EZB-Politiker ermuntert EU-Banken, Libra mit einer billigeren Zahlungslösung zu bekämpfen

EZB-Politiker ermuntert EU-Banken, Libra mit einer billigeren Zahlungslösung zu bekämpfen
Ali Raza
04. Jan. 2020, 14:04 PM
  • Der politische Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank, Jens Weidmann, sprach kürzlich über Facebooks 'Libra' und wie die Zentralbanken darauf reagieren sollten.
  • Während Banken auf der ganzen Welt begonnen haben, ihre eigenen CBDCs zu entwickeln, nachdem Libra angekündigt wurde, glaubt Weidmann, dass dies nicht die Antwort ist.
  • Er ist der Ansicht, dass CBDCs sorgfältig untersucht werden sollten, dass die Blockchain den derzeit verwendeten Technologien nicht überlegen ist und dass diese Technologien verbessert und nicht ersetzt werden müssen.

Laut Jens Weidmann, der als politischer Entscheidungsträger für die Europäische Zentralbank (EZB) sowie als Präsident der deutschen Zentralbank fungiert, sollten die europäischen Banken mit ihrer Reaktion auf Libra vorsichtig sein. Er glaubt nicht, dass die Schaffung einer Gegenlösung wie dem digitalen Euro der richtige Weg ist.

Stattdessen ist Weidmann der Ansicht, dass europäische Banken eine schnellere und kostengünstigere Lösung schaffen sollten, um ihre Kunden zu halten und den Vorteilen der Facebook-Libra entgegenzuwirken.

In seinem Interview mit dem deutschen Handelsblatt erklärte Weidmann, er denke nicht, dass der Staat immer gleich angerufen werden sollte. Stattdessen sollten Unternehmen diejenigen sein, die ein Angebot entwickeln, das die Kundenanforderungen erfüllt. Dies bedeutet, dass er der Ansicht ist, dass Banken zunächst versuchen sollten, vorhandene Technologien zu verbessern und CBDCs, ihre Vor- und Nachteile zu definieren und zu verstehen.

Für CBDCs ist es noch zu früh

Weidmann ist der Meinung, dass es für CBDCs noch zu früh ist. Auf der anderen Seite ist die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, der Ansicht, dass die Zentralbanken in Bezug auf Stallmünzen der Kurve einen Schritt voraus sein sollten. Lagarde kündigte an, dass die EZB bereits Pläne hat, eine Arbeitsgruppe für Kryptowährungen zu schaffen, die bis Mitte 2020 gebildet werden soll.

Inzwischen bereiten sich mehrere Länder auf der ganzen Welt darauf vor, ihre eigenen nationalen Kryptos zu starten, darunter China und Schweden. Weidmann ist nach wie vor der Ansicht, dass dies nicht der richtige Weg sei, und er erklärte, dass China zwar schneller sein könne, sein politisches System jedoch völlig anders sei.

Was die deutsche Zentralbank betrifft, so hat sie trotz Weidmanns Haltung auch Experimente mit Kryptowährungen durchgeführt. Als er im Interview danach gefragt wurde, erwähnte er, dass es sich bei den Experimenten um den Zahlungsverkehr zwischen Geschäftsbanken und der Zentralbank handele. Er scheint jedoch der Ansicht zu sein, dass Blockchain nicht effizienter ist als die bereits vorhandene zentrale Verarbeitung