Türkei führt 72-stündige Verzögerung bei Krypto-Abhebungen und eine tägliche Stablecoin-Obergrenze von 3.000 US-Dollar ein
- Neue Regeln erfordern einen Transaktionszweck von mindestens 20 Zeichen.
- Tägliche Stablecoin-Überweisungen sind auf 3.000 $ begrenzt, monatlich auf 50.000 $.
- Die Verordnung, die im Februar in Kraft trat, passte die türkische Krypto-AML an die EU-MiCA-Standards an.
Die Türkei führt eine neue Welle von Krypto-Regulierungen ein, die auf Dienstleister und Transaktionsströme abzielen, um ihren Rahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) zu stärken.
In einem vom Finanzministerium angekündigten Schritt müssen die Plattformen nun detailliertere Informationen über die Nutzer und ihre Überweisungen sammeln.
Dazu gehören die Durchsetzung obligatorischer Auszahlungsverzögerungen, die Begrenzung von Stablecoin-Transaktionen und die Forderung nach einer klareren Berichterstattung über den Zweck jeder Krypto-Überweisung.
Die neuen Regeln sind Teil eines umfassenderen Vorstoßes der türkischen Behörden, die Transparenz zu erhöhen, die Finanzkriminalität einzudämmen und den schnell wachsenden Sektor für digitale Vermögenswerte des Landes mit internationalen Standards in Einklang zu bringen.
Neben den Änderungen hat die Regierung vor strengen Strafen für Plattformen gewarnt, die sich nicht an die Vorschriften halten.
Abhebungsverzögerungen und Überprüfungen des Transaktionszwecks sind jetzt obligatorisch
Gemäß der neuen Verordnung werden Benutzer nicht mehr in der Lage sein, sofort Geld von Plattformen für digitale Vermögenswerte abzuheben. Für alle Käufe, Einzahlungen oder Umtausche gilt eine obligatorische 48-stündige Sperre, bevor eine Auszahlung zulässig ist.
Neue Benutzer müssen mit einer noch längeren 72-stündigen Sperre für ihre erste Auszahlung rechnen.
Die Plattformen müssen außerdem von den Nutzern eine schriftliche Erklärung von mindestens 20 Zeichen verlangen, in der der Zweck jeder Transaktion beschrieben wird.
Die Behörden gehen davon aus, dass dieser Schritt zur Früherkennung verdächtiger Überweisungen beitragen und dazu beitragen wird, illegale Aktivitäten wie Geldwäsche, Betrug oder nicht autorisierte Wetten zu verhindern.
Stablecoins wurden im neuen Rahmenwerk ausdrücklich gekennzeichnet. Für den digitalen Token wurde eine tägliche Überweisungsobergrenze von 3.000 US-Dollar und ein monatliches Limit von 50.000 US-Dollar verhängt.
Plattformen, die sich vollständig an die Reiseregel der Financial Action Task Force halten, die das Sammeln und Verifizieren identifizierbarer Daten sowohl des Absenders als auch des Empfängers vorschreibt, werden jedoch höhere Schwellenwerte zugelassen, wobei die Limits für verifizierte Aktivitäten verdoppelt werden.
Durchsetzung im Zusammenhang mit einer umfassenderen Krypto-Reform, die im März verabschiedet wurde
Das Ministerium erklärte, dass Plattformen, die sich nicht an die Vorschriften halten, empfindliche Sanktionen riskieren, einschließlich finanzieller Strafen, Verwaltungsmaßnahmen und der Aussetzung oder des Widerrufs ihrer Lizenzen.
Diese Schritte stehen im Einklang mit der umfassenderen rechtlichen Überarbeitung der Regulierung von Krypto-Assets in der Türkei, die am 13. März 2025 durch Änderungen des Kapitalmarktgesetzes Nr. 6362 formalisiert wurde.
Die Überarbeitungen unterstellen die Plattformen dem Capital Markets Board (CMB) und verlangen von ihnen, als Aktiengesellschaften mit Mindestkapitalschwellen, zertifizierten Führungskräften und angemessenen Governance-Strukturen zu arbeiten.
Die beiden neuen Mitteilungen, die im Rahmen dieses Gesetzes herausgegeben wurden – III-35/B.1 und III-35/B.2 – sehen vor, dass sich die Plattformen auch einer Proof-of-Reserve-Prüfung unterziehen müssen, mit vom CMB zugelassenen Depotbanken zusammenarbeiten und getrennte Kundenkonten unterhalten müssen.
Sie müssen strenge Richtlinien für die Notierung von Vermögenswerten befolgen, Interessenkonflikte vermeiden, Risiken klar offenlegen und faire Streitbeilegungsmechanismen anbieten.
Das Ministerium bestätigte, dass Transaktionen im Zusammenhang mit Market Making, Arbitrage und Liquiditätsbereitstellung uneingeschränkt bleiben werden. Jede Aktivität außerhalb dieser Kategorien, die nicht den Compliance-Standards entspricht, kann jedoch rechtliche Schritte nach sich ziehen.
Die Maßnahmen folgen auf Änderungen der AML-Vorschriften, die Anfang 2025 eingeführt wurden
Dieses jüngste Durchgreifen baut auf den im Februar 2025 angekündigten Vorschriften auf, als die Türkei strengere AML-Regeln in der gesamten Branche für digitale Vermögenswerte durchsetzte.
Diese Maßnahmen, die auf dem Rahmen der Märkte für Krypto-Assets (MiCA) der Europäischen Union basieren, verlangten von allen Kryptofirmen, ID-Daten für Transaktionen über 15.000 türkische Lira (etwa 378 US-Dollar) zu sammeln.
Ziel war es, die türkische Kryptopolitik mit den globalen Best Practices in Einklang zu bringen, zumal das Land auf dem globalen Kryptomarkt an Bedeutung gewinnt.
Diese schrittweisen Schritte signalisieren die zunehmende Entschlossenheit der Türkei, den Missbrauch dezentraler Finanzmittel zu verhindern und sicherzustellen, dass alle Aktivitäten rückverfolgbar und nach lokalen und internationalen AML-Gesetzen reguliert sind.
Die rasanten regulatorischen Entwicklungen in der Türkei kommen vor dem Hintergrund der zunehmenden Nutzung von Krypto-Assets im Land, die durch Inflation und Lira-Abwertung angetrieben wird.
Durch die Verschärfung der Kontrollen bei gleichzeitiger Zulassung konformer Innovationen scheint die Regierung ein strengeres, aber strukturierteres Umfeld für zukünftige Aktivitäten mit digitalen Vermögenswerten zu schaffen.
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