Venmo und Cash App Nutzer verklagen Apple wegen angeblicher Verschwörung zur Blockierung von P2P-Zahlungen für Krypto-Apps

Venmo und Cash App Nutzer verklagen Apple wegen angeblicher Verschwörung zur Blockierung von P2P-Zahlungen für Krypto-Apps
Ali Raza
21. Nov. 2023, 18:06 PM
  • Apple steht vor einer Sammelklage, die von Nutzern der Venmo- und Cash-App eingereicht wurde
  • In der Beschwerde wird behauptet, dass das Unternehmen P2P-Zahlungen für Krypto-Apps blockiert habe
  • Die angeblich wettbewerbswidrigen Vereinbarungen führten auch zu überhöhten Preisen für die Nutzer

Apple sieht sich mit einer neuen Sammelklage konfrontiert, in der der Tech-Riese beschuldigt wird, P2P-Zahlungsoptionen auf seinen Geräten zu beschränken. Konkret wird das Unternehmen verdächtigt, die Integration von Krypto-Zahlungslösungen in iOS-Zahlungs-Apps zu blockieren.

Apple verhält sich wettbewerbswidrig, heißt es in der Klage

Die Beschwerde wurde von den Nutzern von Venmo und Cash App am 17. November bei einem kalifornischen Bezirksgericht eingereicht. Laut der Klage hat Apple wettbewerbswidrige Vereinbarungen mit beliebten Zahlungsplattformen getroffen, darunter Blocks Cash App und PayPals Venmo.

Die Vereinbarungen schränken angeblich den Einsatz dezentraler Kryptotechnologie innerhalb der Zahlungs-Apps des Unternehmens ein. Infolgedessen sind die Benutzer mit höheren Preisen konfrontiert. Die Beschwerde lautet:

Dies bedeutet, dass die Kläger behaupten, Apple habe vertragliche und technologische Beschränkungen, wie etwa die Exklusivität im App Store und Beschränkungen der Webbrowser-Technologie, genutzt, um die vollständige Kontrolle über alle Apps zu übernehmen, die auf iPads und iPhones laufen.

Sie beschuldigten das Unternehmen außerdem, neue P2P-Apps für iOS-Geräte dazu zu zwingen, jegliche potenzielle Kryptowährungsfunktionalität auszuschließen, und behaupteten sogar, dass dies eine Voraussetzung dafür sei, dass die neuen Apps überhaupt in den App Store gelangen.

Den Klägern zufolge führte dieses Verhalten zu höheren Nutzungsgebühren und sie streben nun Schadensersatz wegen überhöhter Gebühren an, die direkt durch das angeblich wettbewerbswidrige Verhalten von Apple verursacht wurden.

Apple entfernt Krypto-Apps, da es keinen Anteil an deren Zahlungsgebühren erhalten kann

Die Klage ist recht umfangreich und umfasst insgesamt 58 Seiten. Darin werden die Geschichte und das stetige Wachstum von P2P-Zahlungsanwendungen und dezentralen Kryptowährungen dargelegt. Sollten sich die Anschuldigungen als zutreffend erweisen, wäre Apple zudem ein Wiederholungstäter, da das Berufungsgericht für den neunten Bezirk bereits im vergangenen April entschieden hat, dass das Unternehmen gegen kalifornisches Wettbewerbsrecht verstoßen hat.

Damals stellte das Gericht fest, dass das Unternehmen Apps verboten hatte, Benutzer zu Zahlungslösungen weiterzuleiten, die nicht mit Apple verbunden waren.

Das Unternehmen hat hinsichtlich der Aufteilung der Gebühren spezifische Regeln, die von allen App-Entwicklern verlangen, 30 % der Transaktionserlöse mit Apple zu teilen. Wenn es um Kryptofirmen geht, die Dienste für iOS-Benutzer bereitstellen möchten, stellt dies natürlich ein erhebliches Hindernis dar.

Apple hat zuvor auch bestimmte Apps aus dem Store entfernt, weil sie angeblich gegen seine Nutzungsbedingungen verstoßen haben, darunter auch die Bitcoin-freundliche Social-Media-App Damus. Der Grund für die Entfernung ist die Trinkgeldfunktion der App, die es Benutzern ermöglichte, den Erstellern von Inhalten über das Lightning Network von Bitcoin Trinkgeld zu geben.

Laut Apple verstößt die Funktion jedoch gegen die Richtlinien, da sie Entwickler daran hindert, zusätzliche In-App-Inhalte zu verkaufen. Apple verlangt, dass alle Transaktionen über seine Dienste abgewickelt werden, um seinen Anteil von 30 % zu erhalten. Da Krypto-Zahlungen nicht über Apple laufen, hat das Unternehmen solche Apps einfach entfernt. Apple hat im Oktober sogar MetaMask entfernt, obwohl die beliebte Ethereum-Wallet schnell wiederhergestellt wurde.