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Fed-Protokolle zeigen wahrscheinliche Zinssenkung im September angesichts nachlassender Inflation und Sorgen am Arbeitsmarkt

Fed-Protokolle zeigen wahrscheinliche Zinssenkung im September angesichts nachlassender Inflation und Sorgen am Arbeitsmarkt
Srinibas Rout
21. Aug. 2024, 21:38 PM
  • Die „überwältigende Mehrheit“ der Teilnehmer hielt eine Senkung des Leitzinses für angebracht.
  • „Mehrere Teilnehmer“ hatten eine Senkung um 25 Basispunkte in Erwägung gezogen.
  • Aktuelle Inflationsdaten deuten auf einen deutlichen Rückgang des Preisdrucks hin.

Die Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve kommen einer lange erwarteten Zinssenkung immer näher. Das neueste Protokoll ihrer Juli-Sitzung deutet darauf hin, dass eine Senkung im September zunehmend wahrscheinlicher wird.

Bei der Sitzung vom 30. und 31. Juli herrschte unter den Fed-Vertretern Einigkeit darüber, dass eine Lockerung der Geldpolitik bei der nächsten Sitzung angebracht wäre, sofern sich die Wirtschaftsdaten weiterhin auf ihrem derzeitigen Kurs bewegen.

„Große Mehrheit“ der Teilnehmer rechnet mit Zinssenkung

Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll ging hervor, dass „die überwiegende Mehrheit“ der Teilnehmer eine Senkung des Leitzinses bei der Septembersitzung für angebracht hielt, sofern die wirtschaftlichen Bedingungen stabil blieben.

Diese mögliche Zinssenkung wäre die erste Senkung seit den Notfallmaßnahmen zu Beginn der COVID-19-Pandemie.

Während der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) bei seiner Juli-Sitzung für eine Beibehaltung des Leitzinses votierte, gab es unter den Verantwortlichen erhebliche Diskussionen über die Möglichkeit, schon früher mit Zinssenkungen zu beginnen.

In der Zusammenfassung heißt es, dass „mehrere Teilnehmer“ angesichts der jüngsten Entwicklung bei der Inflation und der steigenden Arbeitslosenquote eine Senkung um 25 Basispunkte (das entspricht 0,25 Prozent) bei der Sitzung im Juli in Erwägung gezogen hätten.

Obwohl die Bezeichnung „mehrere“ darauf schließen lässt, dass es sich dabei um eine relativ kleine Gruppe von Beamten handelt, wurde im Protokoll ein allgemeines Vertrauen der politischen Entscheidungsträger in Bezug auf die Inflationsentwicklung und eine Bereitschaft zu einer Lockerung der Politik betont, wenn die Bedingungen weiterhin günstig bleiben.

Was sagen die jüngsten Inflationsdaten?

Die jüngsten Inflationsdaten deuten auf einen deutlichen Rückgang des Preisdrucks hin und bekräftigen die Ansicht, dass sich die Inflation nachhaltig dem 2%-Ziel der Fed nähert.

Was den Arbeitsmarkt betrifft, offenbarten die Protokolle einige Bedenken.

Beamte wiesen darauf hin, dass die gemeldeten Lohnzuwächse möglicherweise überbewertet seien. Eine vorläufige Revision des Bureau of Labor Statistics deutet darauf hin, dass die Zuwächse zwischen April 2023 und März 2024 möglicherweise um über 800.000 Stellen übertrieben waren.

Diese Unsicherheit hinsichtlich der Genauigkeit der Arbeitsmarktdaten hat zu wachsenden Sorgen über die Gesundheit des Arbeitsmarktes beigetragen.

Trotz dieser widersprüchlichen Signale war die Entscheidung der Fed, den Leitzins bei 5,25-5,50% – dem höchsten Stand seit 23 Jahren – zu belassen, von der ausgewogenen Mischung aus sinkender Inflation und moderatem Beschäftigungswachstum beeinflusst.

Die Reaktion der Märkte auf die Fed-Sitzung im Juli war zunächst positiv, doch in den darauffolgenden Sitzungen kam es zu Rückgängen, da sich die Anleger Sorgen über das Tempo der geldpolitischen Anpassungen machten.

Am Tag nach der Fed-Sitzung trübten Berichte über einen unerwarteten Anstieg der Arbeitslosenzahlen und einen Rückgang im verarbeitenden Gewerbe die Marktstimmung.

Darüber hinaus verstärkte der Bericht über die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft für Juli, der lediglich 114.000 neue Arbeitsplätze und einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,3% meldete, die Forderungen nach einer drastischeren Zinssenkung.

Neuere Daten haben jedoch einige dieser Bedenken ausgeräumt.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt wieder auf dem historischen Normalniveau, der Inflationsdruck lässt weiter nach und die Einzelhandelsumsätze haben die Erwartungen übertroffen.

Trotz der anhaltenden Sorgen um den Arbeitsmarkt gehen Händler überwiegend davon aus, dass die Fed im September Zinssenkungen vornehmen wird, was im Einklang mit ihrem vorsichtigen Ansatz zur Wahrung der wirtschaftlichen Stabilität steht.

Während sich die Fed auf ihre Sitzung im September vorbereitet, werden die sich entwickelnden Wirtschaftsindikatoren ausschlaggebend für ihre Entscheidung sein, ob die Zinsen angepasst werden, denn sie signalisieren einen entscheidenden Moment für die Geldpolitik und die Markterwartungen.