EUR/USD: Dollar-Index steigt vor dem FOMC-Protokoll und den Arbeitslosenanträgen

EUR/USD: Dollar-Index steigt vor dem FOMC-Protokoll und den Arbeitslosenanträgen
Written by:
Crispus Nyaga
8th April, 15:48
Updated: 28th April, 14:42
  • Der US-Dollar-Index stieg, während der Markt auf die FOMC-Protokolle und die ersten Daten zu den Arbeitslosenanträgen wartet.
  • Von Bloomberg befragte Ökonomen erwarten, dass die Forderungen in der vergangenen Woche um 5 Millionen gestiegen sind.
  • Die Analysten von JP Morgan erwarten einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um mehr als 7 Millionen.

Der US-Dollar-Index stieg um 0,40% vor den wöchentlichen Daten zu den Arbeitslosenanträgen und dem FOMC-Protokoll. Der EUR/USD fiel um 25 Basispunkte, während der Dollar um 0,60% bzw. 0,20% gegenüber dem australischen Dollar und dem Pfund Sterling stieg. Der Index ist seit Jahresbeginn um mehr als 3,5% gestiegen.

Dollar-Index steigt

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Dollar index rises

US-Coronavirus-Fälle steigen in die Höhe

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle nahm in den Vereinigten Staaten weiter zu. Nach Angaben der Regierung sind fast 400.000 Amerikaner mit der Krankheit infiziert worden. Etwa 12.000 Menschen sind gestorben, 22.000 haben sich erholt. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kurve allmählich abflacht, da die meisten Amerikaner soziale Distanz und die Arbeit von zu Hause aus schätzen.

In Europa hat die Coronavirus-Kurve begonnen, sich abzuflachen, und mehrere Länder wie Belgien, Spanien und Italien erwägen eine Lockerung. Dennoch gibt es Befürchtungen über Sekundärinfektionen bei der Rückkehr in den Beruf.

In Japan wird die Zahl der Fälle voraussichtlich steigen, da die Regierung ein Konjunkturpaket in Höhe von 1 Billion Dollar auf den Weg bringt. In China ist die Zahl der Fälle ebenfalls gestiegen. Es wurden jedoch Fragen nach der Genauigkeit dieser Zahlen gestellt. All dies könnte sich auf den US-Dollar-Index auswirken, da der USD oft als sicherer Hafen angesehen wird.

US-Arbeitslosenansprüche im Visier

Der Markt beobachtet nun die ersten Daten zu den Arbeitslosenanträgen, die morgen veröffentlicht werden. Von Blomberg befragte Ökonomen erwarten, dass die Zahl der Arbeitslosenanträge auf etwa 5 Millionen steigen wird. Dies wird niedriger sein als die 6 Millionen Anträge, die eine Woche zuvor eingereicht wurden. Damit wird sich die Zahl der Anträge der letzten drei Wochen auf fast 15 Millionen belaufen, was eine historische Zahl ist.

Andere Analysten sind weniger optimistisch. Die Ökonomen von JP Morgan (NYSE: JPM) erwarten, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in der vergangenen Woche um 7 Millionen gestiegen ist. Ein anderer Analyst hat vorausgesagt, dass die Zahl der Anträge auf 25 Millionen ansteigen wird, da die Coronavirus-Pandemie weiterhin besteht.

Die Daten dieser Woche könnten eine zusätzliche Zahl aus Florida widerspiegeln, das in der vergangenen Woche eine Hausbesuchs-Ordnung angenommen hat.

Gleichzeitig haben immer mehr amerikanische Unternehmen ihre Mitarbeiter weiter beurlaubt. Gestern kündigte TJX an, dass es die meisten seiner Mitarbeiter beurlaubt und die Gehälter der Führungskräfte kürzen werde. Dasselbe gilt für Tesla (NYSE: TSLA), das seine Mitarbeiter bis zum 4. Mai beurlauben wird.

Unterdessen spricht die Trump-Regierung von einer weiteren Runde Stimulus-Anreize. Trump selbst hat die Einrichtung eines Fonds von 2 Billionen Dollar zur Finanzierung der Infrastruktur des Landes unterstützt. Gestern reichte Steven Mnuchin einen Antrag auf 250 Milliarden Dollar für kleine Unternehmen ein.

FOMC-Protokoll im Auge

Der Markt verfolgt auch das Protokoll des FOMC für das Treffen, das vor drei Wochen stattfand. Diese Protokolle sind wichtig, weil sie dem Markt ein Bild von den Beratungen der Mitglieder vermitteln. Bei der letzten Sitzung hat der Ausschuss als Reaktion auf die Coronavirus-Sitzung die Sätze um 0,25% gesenkt.

Die Mitglieder senkten die Tarife dann erneut um 100 Basispunkte, als sich die Krankheit als Pandemie herausstellte. Später leiteten sie eine unbefristete quantitative Lockerung ein, die die Bilanz der Fed bisher um mehr als 2 Billionen Dollar erweitert hat.

In den FOMC-Sitzungen werden Investoren und Analysten die Gedanken des Ausschusses kennenlernen und ihre Pläne für die nächsten Wochen abschätzen.

Technischer Ausblick EUR/USD

EUR/USD technical analysis

Der Euro hat die größte Gewichtung im US-Dollar-Index. Betrachtet man die Stunden-Chart der EUR/USD-Paarung, so zeigt sich, dass das Paar am Freitag und Montag bei etwa 1,0771 einen doppelten Tiefststand erreicht hat. Die Paarung hat dann einen Teil der gestern erzielten Gewinne wieder zurückgenommen und wird bei 1,0862 gehandelt. Die exponentiell gleitenden Durchschnittswerte der 14- und 28-Perioden versuchen sich zu kreuzen, während der RSI rückläufig ist. Das Paar wird wahrscheinlich weiter fallen und möglicherweise die 1,0800-Unterstützung testen.

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