Disney plant offenbar bis zu 1.000 Entlassungen

  • Disney plant unter dem neuen CEO D’Amaro bis zu 1.000 Entlassungen.
  • Die Kürzungen betreffen vor allem das Marketing, während das Unternehmen seine Abläufe strafft.
  • Der Schritt spiegelt den Druck durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beim Streaming und den verschärften Wettbewerb wider.

The Walt Disney Company bereitet offenbar vor, bis zu 1.000 Stellen abzubauen, was einen der ersten größeren Schritte unter dem neuen CEO Josh D’Amaro markieren würde, so ein Bericht des Wall Street Journal.

Die Entlassungen dürften mehrere Unternehmensbereiche betreffen, wobei ein erheblicher Teil aus Disneys kürzlich zusammengelegter Marketingabteilung stammt.

Den Angaben zufolge waren die Pläne bereits in Vorbereitung, bevor D’Amaro formell die Leitung übernahm.

Kosten­druck treibt Restrukturierung

Die jüngste Entlassungsrunde bei Disney spiegelt die breiteren Herausforderungen wider, mit denen die Unterhaltungsbranche konfrontiert ist.

Das Unternehmen passt sich wie seine Wettbewerber an eine veränderte Wirtschaftlichkeit an, da Streaming im Vergleich zum traditionellen linearen Fernsehen geringere Gewinne abwirft.

Gleichzeitig haben sich die Einspielergebnisse abgeschwächt und der Wettbewerb durch Technologieplattformen hat sich verschärft.

Unternehmen wie Amazon und YouTube sind zu bedeutenden Rivalen um Zuschaueraufmerksamkeit und Werbegelder geworden.

Disney versucht, Ressourcen freizusetzen, um in digitale Geschäfte zu investieren, in denen das Unternehmen langfristig stärkere Wachstumschancen sieht.

Die Maßnahmen von Disney sind Teil eines breiteren Trends im Medien- und Unterhaltungssektor.

Studios wie Sony Pictures, Paramount und Warner Bros. Discovery haben in den vergangenen Jahren ebenfalls Personalabbau umgesetzt.

Weitere Entlassungen könnten folgen, falls Paramount den geplanten Erwerb von Warner Bros. Discovery abschließt, heißt es in dem Bericht.

Teil eines umfassenderen Personalabbaus

Die geplanten Entlassungen folgen einer mehrjährigen Restrukturierungsinitiative.

Seit der Rückkehr von Bob Iger zur Konzernspitze 2022 hat Disney bereits mehr als 8.000 Stellen abgebaut.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 beschäftigte Disney rund 231.000 Personen, wobei etwa 80 % in der Experiences‑Sparte tätig sind, zu der Themenparks und Konsumgüter gehören.

Die meisten Personalreduzierungen fanden in den Bereichen Entertainment, ESPN und in der Konzernverwaltung statt, während Geschäftsbereiche wie Themenparks und Kreuzfahrten weiter gewachsen sind.

Konsolidierungs‑ und Integrationsbemühungen

Disney konsolidiert Abläufe, um die Effizienz zu verbessern und Kosten zu senken.

Im Januar hat das Unternehmen das Marketing seiner Entertainment-, Experiences‑ und Sport‑Sparten unter einem Chief Marketing Officer, Asad Ayaz, zusammengeführt.

Die Initiative, die auf die Straffung von Abläufen und Kostensenkungen abzielt, ist intern als Project Imagine bekannt.

Das Unternehmen integriert zudem seine Streaming‑Plattformen, indem Teams von Disney+ und Hulu zusammengelegt werden, mit dem Ziel, beide Dienste in einer einzigen Anwendung zu vereinen.

Disney arbeitet dabei mit Beratern von Bain & Company an seiner Kostensenkungsstrategie.

Fokus auf Zusammenarbeit und Aktienentwicklung

D’Amaro hat seit seiner Amtsübernahme vor einem Monat noch keine detaillierte Langfriststrategie dargelegt.

Der Bericht fügte jedoch hinzu, dass eine seiner Prioritäten die bessere Koordination zwischen den Sparten zur Effizienzsteigerung ist.

Mitarbeitende hatten damit gerechnet, dass Entlassungen Teil dieser Maßnahmen sein würden.

Die Wirksamkeit der Restrukturierung wird sich letztlich an ihren Auswirkungen auf Disneys finanzielle Performance und den Aktienkurs messen lassen.

Die Aktie ist seit ihrem Höchststand 2021 um nahezu 50 % gefallen und notiert derzeit auf einem Niveau, das dem vor etwa einem Jahrzehnt ähnelt.