Hongkong führt am 1. August Stablecoin-Regeln ein, Lizenzen sollen 2026 erteilt werden

Hongkong führt am 1. August Stablecoin-Regeln ein, Lizenzen sollen 2026 erteilt werden
Diya Poddar
29. Juli 2025, 15:48 PM
  • Anträge müssen bis zum 30. September eingereicht werden, damit sie frühzeitig geprüft werden können.
  • Kein Stablecoin-Emittent ist derzeit in Hongkong lizenziert oder autorisiert.
  • Neue Regeln betreffen Reserven, AML-Compliance und Risikomanagement.

Hongkong wird seinen neuen Regulierungsrahmen für Stablecoin-Emittenten am 1. August offiziell umsetzen, da die Stadt die Einführung digitaler Währungen durch Lizenzierung, Aufsicht und ein öffentliches Emittentenregister sicherstellen will.

Während die Regeln diese Woche in Kraft treten, werden die Lizenzen für Stablecoin-Emittenten nach Angaben der Hong Kong Monetary Authority (HKMA) erst Anfang 2026 ausgestellt.

Die Regulierungsbehörde fordert vollständige Anträge bis zum 30. September und erwartet, dass ernsthafte Akteure in diesem Bereich bis zum 1. August Kontakt aufnehmen.

Diese stufenweise Einführung erfolgt inmitten wachsender Besorgnis über unregulierte Stablecoin-Aktivitäten, spekulative Anstiege des Handelsvolumens und potenzielle Betrügereien.

Hongkongs Schritt, die Kontrollen zu verschärfen, steht im Einklang mit seinen umfassenderen Ambitionen im Bereich des digitalen Finanzwesens im Rahmen des politischen Vorstoßes der Stadt "Genius Act".

Lizenzen werden im Jahr 2026 erwartet

Die HKMA hat am Dienstag formell zwei Richtlinien veröffentlicht – eine für die Regulierung von Stablecoin-Emittenten und die andere für die Verpflichtungen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung (CTF).

Diese Richtlinien folgen einer öffentlichen Konsultation und werden die Grundlage für die Lizenzierung digitaler Vermögenswerte in Hongkong bilden.

Trotz früherer Marktspekulationen, dass die Lizenzierung noch in diesem Jahr beginnen könnte, stellte die HKMA jedoch klar, dass sich die Genehmigungen bis Anfang 2026 verzögern werden.

Dieser Zeitplan hat einige Interessengruppen überrascht, die nach der Ankündigung des Rechtsrahmens mit schnelleren Schritten gerechnet hatten.

Die Antragsteller müssen nun bis Ende September ihre vollständigen Unterlagen einreichen, um für die erste Lizenzcharge berücksichtigt zu werden. In der Zwischenzeit wird die HKMA ihre Infrastruktur weiter ausbauen und ihre Monitoring-Tools vorbereiten.

Ein öffentliches Register der zugelassenen Stablecoin-Emittenten wird auf der Website der HKMA veröffentlicht, sobald das System live geht.

HKMA warnt vor Betrug

Die HKMA hat parallel zur Einführung mehrere Warnungen herausgegeben. Darin wurde klargestellt, dass derzeit keine Unternehmen für die Ausgabe von Stablecoins in der Stadt lizenziert sind und dass alle Behauptungen über die Genehmigung, die behördliche Unterstützung oder die ausstehende Genehmigung mit Misstrauen behandelt werden sollten.

Dieser Schritt erfolgt inmitten der zunehmenden Besorgnis, dass der wachsende Hype um Stablecoins Fehlinformationen anheizt. HKMA-Beamte haben einen starken Anstieg der Handelsaktivitäten und der Aktienkurse für digitale Vermögenswerte festgestellt – Schwankungen, von denen sie glauben, dass sie nicht durch Fundamentaldaten, sondern durch einen Hype gestützt werden.

Die Regulierungsbehörde betonte, dass Einzelpersonen oder Firmen, die behaupten, lizenziert zu sein – oder sich sogar im Bewerbungsprozess befinden – nicht für bare Münze genommen werden sollten. Einwohner Hongkongs, die solche Stablecoins halten oder damit handeln, tun dies auf eigenes Risiko.

Erläuterte Betriebsregeln

Die neuen Richtlinien sind umfassend und legen operative, finanzielle und risikobasierte Anforderungen an Stablecoin-Emittenten fest. Dazu gehören eine ordnungsgemäße Verwaltung der Reserven, die die Coins unterlegen, transparente Ausgabe- und Rücknahmeprozesse sowie interne Kontrollen zum Umgang mit operationellen Risiken.

Es werden auch AML-Protokolle erforderlich sein, wie z. B. Kundenidentitätsprüfungen, Risikobewertungen von Wallets und Transaktionsüberwachung. Die HKMA sagte, sie werde Audits und Inspektionen durchführen, um die Einhaltung der Vorschriften sicherzustellen.

Verstöße können zu behördlichen Maßnahmen führen, einschließlich der Aussetzung oder des Widerrufs von Lizenzen, sobald sie erteilt wurden.

Dieser mehrschichtige Rahmen spiegelt Hongkongs vorsichtigen, aber bewussten Ansatz in Bezug auf das digitale Finanzwesen wider, bei dem die Sicherheit der Verbraucher und die Marktintegrität Vorrang haben, da die Stadt versucht, Stablecoins in ihre breitere Finanzinfrastruktur zu integrieren.