ProSieben-Aktienkurs stürzt um 6% ab, als CEO Fusionsgerüchte zurückweist

By: Michael Harris
Michael Harris
Als akademischer Wirtschaftswissenschaftler mit einer Leidenschaft für den Finanzhandel ist Michael Harris ein fester Mitarbeiter bei Invezz. Dank seiner Leidenschaft kennt… read more.
on Jun 10, 2020
  • CEO von ProSiebenSat.1 Media weist Fusionsgerüchte zurück
  • Berlusconis Mediaset und Kretinskys Czech Media Invest könnten einen feindlichen Übernahmeversuch starten
  • Die Aktien haben ihren Wert seit dem 10-Jahrestief im März verdoppelt, sind aber heute um mehr als 6% gefallen

Die Aktien von ProSiebenSat.1 Media (ETR: PSM) sind heute um mehr als 6% gefallen, nachdem der CEO des in Deutschland ansässigen Senders Forderungen nach Zusammenschlüssen der europäischen TV-Branche zurückgewiesen hat, die letztlich zu einem feindlichen Übernahmeversuch des italienischen Fernsehkonzerns Mediaset führen könnten.

Fundamentale Analyse: „Wenig Synergien“ bei Fusionen – CEO

Rainer Beaujean, der neu eingestellte CEO von ProSiebenSat.1 Media, lehnte Forderungen nach Fusionen der europäischen TV-Branche ab.

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„Eine transeuropäische Fusion würde wenig Synergien bringen“, sagte Beaujean.

Auf diese Weise wies Beaujean Gerüchte über eine Fusion von ProSiebenSat.1 Media mit Berlusconis Mediaset oder Daniel Kretinskys Czech Media Invest zurück. Beide Unternehmen besitzen einen zweistelligen Anteil an ProSiebenSat. Der Anteil von Mediaset wird auf rund 24,2% geschätzt, während der Anteil der Czech Media bei 10% liegt.

Mediaset drängte Beaujean zu einer glaubwürdigen Wachstumsstrategie, was zu Gerüchten führte, dass der italienische Riese ein feindliches Angebot abgeben könnte. Beaujean wies auch Forderungen nach einer Fusion zwischen den beiden größten deutschen Fernsehkonzernen ProSiebenSat.1 Media mit Sitz in München und der RTL Group zurück.

Stattdessen versprach der CEO, den Aufbau „des führenden Unterhaltungs- und Infotainment-Anbieters in Deutschland, Österreich und der Schweiz“ fortzusetzen. Er sagte auch, dass das Unternehmen plant, im nächsten Jahr zu einer Auszahlung von 50% des bereinigten Nettogewinns zurückzukehren.

Beaujean, der zuvor die Rolle des CFO bei ProSiebenSat.1 Media innehatte, wurde der neue CEO im März nach dem abrupten Ausscheiden des damaligen CEO Max Conze.

„[ProSieben] wird sich nun wieder stärker auf unser Kernsegment Unterhaltung und auf ein nachhaltig profitables Geschäft konzentrieren“, sagte Beaujean im März.

ProSiebenSat.1 Media ist nach der RTL Group das zweitgrößte deutsche Privatfernsehunternehmen.

Technische Analyse: Aktien rotieren tiefer

Nach der Feststellung eines Zehnjahrestiefststandes im März hat sich der Wert der ProSiebenSat.1 Media-Aktie in den vergangenen Wochen um rund 100% verdoppelt. Noch wichtiger ist, dass es der Aktie gelungen ist, wieder über 10,70 zu steigen, was eine wichtige Hausse-/Baisse-Linie für die Aktie darstellt.

PSM-Aktien Wochendiagramm (Handelsansicht)

Wie in der obigen Grafik zu sehen ist, blieben die Käufer an der absteigenden Trendlinie zwischen den unteren Höchstständen stehen. Damit die Käufer diese Serie durchbrechen können, ist ein sauberer Bruch über 13,00 erforderlich, damit die Aktie aus dem Baisse-Umfeld herauskommt. Die Käufer haben jedoch Schwierigkeiten, über 11,50 zu bleiben, was ein wichtiges kurzfristiges Niveau darstellt, daher könnten wir in den kommenden Tagen einen tieferen Rückzug erleben.

Zusammenfassung

Die Aktien von ProSiebenSat.1 Media sind heute um mehr als 6% gefallen, nachdem der CEO Rainer Beaujean Forderungen nach einer Fusion zwischen einigen der größten europäischen Fernsehunternehmen zurückgewiesen hatte. Seine Haltung könnte schließlich zu einem feindlichen Angebot von Berlusconis Mediaset führen, das 24,2% der Anteile an dem deutschen Unternehmen besitzt.