Adobe-Aktie: Vor den Quartalszahlen ein Schnäppchen?

Adobe-Aktie: Vor den Quartalszahlen ein Schnäppchen?
Crispus Nyaga
04. März 2026, 15:25 PM

Der Kurs der Adobe-Aktie hat sich zuletzt stabilisiert und ist seit seinem Jahrestief um etwa 11 % gestiegen.

ADBE stieg auf $270, als Anleger den Rücksetzer kauften und auf die bevorstehenden Quartalsergebnisse warteten. Halten diese Gewinne also an oder handelt es sich um eine Bullenfalle?

Wall-Street-Analysten haben ihr Kursziel für Adobe stark gesenkt 

Der Aktienkurs von Adobe befindet sich in den vergangenen Jahren in einem deutlichen Abwärtstrend, der sich in diesem Jahr angesichts der Befürchtungen, fortschrittliche KI-Tools könnten das Geschäft belasten, beschleunigt hat.

Der Absturz fiel zeitlich mit dem anderer Softwareunternehmen wie Atlassian, Intuit und Salesforce zusammen.

Diese Befürchtungen sowie der anhaltende Kursverfall der Adobe-Aktie haben Wall-Street-Analysten dazu veranlasst, ihre Kursziele für das Unternehmen zu senken.

Beispielsweise senkte Jefferies das Kursziel von $400 auf $290.

Ähnlich reduzierte Piper Sandler das Ziel von $470 auf $330, UBS senkte von $375 auf $340. Weitere Analysten, die kürzlich ihre Ziele gesenkt haben, kommen von Firmen wie Oppenheimer, Goldman Sachs und BMO. Goldman ging am härtesten vor und startete seine Coverage mit einer Verkaufsempfehlung.

Trotzdem ist der Konsens der meisten Analysten, dass die Adobe-Aktie noch Aufwärtspotenzial hat. Das Konsens-Kursziel liegt bei $382, was 45 % über dem aktuellen Niveau liegt. Vor einem Jahr lag der Konsens hingegen bei $570, als die Aktie stieg.

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Adobe ist zum Schnäppchen geworden 

Zusätzlich zu den zunehmenden Ängsten vor KI-Störungen ist der Kurs der Adobe-Aktie aufgrund der Bewertungsbereinigung in der Softwarebranche eingebrochen.

Historisch hatten Softwareunternehmen einige der höchsten Bewertungsmultiplikatoren, da ihr Wachstum anhaltend war. Anleger konzentrierten sich auf ihre Wettbewerbsvorteile, die Fähigkeit zu weiteren Produktverkäufen und ihre regelmäßigen Cashflows.

Diese Bewertungsbereinigung hat Adobe zu einem stark unterbewerteten Unternehmen gemacht. Daten von Seeking Alpha zeigen, dass das Unternehmen ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (forward PE) von 11 aufweist. Im Vergleich dazu liegt der Fünfjahresdurchschnitt bei 30 und der Median des Technologiesektors bei 21.

Ähnliches zeigt sich bei anderen Bewertungskennzahlen. Beispielsweise ist das erwartete EV/EBITDA-Multiple auf 8 gesunken, deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 29.

Ein günstiges Unternehmen ist nicht immer eine gute Investition. Ein gutes Beispiel dafür ist die PayPal-Aktie, die seit einigen Jahren als Schnäppchen gilt und inzwischen Aufmerksamkeit von Stripe auf sich zieht.

Manchmal kann es jedoch sinnvoll sein, ein günstiges Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten zu kaufen. Im Fall von Adobe zeigten die jüngsten Zahlen, dass der Umsatz im dritten Quartal um 10 % wuchs, während der Free Cashflow auf ein Rekordhoch von $3,9 Mrd. anstieg.

Laut Yahoo Finance erwarten Analysten, dass der Jahresumsatz 2024 um 9,57 % lag und die Wachstumsrate in diesem Jahr 9,05 % betragen wird. Das EPS dürfte ebenfalls weiter wachsen, teilweise aufgrund von Aktienrückkäufen.

Prognose für den Adobe-Aktienkurs: Technische Analyse 

Adobe-Aktie
ADBE-Kurschart | Quelle: TradingView 

Der Wochenchart von Adobe sieht nicht gut aus. Er ist von $638 im Jahr 2024 auf aktuell $270 gefallen. Die Indizes S&P 500 und Nasdaq 100 sind im gleichen Zeitraum auf ein Rekordhoch gestiegen.

Ein genauerer Blick zeigt, dass die Aktie in der letzten Woche einen kleinen Hammer (Kerzenmuster) ausgebildet hat. Wie der Name andeutet, besteht dieses Muster aus einem kleinen Körper und einem langen unteren Schatten. Dieses Muster führt oft zu einer größeren Umkehr.

Daher dürfte die Aktie voraussichtlich weiter steigen, da die Bullen die Oberkante des absteigenden Kanals bei rund $300 anvisieren. 

Ein Rückfall unter das bisherige Jahrestief bei $245 würde die bullische Perspektive jedoch ungültig machen. Das würde bedeuten, dass Bären am Markt aktiv sind.