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Die britische Regierung schlägt eine "No Gain, No Loss"-Steuer für DeFi-Nutzer vor

Die britische Regierung schlägt eine "No Gain, No Loss"-Steuer für DeFi-Nutzer vor
Charles Thuo
27. Nov. 2025, 18:38 PM
  • Laut dem Vorschlag wird die Kapitalertragssteuer bis zur tatsächlichen wirtschaftlichen Verwertung in DeFi aufgeschoben.
  • Die Regel "No Gain, No Loss" gilt für Single-Token-Darlehen, Multi-Token-AMMs und Krypto-Kredite.
  • Die CARF-Berichterstattung beginnt im Januar 2026 für britische Nutzer von Krypto-Diensten.

Die britische Regierung bemüht sich, die steuerliche Behandlung dezentraler Finanztransaktionen (DeFi) zu lockern, und schlägt einen "No Gain, No Loss"-Ansatz für Krypto-Kredite und Liquiditätspool-Arrangements vor.

Der Vorschlag, der darauf abzielt, die Steuerregeln an die wirtschaftlichen Realitäten von DeFi anzupassen, könnte erhebliche Entlastung für Nutzer bieten, die mit komplexen Berichtspflichten und unbeabsichtigten Steuerverpflichtungen im aktuellen System konfrontiert sind.

Ein großer Wandel in der DeFi-Besteuerung

Nach den bestehenden Regeln kann das Einzahlen von Kryptowährungen in Kreditprotokolle oder das Beitragen von Token an automatisierte Market Maker (AMMs) ein Kapitalertragssteuerereignis auslösen, selbst wenn der Nutzer tatsächlich keinen Gewinn erzielt hat.

Dies hat für DeFi-Nutzer Herausforderungen geschaffen, die häufig Vermögenswerte bewegen, was zu hohen administrativen Belastungen und Steuerergebnissen führt, die nicht mit der wirtschaftlichen Realität übereinstimmen.

Das vorgeschlagene Modell "No Gain, No Loss" (NGNL) würde die Kapitalertragssteuer aufschieben, bis eine echte wirtschaftliche Veräußerung erfolgt, was bedeutet, dass Nutzer nur dann Steuern zahlen würden, wenn sie Vermögenswerte verkaufen oder anderweitig so veräußern, dass sie einen realen Gewinn oder Verlust erzeugen.

HM Revenue and Customs (HMRC) hat angedeutet, dass dieser Ansatz für eine Reihe von DeFi-Aktivitäten gelten würde, darunter Single-Token-Darlehen, Multi-Token-AMMs und Krypto-Kredite, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind.

Wenn ein Nutzer Token einzahlt und später denselben Betrag zurückbekommt, würden die Zwischentransaktionen keine Kapitalertragssteuer auslösen.

Ähnlich würde bei Multi-Token-Arrangements die Steuer nur erhoben werden, wenn die Anzahl der zurückgegebenen Token vom ursprünglich beigezahlten Betrag abweicht und das tatsächliche wirtschaftliche Ergebnis widerspiegelt.

Branchenreaktion und Konsultation

Der Vorschlag hat breite Unterstützung von Branchenakteuren erhalten, darunter große DeFi-Plattformen wie Aave, Binance und Beratungsfirmen wie Deloitte.

Viele Befragte der HMRC-Konsultation 2023 hoben hervor, dass die aktuellen Steuervorschriften unverhältnismäßig hohe Verwaltungsbelastungen verursachen und nicht widerspiegeln, wie DeFi-Transaktionen in der Praxis ablaufen.

Befürworter argumentieren, dass das NGNL-Modell eine praktische Möglichkeit ist, die Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig die Fairness im Steuersystem zu bewahren.

Dennoch bleiben einige Herausforderungen bestehen. Hohe Transaktionsmengen könnten weiterhin Berichtsschwierigkeiten für einzelne Nutzer verursachen, weshalb klare Leitlinien und Softwarelösungen zur Einhaltung der Vorschriften erforderlich sind.

HMRC hat diese Bedenken anerkannt und arbeitet weiterhin mit Branchenteilnehmern zusammen, um die Regeln zu verfeinern und sicherzustellen, dass künftige Gesetzgebungen umsetzbar sind.

Die Regierung hat noch keinen Zeitplan festgelegt, wann die neuen Regeln in Kraft treten könnten, und den Nutzern wird geraten, vorerst weiterhin dem bestehenden Steuerrahmen zu folgen.

Weideres Auswirkungen auf britische Krypto-Nutzer

Der vorgeschlagene NGNL-Rahmen ist Teil einer umfassenderen Bemühung der britischen Regierung, ihren Ansatz zur Besteuerung von Kryptovermögenswerten zu modernisieren.

Zusätzlich zu DeFi plant HMRC, ab dem 1. Januar 2026 das Cryptoasset Reporting Framework (CARF) einzuführen, das britische Meldedienstanbieter verpflichtet, Informationen über ansässige Krypto-Nutzer zu sammeln und zu melden.

Die neuen Regeln zielen darauf ab, Klarheit und Konsistenz zu schaffen, während der Umfang auf typische DeFi-Token fokussiert bleibt, wobei Wertpapiere und tokenisierte reale Vermögenswerte ausgeschlossen werden.

Für DeFi-Nutzer könnte der Wechsel zu einem "No Gain, No Loss"-Modell transformierend sein.

Indem das Vereinigte Königreich erkennt, dass nicht alle Krypto-Bewegungen wirtschaftliche Veräußerungen darstellen, erkennt es die einzigartige Natur dezentralisierter Finanzmärkte an.

Diese Änderung könnte unbeabsichtigte Steuerlasten reduzieren und die Einhaltung der Vorschriften vereinfachen, sodass Nutzer mit größerem Vertrauen mit Kredit-, Staking- und AMM-Plattformen interagieren können.