Indien ermittelt gegen 400 Binance-Händler wegen Krypto-Steuerhinterziehung in Höhe von 42 Millionen US-Dollar

Indien ermittelt gegen 400 Binance-Händler wegen Krypto-Steuerhinterziehung in Höhe von 42 Millionen US-Dollar
Diya Poddar
13. Okt. 2025, 12:40 PM
  • Binance wurde 2023 verboten, trat aber 2024 nach Zahlung einer Strafe wieder in Indien ein.
  • Die Untersuchung erstreckt sich auf Gujarat, Maharashtra und Delhi.
  • Indien erhebt eine Steuer von 30 % und 1 % TDS auf Krypto-Gewinne und -Transaktionen.

Die indischen Steuerbehörden haben eine umfassende Untersuchung gegen mehr als 400 wohlhabende Kryptowährungshändler eingeleitet, die im Verdacht stehen, ihr Vermögen auf Binance versteckt zu haben, um Steuern zu hinterziehen.

Die Händler sollen es versäumt haben, zwischen 2022 und 2025 Gewinne aus dem Handel mit digitalen Vermögenswerten offenzulegen, die sich auf schätzungsweise 42 Millionen US-Dollar (350 Mrd. ₹) an unbezahlten Steuern beliefen.

Die Ermittlungen, die in Großstädten wie Gujarat, Maharashtra und Delhi koordiniert werden, stellen eine der umfangreichsten Razzien gegen Krypto-Steuerhinterziehung in der Geschichte des Landes dar.

Behörden verschärfen hartes Vorgehen gegen versteckte Krypto-Gewinne

Laut Berichten der Economic Times zielt die Untersuchung auf Händler ab, die die Peer-to-Peer (P2P)-Handelsfunktionen von Binance nutzten, um die obligatorischen Know Your Customer (KYC)-Prüfungen und Meldepflichten zu umgehen.

Diese Nutzer stehen im Verdacht, Kryptowährungen außerhalb regulierter Börsen zu transferieren, um Gewinne vor den Behörden zu verbergen.

Die Steuerbehörde hat die Regionalbüros angewiesen, bis zum 17. Oktober 2025 detaillierte Fortschrittsberichte vorzulegen, um weitere Steuerhinterziehung zu verhindern.

Die koordinierten Bemühungen spiegeln Indiens wachsende Kontrolle des Handels mit digitalen Vermögenswerten wider, der trotz strenger Steuer- und Compliance-Anforderungen stark zugenommen hat.

Berichten zufolge haben die betreffenden Händler ihre Bestände auf mehrere Wallets und Börsen verlagert, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern, was es den Behörden erschwerte, Transaktionen nachzuvollziehen.

Die Compliance-Bilanz von Binance steht erneut im Fokus

Die Aktivitäten von Binance in Indien waren bereits mit regulatorischen Turbulenzen konfrontiert.

Die Börse wurde 2023 verboten, nachdem sie gegen das Geldwäschegesetz des Landes verstoßen hatte, aber sie trat 2024 wieder auf den Markt, nachdem sie eine Strafe von 2,25 Millionen US-Dollar gezahlt und sich bei der Financial Intelligence Unit (FIU) registriert hatte.

Die laufende Untersuchung hat die Börse erneut ins Rampenlicht gerückt, da Binance nun Berichten zufolge mit den indischen Behörden zusammenarbeitet, indem es Benutzertransaktionsdaten weitergibt, um bei der Identifizierung der 400 mutmaßlichen Händler zu helfen.

Diese Zusammenarbeit markiert einen bedeutenden Wandel für das Unternehmen, das aufgrund seiner Compliance-Praktiken weltweit unter die Lupe genommen wurde.

Durch den Austausch von Informationen mit indischen Regulierungsbehörden will Binance das Vertrauen in einen Markt wiederherstellen, der für seine internationale Präsenz nach wie vor von entscheidender Bedeutung ist.

Indiens strenger Krypto-Steuerrahmen

Indien setzt eine der weltweit rigiden Steuerstrukturen für digitale Vermögenswerte durch. Auf alle Krypto-Gewinne gilt eine pauschale Steuer von 30 %, zusammen mit einer Quellensteuer von 1 % (TDS) auf Transaktionen über 10.000 ₹.

Für Personen mit hohem Einkommen können Zuschläge und eine Abgabe von 4 % die Gesamtsteuerschuld auf rund 42,7 % erhöhen.

Die Nichteinhaltung hat schwerwiegende finanzielle und rechtliche Konsequenzen.

Laut der Krypto-Investmentplattform Mudrex müssen Steuerzahler monatliche Zinsen von 1 % auf unbezahlte Gebühren zahlen, zusammen mit Strafen zwischen 1.000 und 5.000 ₹ für verspätete Einreichungen.

In schwerwiegenderen Fällen können sich die Behörden auf das Schwarzgeldgesetz (Undisclosure Foreign Income and Assets) berufen, das Strafen von bis zu 300 % des Steuerbetrags und sogar eine strafrechtliche Verfolgung ermöglicht.

Trotz dieser Maßnahmen erkunden viele Händler weiterhin Schlupflöcher im System.

Die Nutzung internationaler Börsen und dezentraler Handelsmethoden bleibt eine der größten Herausforderungen für die indischen Regulierungsbehörden, die daran arbeiten, die Durchsetzung an das sich schnell entwickelnde globale Krypto-Ökosystem anzupassen.

Zunehmende Koordination zwischen Regulierungsbehörden und Börsen

Die laufende Untersuchung signalisiert eine engere Zusammenarbeit zwischen Finanzaufsichtsbehörden und Kryptowährungsplattformen.

Die Unterstützung von Binance in dem Fall markiert einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Börsen unter dem indischen Compliance-Regime arbeiten sollen.

Es zeigt auch die wachsende Fähigkeit der Regierung, Blockchain-Transaktionen zurückzuverfolgen und sie mit realen Identitäten zu verknüpfen.

Da die Akzeptanz von Kryptowährungen in Indien weiter zunimmt, könnte der Fall einen Präzedenzfall für eine strengere Durchsetzung der Besteuerung digitaler Vermögenswerte schaffen.

Das Ergebnis der Untersuchung könnte die zukünftige Regulierung beeinflussen und die Börsen dazu veranlassen, noch strengere KYC- und Anti-Geldwäsche-Maßnahmen zu ergreifen, um auf dem indischen Markt funktionsfähig zu bleiben.