Inflation in Großbritannien überrascht erneut: Was den Preisanstieg antreibt

Inflation in Großbritannien überrascht erneut: Was den Preisanstieg antreibt
Devesh Kumar
16. Juli 2025, 10:39 AM
  • Die Transportkosten treiben die Treibstoffinflation in die Höhe, wobei teurere Treibstoffe, Flüge und Bahntickets an der Spitze stehen.
  • Kuchen und Käse sind nicht nur lecker, sondern diesmal auch die Inflationsschuldigen.
  • Der Zinssenkungspfad der BoE sieht wackelig aus, da die Inflation in den Kern- und Dienstleistungsländern hartnäckig hoch bleibt.

Die britische Inflationsrate stieg im Juni stärker als erwartet, wobei der Verbraucherpreisindex (VPI) von 3,4 % im Vormonat auf 3,6 % stieg, wie neue Zahlen des Office for National Statistics zeigen.

Es ist der höchste Stand seit Januar 2024 und hat viele Ökonomen überrascht, da die meisten vorhergesagt hatten, dass der Zinssatz stabil bleiben würde.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen den anhaltenden Kostendruck in der gesamten britischen Wirtschaft und haben eine neue Debatte darüber entfacht, wohin die Bank of England als nächstes mit den Zinssätzen gehen könnte.

Was sind die Haupttreiber der britischen Inflation?

Der Anstieg der Inflation im vergangenen Monat war vor allem auf den Verkehr zurückzuführen. Die Treibstoffpreise stiegen und damit auch die Kosten für Flüge und Zugfahrten.

Diese Erhöhungen machten den langsameren Preisanstieg in Bereichen wie Wohnen und Versorgungsunternehmen mehr als wett. Benzin zum Beispiel ist nicht so gesunken wie letztes Jahr um diese Zeit.

Hinzu kommt, dass die Instandhaltung von Autos, also Reparaturen und Wartungen, teurer wurde, was den Verkehrsindex nach oben trieb.

Die Transportkosten stiegen im Juni insgesamt um 1,7 %, verglichen mit einem geringeren Anstieg von 0,7 % im Mai.

Auch die Lebensmittelpreise stiegen auf 4,5 %, den höchsten Stand seit Februar 2024. Kuchen und Käse gehörten dort zu den größten Aufsteigern.

Unterdessen drehten sich die Preise für Bekleidung und Schuhe nach einem früheren Rückgang um 0,5 %, was den Druck auf die Gesamtzahlen noch erhöhte.

Der nächste Schritt der Bank of England in Frage

Die Kerninflation, bei der volatile Posten wie Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausgeklammert werden, beschleunigte sich ebenfalls und stieg von 3,5 % im Vormonat auf 3,7 % im Juni.

Gleichzeitig verharrte die Inflation im Dienstleistungssektor trotz der Erwartung einer leichten Abschwächung bei hohen 4,7 %.

Das ist erwähnenswert, da die Bank of England die Dienstleistungspreise als wichtiges Signal für die Inflation, die aus dem Inneren der Wirtschaft kommt, genau im Auge behält.

Die Inflationszahlen vom Juni haben den nächsten Schritt der Bank of England in Frage gestellt.

Die politischen Entscheidungsträger hatten auf ein stetiges Zurückgleiten in Richtung des 2%-Ziels gehofft, aber der jüngste Anstieg könnte die Zinssenkungen auf Eis legen oder sogar die Gespräche über eine erneute Straffung der Geldpolitik wieder aufnehmen.

Seit August letzten Jahres hat die BoE die Zinsen viermal um einen Viertelpunkt gesenkt, und viele Analysten glauben immer noch, dass es Spielraum für zwei weitere Zinssenkungen gibt, bevor das Jahr 2025 zu Ende geht.

Da sich die Inflation jedoch als hartnäckig erweist, insbesondere im Dienstleistungssektor, könnte sich die Zentralbank in einer schwierigen Lage befinden.

Einige Beamte äußern bereits die Befürchtung, dass ein angespannter Arbeitsmarkt die Löhne und Preise weiter steigen lassen könnte, was den Weg nach vorn erschweren könnte.

Trotz der anziehenden Inflation zeigen andere Teile der Wirtschaft Anzeichen von Spannung. Das Wachstum bleibt schleppend, und der Arbeitsmarkt beginnt an Fahrt zu verlieren.

Die Bank of England hat signalisiert, dass sie nach wie vor zu Zinssenkungen tendiert, solange sich das Lohnwachstum und der Preisdruck abkühlen. Aber dieser Weg ist vielleicht nicht so einfach.

Der anhaltende Fachkräftemangel und die anhaltenden Probleme in der Lieferkette könnten die Rückkehr zum 2 %-Ziel verlangsamen.