Bitget sieht sich in Australien wegen nicht lizenzierter 125-facher Krypto-Futures mit behördlicher Kritik konfrontiert

Bitget sieht sich in Australien wegen nicht lizenzierter 125-facher Krypto-Futures mit behördlicher Kritik konfrontiert
Diya Poddar
28. Juli 2025, 10:56 AM
  • Bitget ist nicht berechtigt, Finanzdienstleistungen wie den Handel mit Derivaten zu erbringen.
  • Laut ASIC werden Krypto-Futures-Kontrakte als derivative Instrumente mit hohem Risiko eingestuft.
  • Aufgrund der Bedenken von ASIC hat Bitget seiner Website und App Haftungsausschlüsse hinzugefügt.

Die Australian Securities and Investments Commission (ASIC) hat eine formelle Verwarnung gegen Bitget ausgesprochen, weil es nicht lizenzierte Krypto-Futures-Produkte mit einem Hebel von bis zu 125:1 beworben und angeboten hat.

Bitget verfügt zwar über eine eingeschränkte Genehmigung, um als Kryptobörse in Australien tätig zu sein, verfügt jedoch nicht über eine Lizenz für die Erbringung von Finanzdienstleistungen wie den Handel mit Derivaten.

Die Regulierungsbehörde sagte, dass das Krypto-Futures-Angebot der Plattform gegen die lokalen Regeln verstoße und erhebliche Risiken für australische Anleger darstelle, indem es über die Website und die mobile App für stark gehebelte Produkte werbe.

Bitget, einer der weltweit größten Krypto Börsen nach Kundenstamm, hat bereits in mehreren Ländern behördliche Prüfungen auf sich gezogen.

Die ASIC-Warnung ist Teil eines wachsenden Musters von Durchsetzungsmaßnahmen weltweit gegen die Derivatedienste der Börse.

Das Leverage-Angebot von Bitget überschreitet das australische Limit von 2:1

Laut ASIC werden Krypto-Futures-Kontrakte als derivative Instrumente mit hohem Risiko eingestuft.

Diese ermöglichen es den Nutzern, über den zukünftigen Wert digitaler Vermögenswerte zu spekulieren, setzen sie dabei aber übergroßen Verlusten aus – insbesondere in Kombination mit einer hohen Hebelwirkung.

Während ASIC derzeit die Hebelwirkung für solche Produkte auf 2:1 begrenzt, präsentierten die Werbematerialien von Bitget Berichten zufolge Krypto-Futures mit einer Hebelwirkung von bis zu 125:1 und übertrafen damit die gesetzlichen Grenzwerte bei weitem.

Die ASIC betonte, dass Anleger, die solche Produkte nutzen, große Positionen mit relativ geringem Kapitaleinsatz kontrollieren können, wodurch sich das Ausmaß sowohl der potenziellen Gewinne als auch der Verluste vervielfacht.

Die Regulierungsbehörde sagte, dass diese Praxis "zu erheblichen Verlusten für die Anleger führen kann" und warnte die Nutzer, vorsichtig zu sein, wenn Plattformen solche Instrumente ohne ordnungsgemäße Lizenzierung bewerben.

Exchange warnt Benutzer, bietet das Produkt aber weiterhin an

Nach den Bedenken von ASIC fügte Bitget seiner Website und App Haftungsausschlüsse hinzu, die besagen, dass es weder lizenziert noch autorisiert ist, Krypto-Derivate in Australien anzubieten.

Trotzdem bleiben die Futures-Handelsdienste der Börse für die Nutzer über ihre Plattform zugänglich.

Bitget ist gesetzlich berechtigt, Spothandels- und Verwahrungsdienstleistungen in Australien anzubieten, verfügt jedoch nicht über eine australische Finanzdienstleistungslizenz (AFS), die für das Anbieten von Derivatprodukten obligatorisch ist.

Die fortgesetzte Förderung von Futures-Kontrakten kann die Börse einem weiteren Risiko von regulatorischen Maßnahmen oder Vollstreckungsverfahren aussetzen.

Globales Vorgehen verschärft sich: Acht Regulierungsbehörden geben Warnungen heraus

Die regulatorischen Probleme von Bitget reichen weit über Australien hinaus. Mindestens acht Länder haben Bedenken hinsichtlich des Betriebs der Plattform geäußert, insbesondere ihrer Futures-Produkte.

Im Jahr 2023 warnte die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin Anleger davor, sich mit Bitget zu beschäftigen, da die Börse nicht unter ihrer Aufsicht stehe.

Ähnliche Warnungen wurden seitdem von Aufsichtsbehörden in Kanada, Frankreich, Zypern, Malaysia, Spanien und Japan herausgegeben.

Jede dieser Behörden hat ihre Besorgnis darüber geäußert, dass Bitget Finanzprodukte ohne angemessene Genehmigung oder Aufsicht anbietet.

In einigen Fällen umfassten regulatorische Maßnahmen Aufforderungen zur Entfernung von Websites oder Ratschläge an Verbraucher.

Trotz dieser Rückschläge ist Bitget weiter gewachsen. Im vergangenen Monat erhielt die Plattform die behördliche Genehmigung für den Betrieb in Georgia, wo sie nun den Austausch von digitalen Vermögenswerten und Custodial Wallet-Dienste anbietet.

Anfang dieses Jahres überschritt Bitget die Marke von 100 Millionen registrierten Nutzern weltweit und wurde damit zum zweitgrößten Kryptobörse nach Kundenstamm.