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Ethena GmbH schließt in EU, nachdem BaFin Rückzahlung für 42 Tage USDe angeordnet hat

Ethena GmbH schließt in EU, nachdem BaFin Rückzahlung für 42 Tage USDe angeordnet hat
Diya Poddar
25. Juni 2025, 18:13 PM
  • Die BaFin hat die Abwicklung der Ethena GmbH angeordnet und den Inhabern von EU/EWR-USDe 42 Tage Zeit gegeben, um ihre Token einzulösen.
  • Mit dem EU-Austritt von Ethena wird das MiCA-Compliance-Angebot beendet, so dass die zukünftige Geschäftstätigkeit in der Region ungewiss ist.
  • Über 5,6 Milliarden US-Dollar sind weltweit noch im Umlauf, was nach dem EU-Austritt Bedenken hinsichtlich der grenzüberschreitenden Regulierung aufwirft.

Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat eine formelle Liquidation der Ethena GmbH veranlasst und damit das Ende einer viermonatigen Pattsituation über die Rechtmäßigkeit des USDe-Stablecoins gemäß den EU-Kryptovorschriften markiert.

Ab dem 26. Juni haben USDe-Inhaber in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum genau 42 Tage Zeit, um Rücknahmeanträge direkt beim deutschen Zweig von Ethena Labs einzureichen.

Nach dem 6. August wird sich der Prozess auf die Küste verlagern, wobei alle weiteren Ansprüche von der Ethena-Tochtergesellschaft auf den Britischen Jungferninseln bearbeitet werden.

Der Rücknahmeprozess endet in der EU und im EWR am 6. August

Ethena Labs bestätigte, dass die BaFin und die Ethena GmbH eine einvernehmliche Einigung über einen beaufsichtigten Rücknahmeplan erzielt haben.

Demnach wird ein von der BaFin bestellter Sonderbeauftragter das Anspruchsverfahren betreuen, das am 6. August abschließt.

Jeder Nutzer, der nach diesem Datum eine Einlösung versucht, muss sich an Ethena (BVI) Ltd wenden und damit die endgültige regulatorische Trennung des Unternehmens von seiner deutschen Einheit signalisieren.

In der Stellungnahme der BaFin wurde deutlich, dass dieses 42-Tage-Fenster die letzte Möglichkeit für europäische Nutzer ist, ausstehende Salden mit der deutschen Tochtergesellschaft des Unternehmens zu begleichen.

Nach Ablauf dieses Zeitraums wird die Ethena GmbH in allen Jurisdiktionen, die dem EU- und EWR-Abkommen unterliegen, offiziell aufgelöst.

Ethena Labs sagte, dass das Unternehmen nach Abschluss des Rücknahmeprozesses keine ungelösten Probleme mehr im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der Ethena GmbH haben wird.

Das Unternehmen gab nicht bekannt, ob es plant, zukünftige Aktivitäten auf dem EU-Kryptomarkt zu verfolgen.

Das harte Durchgreifen der BaFin begann im März, nachdem MiCA nicht konform war

Die Ankündigung der Rücknahme markiert den Abschluss einer langjährigen Durchsetzungskampagne, die am 21. März begann.

An diesem Tag untersagte die BaFin der Ethena GmbH den Vertrieb ihres USDe-Stablecoins mit der Begründung, dass das Unternehmen gegen neue Regeln der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) verstoßen habe, die in diesem Jahr offiziell in Kraft getreten ist.

Die Aufsichtsbehörde fror auch die Reserven des Unternehmens ein, schloss seine Plattform und verbot das Onboarding neuer Nutzer.

Im Mittelpunkt des Streits stand die Einstufung von sUSDe – dem renditebringenden Token von Ethena – durch die BaFin, als nicht registriertes Wertpapier, was ein vollständiges regulatorisches Durchgreifen auslöste.

Mitte April begann Ethena Labs mit dem Abbau seiner deutschen Aktivitäten und kündigte an, keine MiCA-Zulassung mehr bei der BaFin beantragen zu wollen.

Das Unternehmen bestätigte, dass seit Inkrafttreten der Durchsetzungsmaßnahmen keine neue Prägung oder Rücknahme von USDe über seinen deutschen Zweig stattgefunden habe.

Über 5,6 Milliarden USDe-Token sind noch im Umlauf

Obwohl die BaFin ihre nationale Durchsetzung inzwischen abgeschlossen hat, sind weltweit noch über 5,6 Milliarden USDe-Token im Umlauf.

Ein großer Teil davon wurde vor Inkrafttreten des MiCA-Rechtsrahmens erlassen, was die Zuständigkeitsansprüche erschwerte und die EU-Aufsicht einschränkte.

Die Ethena GmbH hatte ihren MiCA-Antrag ursprünglich am 29. Juli 2024 gestellt, die BaFin hat ihn Anfang des Jahres jedoch formell abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde nannte anhaltende Compliance-Versäumnisse und regulatorische Bedenken als Gründe für die Entscheidung.

Die laufenden Aktivitäten von Ethena über seine BVI-Einheit werfen Fragen über die zukünftige regulatorische Koordinierung zwischen den EU-Behörden und Offshore-Krypto-Emittenten auf.

Bisher gibt es keine offiziellen Leitlinien dazu, ob EU-Anleger, die USDe außerhalb des aktuellen Rücknahmefensters halten, weitere rechtliche Möglichkeiten innerhalb des europäischen Rechtsrahmens haben werden.