Invezz

ZEW, Die deutsche Wirtschaftsstimmung sinkt im Februar stark

ZEW, Die deutsche Wirtschaftsstimmung sinkt im Februar stark
Michael Harris
19. Feb. 2020, 12:32 PM
  • ZEW Die deutsche Wirtschaftsstimmung sinkt im Februar stark.
  • Die deutsche Wirtschaftsstimmung des ZEW lag im Februar bei 8,7 gegenüber 20,0 erwartet.
  • Die Wirtschaftsstimmung der ZEW-Eurozone lag im Februar bei 10,4 gegenüber 30,0.

Das Europäische Wirtschaftsforschungszentrum ZEW hat am Dienstag den monatlichen Index der Wirtschaftsstimmung veröffentlicht. Der Bericht, der deutlich unter der Prognose der Ökonomen für Februar lag, belastete den Euro auf dem Devisenmarkt, der nach der Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten sofort an Boden verlor.

Rekorde der deutschen Wirtschaftsstimmung bei 8,7 im Februar gegenüber 20,0 erwartet

Laut den Daten vom Dienstag blieb die deutsche Wirtschaftsstimmung im Februar stark unter Druck. Der Index wurde im Januar bei 26,7 veröffentlicht. Angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung, die auf den jüngsten Ausbruch von Coronavirus in China zurückzuführen ist, erwarteten Analysten jedoch einen Rückgang des Index auf 20,0 im Februar. Mit 8,7 deutlich niedriger gedruckt, führten die Daten jedoch zu einem 34-Monats-Tief in EUR / USD, das am Dienstag bei 1,0785 notierte. Zum Zeitpunkt des Schreibens hat das Währungspaar einen Teil des Verlusts wieder aufgeholt und wechselt bei etwa 1,0815 die Hände.

Der Subindex für die aktuellen Bedingungen wurde dagegen im Februar bei -15,7 veröffentlicht. Die Zahl wurde im Januar auf einen viel höheren Wert von -9,5 begrenzt. Der Subindex sollte ebenfalls im Februar fallen, wobei Experten davon ausgehen, dass er stattdessen bei -10,3 gedruckt wird. Wie aus den Daten vom Dienstag hervorgeht, war der Rückgang des Subindex für die aktuellen Bedingungen im Februar ebenfalls alarmierend.

Das ZEW veröffentlichte auch den Bericht über die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone insgesamt. In der Eurozone lag der Index der Wirtschaftsstimmung im Januar bei 25,6. Nach Angaben der Analysten sollte der Index im Februar auf 30,0 steigen. In den Daten vom Dienstag wurde jedoch festgestellt, dass der Index im Februar bei 10,4 lag.

Präsident Professor Achim Wambach kommentiert die Daten vom Dienstag

Laut Professor Achim Wambach, Präsident des ZEW:

„Die befürchteten negativen Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie in China auf den Welthandel haben zu einem erheblichen Rückgang des ZEW-Indikators für die wirtschaftliche Stimmung in Deutschland geführt. Besonders stark sind die Erwartungen an die Entwicklung der exportintensiven Wirtschaftssektoren gesunken. Außerdem verlief die deutsche Wirtschaft Ende 2019 und Anfang 2020 schlechter als erwartet. Sowohl die Abwärtskorrektur der Einschätzung der wirtschaftlichen Situation als auch der Rückgang der Erwartungen zeigen deutlich, dass die wirtschaftliche Entwicklung derzeit eher fragil ist. “

Wirtschaftswissenschaftler haben einen Großteil des Rückgangs im Februar auf die Vorsicht der deutschen Investoren zurückgeführt, dass der Gesundheitsnotstand in China das Welthandelsszenario in den kommenden Monaten weiter verschlechtern und sich in einer tieferen Rezession im deutschen verarbeitenden Gewerbe äußern könnte.

Die Wirtschaftsdaten vom Dienstag haben die Erwartungen gestärkt, dass die größte europäische Volkswirtschaft im ersten Halbjahr 2020 voraussichtlich weiter an Dynamik verlieren wird.