Ukraine peilt 14,6 Mrd. m³ Gasspeicher für die nächste Heizsaison an

Ukraine peilt 14,6 Mrd. m³ Gasspeicher für die nächste Heizsaison an
Rivanshi Rakhrai
09. Apr. 2026, 14:04 PM
  • Ukraine peilt höhere Gasspeicherbestände für die nächste Heizsaison an.
  • Mindestreserve auf 13,2 Mrd. m³ festgelegt, sagt Minister.
  • Importe können je nach Preisen und Sicherheitslage schwanken.

Ukraine strebt an, vor der Heizsaison 2026–2027 14,6 Milliarden Kubikmeter (Mrd. m³) Erdgas in Untertagesspeichern anzusammeln, sagte Energieminister Denys Shmyhal.

In einer am Donnerstag über Telegram geteilten Stellungnahme bezeichnete Shmyhal das Ziel von 14,6 Mrd. m³ als Basis-Szenario des Landes, während er 13,2 Mrd. m³ als minimale, kritisch erforderliche Reservehöhe nannte.

Die Äußerungen des Ministers signalisieren anhaltende Vorsicht in der Energieplanung der Ukraine, während das Land anhaltende geopolitische und infrastrukturelle Herausforderungen bewältigt.

Baseline aligned with previous winter levels

Ukraine trat in die vorige Heizsaison im Oktober 2025 mit rund 13,2 Mrd. m³ Gas in den Speichern ein, was darauf hindeutet, dass die Mindestanforderung für den kommenden Winter eng an die früheren Niveaus anknüpft.

Shmyhal machte jedoch weder Angaben zum aktuellen Gasvolumen in den Speichern noch zu konkreten Zahlen geplanter Importe.

Er warnte, dass die Unsicherheit hoch bleibe, und sagte: „Es ist klar, dass der nächste Winter genauso herausfordernd sein wird wie dieser.

Daher kann die Prognose angesichts der aktuellen Lage je nach Sicherheitslage angepasst werden.“

Die Erklärung unterstreicht die dynamische Natur der Energieperspektive der Ukraine, insbesondere vor dem Hintergrund anhaltender Sicherheitsrisiken.

Infrastructure planning and import routes under review

Shmyhal wies darauf hin, dass das staatliche Energieunternehmen Naftogaz zusammen mit dem Ukrainian Gas Transmission System Operator aktiv daran arbeitet, Kapazitäten für künftige Gasimporte zu sichern.

Es wird zudem daran gearbeitet, die operative Gültigkeit des sogenannten Vertical Gas Corridor zu verlängern, einer wichtigen Route, die es der Ukraine ermöglicht, LNG-Lieferungen (Flüssigerdgas) von Terminals in Griechenland zu empfangen.

Diese Infrastruktur ist zunehmend wichtig geworden, da die Ukraine bestrebt ist, die Bezugsquellen zu diversifizieren und Stabilität im Energiesystem zu gewährleisten.

Imports fluctuate amid shifting market conditions

Die Gasimportstrategie der Ukraine hat sich in den letzten Monaten deutlich weiterentwickelt. Nach den verstärkten russischen Angriffen auf die inländische Gasproduktionsinfrastruktur Ende letzten Jahres

war das Land gezwungen, die täglichen Gasimporte auf etwa 24 Millionen Kubikmeter (Mio. m³) zu erhöhen.

Seit dem 1. April sind die Importe jedoch deutlich zurückgegangen.

Analysten gehen davon aus, dass die Importniveaus mindestens bis April gedämpft bleiben dürften, mit der Möglichkeit erhöhter Einkaufsaktivitäten, falls die europäischen Gaspreise fallen.

Die Dynamik der globalen Energiemärkte, einschließlich der Auswirkungen des Kriegs im Iran, hat zu steigenden Gas- und Ölpreisen beigetragen und die Beschaffungsstrategie der Ukraine weiter verkompliziert.

Domestic production may reduce reliance on imports

Laut Analysten der in Kiew ansässigen Beratungsfirma ExPro schloss die Ukraine die Heizsaison 2025–2026 am 10. März mit Gasreserven von 9,5 Mrd. m³ ab.

Dieses Niveau wurde als 1,6-mal höher als die Reserven ein Jahr zuvor angegeben.

Die Analysten deuteten an, dass die Ukraine möglicherweise ausreichende Gaslieferungen für die nächste Heizsaison allein durch die heimische Produktion sichern könne und so teure Importe vermeiden könnte.

Diese Einschätzung könnte der ukrainischen Energiesparte etwas Entlastung verschaffen, die weiterhin unter erheblichen wirtschaftlichen und geopolitischen Belastungen arbeitet.