Bitcoin fällt unter 66.000 $ nach 14 Mrd. $ Optionsverfall – bärische Wetten steigen

Bitcoin fällt unter 66.000 $ nach 14 Mrd. $ Optionsverfall – bärische Wetten steigen
Ananthu C U
27. März 2026, 21:33 PM
  • Bitcoin fällt, nachdem ein 14 Mrd. $ Optionsverfall Preisstützen entfernt hat.
  • Bärische Wetten nehmen zu, Liquidationen erreichten $450 million innerhalb von 24 Stunden.
  • ETF-Abflüsse und makroökonomische Risiken halten den Kryptomarkt unter Druck.

Bitcoin fiel am Freitag auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen, da Händler nach dem größten Optionsverfall des Jahres zunehmend defensiver reagierten und sich ein breiterer Risikoaversionstrend an den globalen Märkten abzeichnete.

Die weltweit größte Kryptowährung sank um bis zu 5 % auf $65,547, fiel damit unter die Marke von $66,000 und setzte die jüngste Schwäche fort.

Die Bewegung erfolgt, während Bitcoin in den letzten Wochen weitgehend zwischen rund $60,000 und $75,000 gehandelt wurde, deutlich unter dem Höchststand von Oktober 2025 von etwa $126,000.

Der jüngste Rückgang fiel mit sinkenden US-Aktienkursen und steigenden Ölpreisen zusammen, während Anleger mit geopolitischer Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt und dessen Folgen für Inflation und Wachstum rangen.

Optionsverfall entfernt wichtigen Preisstützpunkt

Ein entscheidender Treiber der jüngsten Bewegung war der Verfall von rund $14 billion in Bitcoin-Optionen am Freitag, einer der größten vierteljährlichen Rollovers im Derivatemarkt.

„Mit dem Verfall hinter uns ist der Price-Pin verblasst, und der Markt beginnt seine wahre Richtungsabsicht zu zeigen“, sagte Pratik Kala, Portfolio-Manager bei Apollo Crypto, einem Digital-Asset-Hedgefonds, in einem Bloomberg-Bericht.

Die Entfernung dieses sogenannten „Price-Pin“ hat Bitcoin anfälliger für Richtungsbewegungen gemacht, während Händler sich nun in einem unsichereren makroökonomischen Umfeld neu positionieren.

Daten von Deribit zeigen, dass das höchste Open Interest nun in $60,000-Put-Optionen konzentriert ist, Instrumente, die typischerweise zur Absicherung gegen Abwärtsrisiken genutzt werden.

Das Put/Call-Verhältnis ist in den vergangenen 24 Stunden auf 1.3 gestiegen, was auf eine erhöhte Nachfrage nach Schutz gegen weitere Rückgänge hinweist.

Auch Liquidationen haben sich beschleunigt: In den vergangenen 24 Stunden wurden rund $450 million vernichtet, was die erhöhte Volatilität im Derivatemarkt widerspiegelt.

Bärische Positionierung baut sich im Derivatemarkt auf

Positionsdaten deuten auf eine zunehmende Neigung zu bärischen Wetten im gesamten Kryptomarkt hin.

Long-Positionen traf es besonders hart: Fast $300 million an bullischen Futures-Wetten wurden in den vergangenen 24 Stunden ausgelöscht, verglichen mit nur $50 million an Short-Positionen.

Dies ist das fünfte Mal innerhalb von 10 Tagen, dass Long-Liquidationen solche Ausmaße erreichen, was darauf hindeutet, dass Händler auf eine Rally gesetzt hatten, die mit den geopolitischen Entwicklungen verbunden war, die jedoch ausblieben.

XRP-Futures liefern ein klares Beispiel für diese Verschiebung. Die Preise fielen um mehr als 2,5 %, obwohl das Open Interest um 2 % auf 1.95 billion Tokens stieg, das höchste Niveau seit Anfang Februar.

Diese Kombination weist auf zunehmendes Short-Interesse in einem fallenden Markt hin.

Bei großen Tokens – darunter bitcoin, solana, dogecoin und BNB – untermauern Derivatemetriken wie negative Funding-Raten und ein rückläufiges kumulatives Volumendelta den bärischen Ton.

Gleichzeitig sind die impliziten Volatilitätsindizes für Bitcoin und Ethereum weiter gesunken, was darauf hindeutet, dass Händler noch keinen starken oder ungeordneten Ausverkauf einpreisen.

Makrobelastungen und ETF-Abflüsse drücken die Stimmung

Über die Derivate hinaus belasten auch breitere makroökonomische Faktoren Bitcoin. Steigende Ölpreise – die über $100 per barrel liegen – und die Befürchtung eines langwierigen Konflikts im Nahen Osten haben die Risikobereitschaft gedämpft.

Die Wall Street spiegelt diesen vorsichtigen Ton wider: Der S&P 500 steuert auf seine längste wöchentliche Verlustserie seit 2022 zu, während der Nasdaq 100 in den Korrekturbereich eingetreten ist.

Auch die Anlegerzuflüsse in kryptobezogene Produkte sind volatil geworden.

Während der März etwa $1.4 billion an Nettozuflüssen in Bitcoin-ETFs verzeichnete, zeigen die jüngsten Handelssitzungen die Verwundbarkeit.

Am Donnerstag zogen Anleger $171 million aus Spot-ETFs ab, während sich die gesamten Abflüsse über krypto-fokussierte ETFs auf $260 million beliefen.

Der iShares Ethereum Trust ETF verzeichnete rund $140 million an Abflüssen, den größten Wert seit zwei Monaten.

Für den Moment bleibt Bitcoin zwischen konkurrierenden Kräften gefangen: makroökonomischer Unsicherheit, sich verschiebender Derivate-Positionen und fragiler Anlegerstimmung.

Während ein Waffenstillstand im Nahen Osten die Preise steigen lassen und bärische Wetten auflösen könnte, deutet das aktuelle Bild darauf hin, dass sich der Markt kurzfristig auf weitere Abwärtsrisiken vorbereitet.