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Schweizer Banken schließen erste «rechtsverbindliche» Interbankenzahlung auf Ethereum ab

Schweizer Banken schließen erste «rechtsverbindliche» Interbankenzahlung auf Ethereum ab
Rony Roy
16. Sept. 2025, 17:27 PM
  • Die Schweizerische Bankiervereinigung hat mit UBS, PostFinance und der Sygnum Bank einen Proof-of-Concept durchgeführt.
  • Das Pilotprojekt nutzte Smart Contracts und Einzahlungstoken für bankübergreifende Zahlungen.
  • Die Transaktionen wurden über Ethereum in einer genehmigten Umgebung durchgeführt.

Eine Koalition von Schweizer Top-Banken hat ein Pilotprojekt abgeschlossen, das die Machbarkeit der Anwendung von Blockchain-Technologie und Smart Contracts für Interbankenzahlungen getestet hat.

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg), ein Wirtschaftsverband und Dachverband der Schweizer Finanzindustrie, hat erfolgreich einen Proof-of-Concept unter Beteiligung von UBS, PostFinance und der Sygnum Bank durchgeführt, um die erste rechtlich verbindliche Interbankenzahlung über eine öffentliche Blockchain abzuschliessen.

Laut der Ankündigung der SBA vom 16. September umfasste das Pilotprojekt die Banken, die tokenisierte Darstellungen von Fiat-Bankeinlagen, sogenannte "Deposit Tokens", ausgeben und diese Token verwenden, um eine Off-Chain-Zahlung auszulösen, die von Smart Contracts abgewickelt wird.

Es wurden mehrere Testszenarien einbezogen, darunter eine Standardzahlung zwischen Kunden der teilnehmenden Banken und eine komplexere Treuhandtransaktion.

Für Letzteres konnten die Banken die Einlagen-Token erfolgreich gegen tokenisierte Real-World-Assets (RWAs) tauschen, und zwar vollständig mit Hilfe von Smart Contracts.

Die Transaktionen wurden auf der Ethereum-Blockchain über ein genehmigtes Setup durchgeführt, und es war das erste Mal, dass diese Banken eine rechtsverbindliche Transaktion zwischen zwei Banken abschlossen, ohne sich auf die traditionelle Infrastruktur zu verlassen.

Smart Contracts werden eine zentrale Rolle spielen

SBA-Insider lobten mehrere Vorteile von Smart Contracts, wie z. B. die automatisierte Ausführung, verbesserte Transparenz und ein reduziertes Kontrahentenrisiko.

Sie betonten jedoch auch, wie wichtig es ist, einen genehmigten Rahmen zu verwenden, um sicherzustellen, dass Zahlungen rechtsverbindlich bleiben und den regulatorischen Standards entsprechen.

Im Moment verfügt die Schweiz über ein robustes inländisches Zahlungsnetzwerk, das auf Technologien wie dem Swiss Interbank Clearing (SIC)-System basiert, aber diese traditionellen Setups sind nicht darauf ausgelegt, programmierbare Bedingungen zu handhaben oder sich einfach in Blockchain-basierte Märkte zu integrieren, sagten die teilnehmenden Unternehmen.

Die Testergebnisse haben die "Machbarkeit" einer Aufrüstung der Zahlungsinfrastruktur mithilfe der Blockchain-Technologie bestätigt, aber die Teilnehmer sind der Meinung, dass noch mehr Arbeit erforderlich ist, um den operativen Maßstab zu erreichen.

Nach Angaben der SBVg würde eine breitere Umsetzung eine Zusammenarbeit über die Pilotbanken hinaus erfordern, um mehr Finanzinstitute, Infrastrukturanbieter und Regulierungsbehörden einzubeziehen, um Interoperabilität und Rechtsklarheit zwischen den Rechtsordnungen zu gewährleisten.

Herausforderungen bei der Skalierbarkeit, wie z. B. Durchsatzkapazität, On-Chain-Datenschutz und Integration in bestehende Bankensysteme, wurden ebenfalls als Bereiche identifiziert, die weiter verfeinert werden müssen.

Basierend auf den Ergebnissen glaubt Christoph Puhr, Leiter für digitale Vermögenswerte bei der UBS Group, dass "die Interoperabilität von Bankgeld über öffentliche Blockchains Realität werden kann", was sich in mehr "Innovation rund um tokenisierte Vermögenswerte" niederschlagen könnte.

Blockchain stört die traditionelle Infrastruktur

Blockchain als Technologie hat sich stetig in veraltete Finanzsysteme in verschiedenen Anwendungsfällen durchdrungen, wie z. B. grenzüberschreitende Abwicklungen, tokenisierte Wertpapiere, programmierbare Zahlungen und Marktplätze für reale Vermögenswerte (RWA).

Kürzlich hat die London Stock Exchange Group das allererste Blockchain-gestützte Fundraising abgeschlossen.

Anderswo in Deutschland hat die Gruppe der Börse Stuttgart eine Blockchain-basierte Abwicklungsplattform eingeführt, die den grenzüberschreitenden Handel mit tokenisierten Vermögenswerten in Europa abwickeln kann.

Anfang dieses Monats schlugen einige britische Handelsgruppen vor, die Blockchain-Technologie als Kern einer geplanten Technologiekooperation zwischen den USA und Großbritannien zu nutzen, die von Peter Mandelson, dem britischen Botschafter in Washington, unterstützt wird.