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EU prüft Euro-Stablecoins und DLT, um der Dominanz digitaler Vermögenswerte in den USA entgegenzuwirken

EU prüft Euro-Stablecoins und DLT, um der Dominanz digitaler Vermögenswerte in den USA entgegenzuwirken
Diya Poddar
28. Juli 2025, 16:41 PM
  • Die DLT-Piloten Appia und Pontes starten zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs.
  • Der US-amerikanische GENIUS Act und das EU-MiCA weisen regulatorische Lücken auf.
  • Trumps Stablecoin-Auftrag löst in der EU Dringlichkeit aus.

Die Europäische Union prüft Alternativen über den digitalen Euro hinaus, um der wachsenden Dominanz von US-Dollar-gestützten Stablecoins im globalen Finanzwesen entgegenzuwirken.

Ein Berater der Europäischen Zentralbank (EZB) schlug vor, dass regulierte, an den Euro gekoppelte Stablecoins und die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) eine größere Rolle in der europäischen Strategie spielen sollten.

Die Bemerkungen kommen inmitten der Befürchtung, dass eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) allein nicht ausreichen wird, um den zunehmenden Einfluss von Dollar-basierten digitalen Vermögenswerten auszugleichen.

Der Beitrag von Berater Jürgen Schaaf, der am Montag auf dem offiziellen Blog der EZB veröffentlicht wurde, stellt mehrere strategische Hebel dar, die die EU ergreifen könnte, um ihre Währungssouveränität zu schützen, darunter eine verstärkte Unterstützung für auf Euro lautende Stablecoins, eine stärkere regulatorische Angleichung und neue DLT-gestützte Projekte.

Auf Euro lautende Stablecoins als strategische Alternative angepriesen

Schaaf erklärte, dass regulierte Stablecoins, die an den Euro gekoppelt sind, wenn sie mit robusten Risikokontrollen ausgestattet sind, direkt den Marktbedürfnissen dienen und das globale Ansehen des Euro unterstützen könnten.

Anstatt auf die vollständige Einführung des digitalen Euro zu warten, betonte Schaaf, dass private Stablecoins, die den EU-Vorschriften entsprechen, eine schnellere und flexiblere Reaktion auf den wachsenden Einfluss von US-gestützten Token bieten könnten.

Diese Empfehlung spiegelt die wachsende Besorgnis der europäischen Institutionen wider, hinter die USA zurückzufallen, insbesondere seit der Unterzeichnung einer Durchführungsverordnung durch US-Präsident Donald Trump im Januar, die darauf abzielt, die Dominanz des Dollars durch die Unterstützung der Entwicklung von Stablecoins zu stärken.

Euro-basierte Stablecoins wurden bisher nur langsam eingeführt, obwohl regulatorische Rahmenbedingungen wie die EU-Märkte für Krypto-Assets (MiCA) versuchen, Klarheit zu schaffen.

Im Mai stellte das ehemalige EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta fest, dass Euro-Stablecoins nach wie vor weitgehend zu wenig genutzt werden, obwohl MiCA den Grundstein für ihre Expansion gelegt hat.

Fortschritte bei der DLT-Infrastruktur durch EZB-Pilotprojekte

Während der digitale Euro Teil des langfristigen Plans der EZB bleibt, betonte Schaaf, dass die Distributed-Ledger-Technologie ein wesentliches Instrument für die Überarbeitung der europäischen Großhandels- und grenzüberschreitenden Zahlungssysteme sein könnte.

Anfang Juli genehmigte die EZB zwei DLT-Pilotprojekte – Pontes und Appia –, die die europäische Zahlungsverkehrsinfrastruktur und die Finanzmarktintegration verbessern sollen.

Schaaf erklärte, dass DLT sowohl für den nationalen als auch für den internationalen Zahlungsverkehr spürbare Verbesserungen bietet und als entscheidendes Element in einer breiteren digitalen Finanzstrategie dienen könnte.

Diese Projekte zeigen die Bereitschaft der EZB, bei der Modernisierung des europäischen Finanzwesens mit privaten Technologieanbietern zusammenzuarbeiten.

Regulatorische Lücken zwischen der EU und den USA werfen Koordinierungsprobleme auf

Auch die unterschiedlichen Regulierungsansätze zwischen den USA und der EU sind in die Kritik geraten.

Schaaf machte auf die mangelnde globale Koordination aufmerksam und wies auf die Unterschiede zwischen dem US-amerikanischen GENIUS Act und der europäischen MiCA-Regulierung hin.

Diese Regelungslücke könnte sich nachteilig für europäische Initiativen im Bereich der digitalen Vermögenswerte auswirken, wenn sie nicht durch eine bessere internationale Zusammenarbeit behoben wird.

Durch die Einführung hochwertiger Euro-Stablecoins und den Einsatz von DLT-Initiativen kann Europa nach Ansicht von Schaaf die Lücke schließen und die monetäre Rolle des Euro stärken.

Er warnte davor, dass ein neutrales oder langsames Handeln zu strategischen Rückschlägen für die Region führen könnte.

Entscheidung über digitalen Euro für 2025 erwartet

Es wird erwartet, dass der EZB-Rat bis Ende 2025 entscheiden wird, ob er mit der Einführung des digitalen Euro fortfahren wird, der im November 2023 in die "Vorbereitungsphase" eingetreten ist.

Während Beamte wie Vorstandsmitglied Piero Cipollone behauptet haben, dass der digitale Euro für die Wahrung der monetären Souveränität der Eurozone unerlässlich ist, deuten Schaafs Äußerungen auf einen diversifizierteren Weg hin.

Die EU erwägt nun eindeutig eine Kombination von Instrumenten – darunter Stablecoins, DLT-Anwendungen und öffentliche digitale Währungen –, um die Kontrolle über ihre finanzielle Zukunft zu behalten.

Mit diesen Strategien soll sichergestellt werden, dass Europa in der sich schnell entwickelnden digitalen Finanzlandschaft, die von US-geführten Initiativen dominiert wird, nicht ins Hintertreffen gerät.