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US-Arbeitsbehörde sieht Verletzung des Arbeitsrechts durch Chipotle

US-Arbeitsbehörde sieht Verletzung des Arbeitsrechts durch Chipotle
Michael Harris
22. Dez. 2019, 22:42 PM
  • Der General Counsel der Bundesbehörde NLRB sieht einen Verstoß gegen das Arbeitsrecht.
  • Chipotle hat einen Mitarbeiter aus New York entlassen, nachdem er sich über Probleme am Arbeitsplatz beschwert hatte.
  • Ein Chipotle-Manager drohte Mitarbeitern wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten.
  • Die Aktie der US-Schnellrestaurantkette hat sich 2019 im Wesentlichen positiv entwickelt.

Wie am Freitag bekannt wurde, hat der Syndikus (General Counsel) der US-Arbeitsbehörde festgestellt, dass Chipotle einen Verstoß gegen das Arbeitsrecht der Vereinigten Staaten begangen hat. Das Unternehmen soll einen Mitarbeiter aus New York entlassen haben, nachdem dieser sich wiederholt über die Anforderungen am Arbeitsplatz beschwert hatte. Der Mitarbeiter soll auch versucht haben, sich an eine Gewerkschaft zu wenden.

Die Beschwerde wurde am 12. Dezember vom National Labor Relations Board (NLRB) eingereicht. Eine Kopie der Beschwerde wurde an die Gewerkschaft 32BJ geschickt, die sich sich aktiv an der Organisation des Personals der Restaurantkette beteiligt.

Chipotle hat bisher keine weiteren Informationen über den Vorfall bekannt gegeben oder diesen kommentiert.

Chipotle-Manager drohte Beschäftigten wegen ihrer Beteiligung an Gewerkschaftsaktivitäten

Laut Peter Robb, dem General Counsel der NLRB, drohte ein Manager eines Chipotle-Restaurants in Manhattan den Beschäftigten nicht nur damit, dass sie wegen ihrer Gewerkschaftsaktivitäten entlassen werden könnten, sondern deutete sogar körperliche Gewalt an, falls ein solcher Vorfall bekannt würde. Der Manager versprach außerdem Belohnungen und Beförderungen für Mitarbeiter, die den Vorgesetzten Informationen über solche Aktivitäten brächten.

Ein weiterer Manager einer anderen Niederlassung von Chipotle in Manhattan wurde laut der Beschwerde ähnlicher Einschüchterungen beschuldigt. Nachdem er sich über Probleme am Arbeitsplatz einschließlich der Arbeitszeitplanung beschwert hatte, wurde auch dort einer der Mitarbeiter entlassen.

Die Beschwerde zielt darauf ab, dass die amerikanische Kette von Schnellrestaurants den entlassenen Mitarbeiter wieder einstellt und ihm eine Entschädigung für den Schaden anbietet. Der General Counsel ist sowohl für die Untersuchung als auch für die strafrechtliche Verfolgung von Fällen unlauterer Arbeitspraktiken verantwortlich. Peter Robb wurde im November 2017 von Präsident Trump zum General Counsel ernannt. 

Die Muttergewerkschaft von 32BJ, die Service Employees International Union, ist an der Organisierung der Arbeiter bei McDonald's beteiligt und vor allem für die Kampagne für einen 15-Dollar-Mindestlohn bekannt.

Chipotle muss sich bis zum 26. Dezember zur Beschwerde äußern

Chipotle kann sich bis zum 26. Dezember Zeit lassen, um auf die Beschwerde zu reagieren. Der 2. März 2020 wurde als Termin für die Anhörung angesetzt.

Im Anschluss an die Klage erlitt die Chipotle-Aktie am Freitag Verluste. Die Aktie eröffnete am Freitag bei $838 und wurde vor Börsenschluss um $832 gehandelt. Trotzdem blieb die bisherige Jahresperformance der amerikanischen Schnellrestaurantkette sehr positiv. Die Aktie hat 2019 einen Gewinn von rund 90 % verzeichnet. Sie startete mit 443 Dollar in das Jahr und erreichte nach beständigen Aufwärtsrallys im August ein Rekordhoch von 851 Dollar.