentwicklung der Aktien wurde jedoch hauptsächlich durch den Straffungszyklus der Fed bestimmt.

Daher könnten die schlechten Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe als Warnung für die Fed dienen, den Leitzins nicht mehr anzuheben. Eine solche Entwicklung wäre positiv für US-Aktien.

ISM-Preise für das verarbeitende Gewerbe gehen weiter zurück

Ein weiteres interessantes Detail des Juni-Berichts über das verarbeitende Gewerbe in den USA war, dass die Preise in diesem Sektor weiter gesunken sind. Genauer gesagt lagen die ISM-Preise für das verarbeitende Gewerbe bei 41,8 gegenüber den erwarteten 44. Ein Wert unter 50 zeigt sinkende Preise an und signalisiert der Fed, dass der Inflationsdruck im verarbeitenden Gewerbe nachlässt.

Dies dürfte sich positiv auf die US-Aktien auswirken, da die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed den Endwert erreicht, deutlich steigt.

Alle ISM-Komponenten liegen unter 50 - droht den USA eine Rezession?

Das letzte interessante Detail des gestrigen Berichts spricht dafür, dass eine Rezession in den USA unmittelbar bevorsteht. Alle ISM-Komponenten liegen unter 50, was nicht allzu oft vorkommt.

Wann immer dies in den letzten zwei Jahrzehnten der Fall war, geriet die US-Wirtschaft in eine Rezession.

So ironisch es auch klingen mag, die schlechten Daten für das verarbeitende Gewerbe im Juni könnten sich positiv auf die Aktienmärkte auswirken, weil sie der Fed mehr Gründe liefern, die Zinsen nicht anzuheben.

Und warum nicht - später im Jahr mit Zinssenkungen beginnen?