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Deutschland steigt aus Festpreisverträgen für erneuerbare Energien aus

Deutschland steigt aus Festpreisverträgen für erneuerbare Energien aus
Ananthu C U
15. Sept. 2025, 13:18 PM
  • Deutschland will Verträge mit erneuerbaren Energien zu Festpreisen abschaffen und zu marktbasierten Modellen für die Energiewende übergehen.
  • Erneuerbare Energien liefern 60 % des Stroms, sind aber nach wie vor teuer; Studie fordert Abkehr von Einspeisevergütungen zu Marktkräften.
  • Berlin plant bis 2027 einen Netzausbau, regionale Boni und flexible Notstromversorgung über einen neuen Kapazitätsmarkt.

Deutschland plant, sich von langfristigen Festpreisverträgen für neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien zu verabschieden und sich an den Leitlinien der Europäischen Union zu orientieren und auf stärker marktbasierte Mechanismen umzusteigen.

Die Ankündigung des Wirtschaftsministeriums vom Montag unterstreicht die Bemühungen Berlins, die Energiewende des Landes nachhaltig zu unterstützen und gleichzeitig die wachsende Besorgnis über hohe Kosten und Wettbewerbsfähigkeit auszuräumen.

Abkehr von der Einspeisevergütung

Seit Jahren setzt die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche auf feste Einspeisevergütungen, die feste Preise für Strom garantieren, der von neuen Solar-, Wind- und anderen erneuerbaren Anlagen erzeugt wird.

Kritiker argumentieren, dass diese Verträge zwar zum Aufbau des Sektors beigetragen haben, sich aber jetzt für Regierungen und Verbraucher als zu kostspielig erweisen, zumal erneuerbare Energien einen viel größeren Anteil am Strommix des Landes ausmachen.

Das Wirtschaftsministerium erklärte, es werde stattdessen alternative Finanzierungsmechanismen in Betracht ziehen.

Dazu gehören Differenzkontrakte, die bei fallenden Preisen Stabilität der Einnahmen garantieren, aber eine Rückzahlung erfordern, wenn die Preise einen festgelegten Schwellenwert überschreiten.

Weitere Vorschläge beinhalten Mechanismen zur Rückforderung von Einnahmen, um überschüssige Gewinne über ein bestimmtes Niveau hinaus wieder hereinzuholen.

"Wir brauchen jetzt eine ehrliche Einschätzung der aktuellen Situation. Die Energiewende kann nur mit mehr Pragmatismus und Realismus gelingen", sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bei der Vorstellung eines Zehn-Punkte-Plans als Orientierungshilfe für die Energiewende.

Das Ministerium betonte, dass die Förderung der erneuerbaren Energien fortgesetzt werde, jedoch in einem flexibleren und marktorientierteren Rahmen.

Wirtschaftlicher Druck und energiepolitische Herausforderungen

Deutschlands Vorstoß in Richtung sauberer Energie erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche.

Industrieverbände verweisen seit langem auf hohe Energiekosten und die Kosten der Klimapolitik als Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit untergraben.

Laut einer Studie der Forschungsinstitute EWI und BET liefern die Erneuerbaren inzwischen fast 60 Prozent des Stroms in Deutschland.

Der Bericht hob jedoch strukturelle Herausforderungen hervor, wie z. B. Überproduktion in Zeiten hoher Wind- oder Solarleistung und Defizite bei ruhigeren Bedingungen.

Die Studie ergab auch, dass die derzeitigen Regelungen nach wie vor kostspielig sind, was die Forderung nach einem Übergang zu marktbasierten Systemen verstärkt.

Die Regierung nannte zwar keinen konkreten Zeitplan für die Beendigung der Festpreisverträge, machte aber deutlich, dass die Umstellung schrittweise erfolgen und an umfassendere Reformen gebunden sein wird.

Netzausbau, regionale Anreize und Notstromversorgung

Das Ministerium unterbreitete mehrere Vorschläge, um die Verschiebung zu bewältigen und eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten.

Dazu gehören ein koordinierter Ausbau der Stromnetze, erneuerbarer Kapazitäten und Speicherlösungen mit zusätzlichen Anreizen wie regionalen Boni.

Projekte in Gebieten mit Netzüberlastung könnten mit höheren Kosten konfrontiert sein, während Entwicklungen in unterversorgten Regionen von billigeren und schnelleren Verbindungen profitieren könnten.

Ein weiteres zentrales Element des Plans ist die Einführung von kapazitätsabhängigen Netzentgelten und Kabelbündelung, um die Effizienz bei der Integration neuer Stromquellen zu verbessern.

Die Regierung beabsichtigt auch, die flexible Backup-Generierung zu fördern. Gaskraftwerke, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden können, werden im Rahmen eines neuen, technologieoffenen Kapazitätsmarktes, der bis 2027 an den Start gehen soll, Vorrang haben.

Die Vorschläge spiegeln den deutschen Balanceakt wider: sein Bekenntnis zur Klimaneutralität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig dem wirtschaftlichen Druck zu begegnen und die Energiesicherheit zu gewährleisten.

Mit dem Übergang des Landes von festen Einspeisevergütungen hin zu marktgesteuerten Mechanismen setzen die politischen Entscheidungsträger darauf, dass mehr Flexibilität und gezielte Anreize die Energiewende auf Kurs halten, ohne die Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben.