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US-Arbeitslosenzahlen fallen unter Erwartungen, Rezessionsängste nehmen angesichts der Marktvolatilität ab

US-Arbeitslosenzahlen fallen unter Erwartungen, Rezessionsängste nehmen angesichts der Marktvolatilität ab
Vatsala Gaur
08. Aug. 2024, 15:49 PM
  • Die wöchentlichen Arbeitslosenmeldungen sanken auf 233.000 und lagen damit unter den Erwartungen der Analysten.
  • Die Zahl der fortlaufenden Arbeitslosenanträge stieg auf 1,88 Millionen, den höchsten Stand seit November 2021.
  • Niedrigere Arbeitslosenzahlen linderten die Rezessionsängste und ließen die Renditen von US-Anleihen und die Futures an der Wall Street steigen.

Ein positives Zeichen für die US-Wirtschaft ist der deutliche Rückgang der Zahl der Arbeitslosenanträge in der vergangenen Woche. Dies lindert die zunehmenden Rezessionsängste auf den Weltmärkten etwas.

Dem Bericht des Arbeitsministeriums vom Donnerstag zufolge sanken die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der Woche bis zum 3. August um 17.000 auf 233.000.

Dieser Rückgang deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt trotz der jüngsten wirtschaftlichen Unsicherheiten weiterhin stabil ist.

Die neuesten Daten zu den Arbeitslosenanträgen blieben unter den Erwartungen der Analysten (240.000) zurück, wie aus einer Erhebung von FactSet hervorgeht, und sorgten für eine dringend benötigte Verbesserung der Marktstimmung.

Zu Beginn der Woche hatte ein beunruhigender Arbeitsmarktbericht ergeben, dass die US-Arbeitslosenquote im Juli ihren höchsten Stand seit fast drei Jahren erreicht hatte. Dies löste eine weltweite Verkaufswelle aus, die den S&P 500 in eine Korrekturzone führte.

Die besser als erwartet ausgefallenen Arbeitslosenzahlen trugen allerdings dazu bei, die Sorgen über die Gesundheit des US-Arbeitsmarktes und der Gesamtwirtschaft zu zerstreuen.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, die häufig als Indikator für Entlassungen angesehen werden, sank auf den niedrigsten Stand seit Anfang Juli.

Angesichts des jüngsten Anstiegs der allgemeinen Arbeitslosenquote im Juli ist dieser Rückgang besonders bemerkenswert.

Der Rückgang der wöchentlichen Arbeitslosenmeldungen gegenüber dem revidierten Stand der Vorwoche von 250.000 deutet darauf hin, dass der Arbeitsmarkt trotz einiger Abkühlungsanzeichen immer noch stark ist.

Der Vier-Wochen-Durchschnitt der Anträge, der dazu beiträgt, die Volatilität der wöchentlichen Daten auszugleichen, stieg leicht um 2.500 auf 240.750.

Dieser Anstieg deutet zwar möglicherweise auf eine zugrunde liegende Schwäche hin, er ist jedoch kein Grund zur Besorgnis hinsichtlich der Lage des Arbeitsmarktes.

Andererseits stiegen die fortlaufenden Arbeitslosenanträge, die die Gesamtzahl der Amerikaner erfassen, die aktiv Arbeitslosenunterstützung beziehen, in der Woche bis zum 27. Juli um 6.000 auf 1,88 Millionen. Dies ist der höchste Stand seit November 2021.

Obwohl der Anstieg der fortlaufenden Anträge auf Arbeitslosenunterstützung als Anzeichen einer Schwäche des Arbeitsmarktes interpretiert werden könnte, ist das Gesamtniveau nach wie vor historisch niedrig, was darauf schließen lässt, dass der Arbeitsmarkt noch immer in relativ guter Verfassung ist.

In einigen Bundesstaaten kam es zu erheblichen Schwankungen bei den Erstanträgen. Die größten Zuwächse gab es in Michigan, Missouri und Massachusetts, während Texas, New York und Ohio deutliche Rückgänge meldeten.

Unterdessen verzeichnete New Jersey mit 2,8 % weiterhin die höchste Arbeitslosenquote, gefolgt von Rhode Island und Puerto Rico.

US-Anleiherenditen und Aktienfutures reagieren

Auch die Veröffentlichung der Daten zu den Arbeitslosenzahlen hatte spürbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Die Renditen von US-Anleihen stiegen, was auf geringere Sorgen über einen drohenden Konjunkturabschwung schließen lässt.

Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe, die sich eng an den Veränderungen des Leitzinses der US-Notenbank orientiert, stieg um 0,02 Prozentpunkte.

Auf den Aktienmärkten stiegen die Wall Street-Futures als Reaktion auf den Bericht, wobei die S&P 500-Futures um 0,8% und die Nasdaq 100-Futures um 1,14% stiegen (Stand: 8:06 Uhr).

Mohamed A. El-Erian, Chefökonom bei der Allianz, kommentierte die Daten wie folgt:

Zuvor hatte El-Erian am selben Tag angemerkt, dass ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen unter 230.000 kein Anzeichen für einen schwereren wirtschaftlichen Abschwung, sondern für eine allmähliche und geordnete Normalisierung des Arbeitsmarktes wäre.

Die jüngsten Zahlen liegen zwar leicht über diesem Schwellenwert, vermitteln jedoch immer noch eine gewisse Zuversicht, dass die US-Wirtschaft zumindest im Moment auf stabilen Beinen steht.