US-Dollar fällt von jüngsten Höchstständen – Markt richtet Blick auf Inflationsdaten

US-Dollar fällt von jüngsten Höchstständen – Markt richtet Blick auf Inflationsdaten
Rivanshi Rakhrai
09. Juni 2026, 09:48 AM

Unterstützt von

Invezz
Long auf EUR/USD

Kaufen Sie EUR/USD. Der Dollar schwächt sich ab, da die Nachfrage nach sicheren Häfen aus dem Nahen Osten nachlässt, während der Markt sich auf das Risiko durch US‑CPI/PPI verlagert. Zugleich gibt es in Europa einen kurzfristigen Katalysator: Es wird erwartet, dass die EZB am Donnerstag erstmals seit fast drei Jahren anhebt, was den EUR stützt, selbst wenn die US‑Inflation „heiß“ ausfällt.

Kernrisiko: US‑Inflationsdaten fallen deutlich heißer als erwartet aus, was die Wahrscheinlichkeiten für Fed‑Zinserhöhungen stark ansteigen lässt und den DXY schnell wieder nach oben treibt.

Long auf Gold‑Erholung

Kaufen Sie XAU/USD. Gold notiert nahe mehrmonatigen Tiefstständen, doch der Artikel hebt eine Entspannung der unmittelbaren Nahost‑Spannungen und nur moderate Goldgewinne hervor – das lässt Raum für eine Erholungsbewegung, falls CPI/PPI keine erneute Erwartungswelle für aggressive Fed‑Straffungen auslösen.

Kernrisiko: CPI/PPI fallen so stark aus, dass die Realrenditen steigen und die Gold‑Erholung zerschlagen wird.

  • Dollar gibt nach, da die Spannungen im Nahen Osten Anzeichen der Entspannung zeigen.
  • Märkte warten auf US‑Inflationsdaten als Hinweis auf Fed‑Zinsentscheidungen.
  • Euro und Pfund gewinnen, während Gold eine moderate Erholung verzeichnet.

Der US-Dollar gab im frühen europäischen Handel am Dienstag von einem Zwei‑Monats‑Hoch nach, wobei der US-Dollar‑Index (DXY) auf rund 99,85 fiel, da sich die Sorgen über Feindseligkeiten im Nahen Osten zu beruhigen schienen.

Die Marktteilnehmer richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehenden US‑Inflationsdaten, die weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern könnten.

Investoren beobachten genau die Veröffentlichung des US‑Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch, gefolgt vom Erzeugerpreisindex (PPI) am Donnerstag.

Diese Zahlen werden voraussichtlich eine bedeutende Rolle bei der Bildung der Erwartungen bezüglich künftiger Zinsschritte der Federal Reserve spielen.

Erwartungen für Zinserhöhungen steigen

Die Markterwartungen für höhere US‑Zinsen haben sich in den letzten Wochen verstärkt.

Dem CME FedWatch‑Tool zufolge preisen Händler derzeit eine 43,2%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember ein.

Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber etwa 14% vor einem Monat.

Die Verschiebung der Erwartungen erfolgt, während Investoren weiterhin Konjunkturdaten und den allgemeinen Politikausblick der Federal Reserve bewerten.

Entwicklungen im Nahen Osten beeinflussen Marktstimmung

Auch Entwicklungen im Nahen Osten blieben im Fokus.

US‑Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, er könnte innerhalb weniger Tage einen Vorschlag zu einem Abkommen mit Iran vorlegen.

Bereits am Montag erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, der Konflikt mit dem Iran und der im Libanon ansässigen Hisbollah „sei noch nicht beendet“, betonte jedoch, beide Gegner seien schwächer als zuvor.

Unterdessen kündigte Iran das Ende seiner militärischen Operationen gegen Israel an.

Das zentrale Militärkommando des Landes warnte jedoch, dass es zu Reaktionen kommen könne, falls Israel militärische Aktionen, einschließlich Operationen im Süden des Libanon, fortsetze.

Die Abnahme unmittelbarer Spannungen trug zu einer geringeren Nachfrage nach traditionellen Zufluchtswerten, darunter dem US‑Dollar, bei.

Starke chinesische Handelsdaten stützen Marktvertrauen

Von der chinesischen Generalverwaltung der Zollbehörde veröffentlichte Wirtschaftsdaten wiesen auf eine stärkere Handelsaktivität im Mai hin.

Das Handelsbilanzüberschuss Chinas weitete sich im Mai auf $105.43 Milliarden aus gegenüber $84.82 Milliarden im April.

Die Exporte stiegen im Jahresvergleich um 19.4%, nach 14.1% im April, und übertrafen damit die Markterwartungen von 15.0%.

Auch die Importe lagen über den Prognosen und stiegen im Jahresvergleich um 27.4% gegenüber zuvor 25.3% und über dem Konsens von 25.0%.

Die unerwartet starken Handelszahlen deuten auf eine anhaltende Widerstandsfähigkeit des externen Sektors Chinas hin.

Deutsche Industrieproduktion zeigt Verbesserung

In Europa zeigte der deutsche Industriesektor Anzeichen einer Erholung.

Daten von Destatis zeigten, dass die Industrieproduktion in Deutschland im April im Vergleich zum Vormonat um 0.4% gestiegen ist.

Die Kennziffer folgte auf einen Rückgang von 0.1% im März und entsprach den Markterwartungen.

Im Jahresvergleich schrumpfte die Industrieproduktion um 0.5%, was eine Verbesserung gegenüber der revidierten Kontraktion von 3.4% im März darstellt.

Die Daten stärkten die Zuversicht in Bezug auf die Konjunktur in der Eurozone etwas.

Wesentliche Währungsbewegungen

Der Euro gewann gegenüber dem US‑Dollar an Boden; EUR/USD stieg im europäischen Handel in Richtung 1.1550.

Die Marktteilnehmer richten ihr Augenmerk zudem auf die bevorstehende Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag, bei der die EZB voraussichtlich zum ersten Mal seit fast drei Jahren ihren Leitzins anheben wird.

Das britische Pfund stärkte sich ebenfalls; GBP/USD erholte sich nach einem Drei‑Wochen‑Tief wieder über 1.3350.

Unterdessen blieb USD/JPY mit rund 160.15 relativ stabil.

Händler beobachteten weiterhin die Möglichkeit eines Eingreifens japanischer Behörden zur Unterstützung des Yen.

Japans Finanzministerin Satsuki Katayama bekräftigte am Dienstag, die Regierung vertrete weiterhin eine unveränderte Position und die Behörden stünden bereit, entschlossen zu handeln, falls nötig.

Gold steigt leicht

Die Goldpreise verzeichneten am Dienstag moderate Zuwächse und notierten nahe $4,340.

Trotz der Erholung blieb das Edelmetall nahe seinem niedrigsten Stand seit dem 24. März.

Die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklungen im Nahen Osten in Kombination mit wachsenden Erwartungen an mögliche US‑Zinserhöhungen belastete die Stimmung gegenüber dem gelben Metall weiterhin.