EUR/USD-Rallye geht das Gas aus, da das verarbeitende Gewerbe in der EU wieder auf Wachstumskurs geht

EUR/USD-Rallye geht das Gas aus, da das verarbeitende Gewerbe in der EU wieder auf Wachstumskurs geht
  • Die EUR/USD-Rallye ließ nach relativ schwachen PMI-Daten des verarbeitenden Gewerbes aus der Eurozone nach.
  • Der PMI des verarbeitenden Gewerbes in der EU stieg von 33,4 auf 36,6, da die Unternehmen wieder an die Arbeit zurückkehrten.
  • Technisch gesehen wird die EUR/USD-Paarung versuchen, das 61,8% Retracement bei 1,1170 zu testen.

Die EUR/USD-Paarung büßte frühere Gewinne ein, da Investoren auf relativ schwache PMI-Daten aus dem verarbeitenden Gewerbe reagierten. Das Paar wird bei 1,1135 gehandelt, was etwas unter dem Tageshoch von 1,1150 liegt.

EUR/USD
EUR/USD-Rallye lässt nach

EUR/USD reagiert auf PMI-Daten des verarbeitenden Gewerbes

Das verarbeitende Gewerbe ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft der Eurozone. Nach Angaben des Statistikamtes trägt der Sektor etwa 25 Prozent zum Gesamt-BIP bei.

Die Produktionstätigkeit der Region blieb nach den jüngsten Daten von Markit im Schrumpfungsgebiet. Der PMI des verarbeitenden Gewerbes stieg von zuvor 33,4 auf 36,6. Damit zeigten die Daten zwar eine gewisse Verbesserung, doch bedeutet dies auch, dass der Sektor schrumpfte. Der Sektor befindet sich seit Februar 2019 im Schrumpfungsmodus.

Laut Markit war die im Mai beobachtete Verbesserung hauptsächlich auf die Lockerungsmaßnahmen im Reisesektor der meisten Länder der Region zurückzuführen. Die Hersteller sahen sich jedoch weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, darunter Auftrags- und Produktionsrückgänge sowie interne und externe Nachfrage. Infolgedessen reduzierten sie ihre Belegschaft weiter drastisch, wobei Frankreich, Spanien und Deutschland am stärksten betroffen waren.

Gleichzeitig war in der Region weiterhin ein deflationärer Druck zu beobachten, wie wir letzte Woche betont haben. Die Inputkosten gingen im zwölften Monat in Folge zurück.

Positiv zu vermerken ist, dass viele Hersteller weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken. Die Zuversicht stieg auf ein Dreimonatshoch, was möglicherweise auf das kürzlich verabschiedete Konjunkturpaket in Höhe von 826 Mrd. $ zurückgeführt wurde. In einer Erklärung sagte Chris Williamson von Markit:

„Der Abschwung im verarbeitenden Gewerbe scheint im April die Talsohle erreicht zu haben, wobei die Produktion im Mai deutlich langsamer zurückging. Die Verbesserung spiegelt zum Teil nur den Vergleich mit einem schockierend steilen Rückgang im April wider, ermutigender war jedoch auch, dass die Unternehmen ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, da die Sperrmaßnahmen gegen das Virus gelockert wurden.“

Deutschlands Produktionstätigkeit hat Probleme

Die PMI-Daten für die Eurozone kamen kurz nachdem Markit die Daten aus Deutschland veröffentlicht hatte. Diese Statistiken zeigten, dass die Produktionstätigkeit in der Region im Mai weiterhin Probleme bereitete, und der PMI lag bei 36,6. Von Reuters befragte Analysten rechneten mit einem PMI von 36,8. Diese Zahl lag einige Punkte über dem 11-Jahres-Tief von 34,5.

In der Erklärung sagte Markit, dass die deutschen Hersteller wegen der schwachen Inlands- und Auslandsnachfrage nach wie vor eine geringe Produktion melden. Die Rückstände in der gesamten Branche gingen zurück, und auch das Vertrauen der Hersteller sank. Auch die Käufe von Rohstoffen und Halbfertigwaren gingen im Mai stark zurück. In einer Erklärung sagte Phil Smith von Markit:

„Die Produktion des verarbeitenden Gewerbes war bereits vor Ausbruch der Pandemie um 7-8% von einem Höchststand Ende 2017 zurückgegangen, und jetzt scheint diese Zahl in der Größenordnung von 25-30% zu liegen. Da die Produktion so weit unter der Kapazität liegt und die Hersteller nicht mit einer baldigen vollständigen Erholung rechnen, haben sich die Arbeitsplatzverluste in den Fabriken weiter beschleunigt“.

Technischer Ausblick EUR/USD

EUR/USD technische Analyse

Die EUR/USD-Paarung wird bei 1,1135 gehandelt. Auf der Tages-Chart befindet sich das Paar seit fünf Tagen in einem Aufwärtstrend und liegt nun einige Zentimeter unter dem 61,8 Prozent Retracement-Level. Der Kurs liegt leicht über den exponentiell gleitenden 100-Tage- und 50-Tage-Durchschnitten. Der Momentum-Indikator ist weiter angestiegen, was bedeutet, dass sich der Kurs weiter erholen könnte, da die Haussiers versuchen, das 61,8%-Retracement-Level bei 1,1170 zu testen.

Von Crispus Nyaga
Crispurs Nyaga ist ein Finanzanalyst und Trader mit über 7 Jahren an Erfahrung in der Branche. Er durfte bereits etliche Beiträge für die weltweit führenden Finanzmarken beitragen, darunter Seeking Alpha, MarketWatch, Forbes und Investing.com. Crispus verfügt über ein ausgezeichnetes Verständnis der globalen makroökonomischen und geopolitischen Elemente, ist ein begeisterter Golf Spieler und lebt derzeit in Nairobi mit seiner Frau, Sohn und seinem Neffen.
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