Trump hält 400 Millionen Dollar an Taiwan-Hilfe zurück, während die Handelsgespräche mit China voranschreiten

Trump hält 400 Millionen Dollar an Taiwan-Hilfe zurück, während die Handelsgespräche mit China voranschreiten
Diya Poddar
19. Sept. 2025, 11:16 AM
  • Die Entscheidung fällt mit den voranschreitenden Handelsgesprächen zwischen den USA und China zusammen.
  • Taiwan wird aufgefordert, seine eigenen Verteidigungsausgaben zu erhöhen.
  • Waffenverkäufe können Direktbeihilfen im Rahmen eines transaktionspolitischen Ansatzes ersetzen.

Die Herangehensweise der Vereinigten Staaten an Taiwan hat eine neue Wendung genommen, da Präsident Donald Trump sich weigerte, ein Militärhilfepaket im Wert von mehr als 400 Millionen Dollar zu unterzeichnen. Das Paket, das Munition und autonome Drohnen umfasste, wurde Anfang des Sommers abgelehnt.

Die Entscheidung ist noch nicht abgeschlossen, aber sie unterstreicht, wie die Trump-Regierung Taiwans Sicherheitsbedürfnisse gegen ihre Bemühungen um ein Handelsabkommen mit China abwägt.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Trump auf sein erstes Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping seit Juni vorbereitet, das signalisiert, dass militärische und handelspolitische Überlegungen zunehmend gemeinsam verhandelt werden.

Militärpaket auf Eis gelegt

Bloomberg berichtet, dass das Militärpaket im Wert von 400 Millionen US-Dollar voraussichtlich Taiwan über die Presidential Drawdown Authority erreichen würde, den gleichen Mechanismus, der zuvor von der Biden-Regierung verwendet wurde.

Trumps Team tendiert jedoch dazu, dass Taiwan direkt für die Waffen bezahlt, anstatt sie als Hilfe zu erhalten.

Experten merkten an, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werden könnte, aber die Verzögerung der Genehmigung unterstreicht die Präferenz der Regierung für ein transaktionales Modell der Außenpolitik.

Mit der Aussetzung des Pakets signalisiert die Trump-Regierung, dass Taipeh stärker in den Kauf eigener Rüstungsgüter investieren sollte, anstatt sich auf die Genehmigung von Hilfslieferungen durch Washington zu verlassen.

Handelsgespräche mit China im Zentrum

Der Zeitpunkt des Schritts fällt mit Trumps erneutem Vorstoß für ein umfassendes Handelsabkommen mit Peking zusammen. Der US-Präsident wird am Freitag ein Telefonat mit Xi Jinping abhalten, bei dem die Themen von Handelsbilanzen bis hin zum Schicksal der Aktivitäten von TikTok in den USA reichen sollen.

Eine mögliche Einigung könnte bei einem geplanten Treffen zwischen den beiden Staatschefs im nächsten Monat abgeschlossen werden.

China hat sich konsequent gegen Waffenlieferungen an Taiwan ausgesprochen, das es als Teil seines Territoriums betrachtet. Auf einem regionalen Verteidigungsforum in Peking am Donnerstag wiederholte der chinesische Verteidigungsminister Dong Jun seine Warnungen vor einer "Einmischung von außen" in Bezug auf Taiwan, was eine direkte Anspielung auf die Beteiligung der USA zu sein schien.

Die Verzögerung des Hilfspakets durch die Trump-Regierung könnte als strategischer Schachzug interpretiert werden, um die Spannungen mit Peking nicht weiter zu schüren, während die Verhandlungen über Handel und Technologie fortgesetzt werden.

Taiwan stärkt seine eigene Verteidigung

In der Zwischenzeit hat Taiwan seine Verteidigungsanstrengungen im Inland verstärkt. Die Regierung von Präsident Lai Ching-te hat angekündigt, die Militärausgaben zu erhöhen, wobei sie sich insbesondere auf den Ausbau der Drohnen- und Schiffsbeschaffung konzentriert.

In der vergangenen Woche hat die Regierung Sondermittel zur Stärkung dieser Programme bewilligt und damit die Bereitschaft Taipehs unterstreicht, seine Fähigkeiten eigenständig auszubauen.

Die Pause des Hilfspakets übt zusätzlichen Druck auf Taiwan aus, seine eigene Verteidigungsstrategie weiter zu finanzieren und gleichzeitig enge Beziehungen zu Washington aufrechtzuerhalten.

Für Taipeh wird es immer wichtiger, die internen Verteidigungsverpflichtungen mit der Unsicherheit der US-Entscheidungen in Einklang zu bringen, da die Spannungen zwischen den beiden Seiten der Taiwanstraße nach wie vor hoch sind.

Eine Verschiebung des Sicherheitsansatzes der USA

Sollte die Pause dauerhaft werden, würde dies eine deutliche Änderung in der Art und Weise bedeuten, wie Washington die Verteidigungsbeziehungen zwischen Taiwan verwaltet.

Anstatt sich auf sofortige Hilfstransfers zu verlassen, scheint die Trump-Regierung es vorzuziehen, dass Taiwan direkter in seine Sicherheit investiert. Dies passt zu breiteren politischen Positionen, die betonen, dass verbündete Nationen mehr zu ihren eigenen Verteidigungssystemen beitragen müssen.

Für Peking bedeutet die Verzögerung eine vorübergehende Erleichterung von einem potenziellen Krisenherd, aber sie spiegelt auch die Komplexität wider, wie Taiwans Sicherheit in größere Handels- und geopolitische Verhandlungen eingebunden wird.

Während Trump die Verhandlungen mit Xi Jinping gegen langjährige Verteidigungsverpflichtungen gegenüber Taiwan abwägt, könnten die kommenden Wochen darüber entscheiden, ob das Militärpaket vorankommt oder auf Eis gelegt bleibt.