Warum ist Bitcoin wieder auf 90.000 $ zurückgefallen?
- Bitcoin fällt unter 90.000 US-Dollar, da die Unsicherheit der Fed und der schwache Risikobereitschaft ihren einmonatigen Abschwung vertiefen.
- Der Marktstress steigt durch sinkende Einzelhandelsnachfrage, starke Liquidationen und defensive Optionsströme.
- XRP setzt die Verluste unter 2,20 $ fort und sieht sich starkem Widerstand und dem Risiko tieferer Rückgänge gegenüber.
Der Rückgang von Bitcoin unter die 90.000-$-Schwelle hat einen einmonatigen Abschwung vertieft, der die Gewinne der Kryptowährung für 2025 und die unruhige Stimmung in der digitalen Asset-Landschaft ausgelöscht hat.
Der weltweit größte Token fiel während des Asienhandels um bis zu 2 % und in den letzten 24 Stunden um 5 %, was einen Rückgang von seinem Oktober-Rekord über 126.000 US-Dollar ausbaut und Bedenken hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der diesjährigen Rallye neu belebt.
Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde der Token für 89.955,27 $ gehandelt.
Der Rückgang markiert Bitcoins erste nachhaltige Bewegung unter 90.000 US-Dollar seit April, als die Preise auf 74.400 US-Dollar sanken, nachdem Präsident Donald Trumps erste Zollvorschläge die globalen Finanzmärkte erschüttert hatten.
Nun treibt eine andere Reihe von Zwängen voran, darunter veränderte Erwartungen an die US-Geldpolitik, eine schwächere Risikobereitschaft und eine gespannte spekulative Positionierung, den Abschwung.
Makroökonomische Gegenwinde setzen sich wieder durch.
Marktteilnehmer verweisen auf die zunehmende Unsicherheit über die nächsten Schritte der Federal Reserve als zentralen Treiber für die erneute Schwäche von Bitcoin.
Händler haben die Erwartungen an eine Zinssenkung im Dezember zurückgefahren, wobei die Quoten unter 50 % gefallen sind, was die Nachfrage nach spekulativen Vermögenswerten verringert, die von lockereren politischen Wetten profitiert haben.
Während die Aktienmärkte von den jüngsten Höchstständen abrutschen und die breitere Risikostimmung sich verschlechtert, bleibt Bitcoin exponiert.
Die Umkehr von Bitcoin folgt auch auf den Ausverkauf Anfang Oktober, der mehr als 19 Milliarden Dollar an Liquidationen auslöste und über 1 Billion Dollar an Token-Marktwert auslöschte.
Während institutionelle Investoren ihre Positionen weitgehend gehalten haben, hat das Einzelhandelsengagement deutlich abgenommen.
Dip-Käufe, einst eine verlässliche Quelle kurzfristiger Unterstützung, sind zurückgegangen, besonders bei hoch spekulativen Altcoins.
Ein weiterer Druckpunkt kommt von börsennotierten Unternehmen mit großen Treasuries für digitale Vermögenswerte.
Unternehmen wie Michael Saylor's Strategy Inc., das Anfang des Jahres bedeutende Krypto-Bestände anhäufte, stehen nun unter zunehmender Druck, da die Preise unter wichtige Akquisitionsniveaus fallen.
Manche könnten gezwungen sein, ihre Positionen neu zu bewerten oder auszubalancieren, wenn der Abschwung anhält.
Unterdessen deuten die Optionsmärkte darauf hin, dass Händler sich auf weitere Verluste vorbereiten.
Die Nachfrage nach Schutz-Puts auf den Strike-Niveaus von 85.000 und 80.000 US-Dollar hat die jüngsten Geldflüsse dominiert und den defensiven Ton des Marktes verstärkt.
Marktstruktur unter Belastung
Der jüngste Schritt unterstreicht, wie Bitcoin selbst nach der Reife zu einem weit verbreiteten Makro-Vermögenswert empfindlich gegenüber Veränderungen in der Liquiditätssituation und der Investorenpsychologie bleibt.
Erneute Fragen zu den Bewertungen, insbesondere nach dem raschen Aufstieg des Tokens auf Allzeithochs im Oktober, haben Gewinnschöpfung gefördert.
Das Fehlen klarer Katalysatoren für erneutes Aufwärtspotenzial hat zusätzlich zur Vorsicht beigetragen.
Da wichtige technische Niveaus nachgeben, ist das Momentum eindeutig negativ geworden, sodass der Markt nach stabilisierenden Kräften sucht.
Ob Langzeitinhaber weiterhin verpflichtet bleiben oder beginnen, ihre Positionen zu kürzen, wird wahrscheinlich darüber entscheiden, ob das 90.000-Dollar-Niveau zu einem vorübergehenden Mindestmaß oder zu einem Ausgangspunkt für weitere Abwärtskurse wird.
XRP sinkt gleichzeitig, da Altcoins an Schwung verlieren
Die allgemeinere Schwäche bei digitalen Vermögenswerten hat auch XRP beeinflusst, das seinen Rückgang nach dem Scheitern eines kurzen Erholungsversuchs über 2,30 $ verlängert hat.
Der Token fiel unter 2,250 $ und später unter die Schwelle von 2,20 $ und fiel auf einen Tiefstand von 2,105 $ ab, bevor er in eine Konsolidierungsphase eintrat.
XRP handelt nun unter 2,20 $ und unter seinem 100-Stunden-einfachen gleitenden Durchschnitt, wobei Widerstand um 2,20 $ und 2,220 $ besteht – letzterer verstärkt durch eine bärische Trendlinie.
Ein Schlusskurs oberhalb dieser Zone könnte den Weg in Richtung 2,28 $ bzw. 2,32 $ öffnen, aber die kurzfristige Verspannung bleibt negativ.
Wenn XRP 2,220 $ nicht überschreitet, warnen Analysten, dass der Rückgang mit Unterstützungsniveaus bei 2,120, 2,10 $ und möglicherweise 2,050 $ fortgesetzt werden könnte.
Ein Ausbruch unter diese Niveaus könnte den Token noch tieferen Verlusten gegenüber 2,020 $ und 1,880 $ aussetzen, was unterstreicht, wie sehr Altcoins im aktuellen Risiko-Off-Umfeld besonders anfällig bleiben.
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