DAX erlebt trotz Virus-Sorgen den besten Monat seit 11 Jahren

DAX erlebt trotz Virus-Sorgen den besten Monat seit 11 Jahren
Geschrieben von:
Michael Harris
November 28, 2020
  • Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt einer Verdoppelung der Kreditaufnahme bis 2021 auf fast 180 Mrd.€ zu
  • Das Land rechnet für 2020 mit einem Wirtschaftseinbruch von 5,9% und einer Erholung von 4,4% im Jahr 2021
  • Der DAX-Index notiert im November über 15% höher und verzeichnet damit den besten Monat seit 2009

Der DAX Index verzeichnet den besten Monat seit April 2009, trotz neuer Sorgen über die sprunghaft ansteigende Zahl von Covid-19-Infektionen in Europa.

Fundamentale Analyse: Rekord-Kreditaufnahme inmitten der Gesundheitskrise

Deutsche Abgeordnete sagten, das Land beabsichtige, die ursprünglich für 2021 geplante Kreditaufnahme zu verdoppeln, um Unternehmen inmitten der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie zu unterstützen.

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Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages einigte sich auf eine Verdoppelung der Kreditaufnahme auf fast 180 Mrd. € (215 Mrd. $) für das kommende Jahr und markierte damit die zweithöchste Netto-Kreditaufnahme seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

„Die hohe Verschuldung ist notwendig, damit unser Land die Pandemie übersteht“, sagte der Abgeordneter Eckhardt Rehberg von den Christdemokraten (CDU) von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Wir müssen wieder einmal von der Ausnahmeregelung der Schuldenbremse Gebrauch machen.“

Das deutsche Grundgesetz begrenzt die Ausgabe neuer Schulden, indem es das Haushaltsdefizit des Bundes auf 0,35% der Wirtschaftsleistung begrenzt, jedoch hat die Regierung es im Jahr 2020 als Folge des Covid-19-Ausbruchs ausgesetzt. Die vereinbarte Neuverschuldung von 179,82 Mrd. € für das kommende Jahr ist fast doppelt so hoch wie die ursprünglich vereinbarten 96 Mrd. €.

Deutschland hat bereits eine Reihe beispielloser Maßnahmen ergriffen, um Unternehmen bei der Bekämpfung der Krise zu unterstützen und die Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Das Land hat außerdem beschlossen, seine teilweise landesweite Sperre zu verlängern und Restaurants, Bars und Unterhaltungseinrichtungen bis zum 20. Dezember geschlossen zu lassen. Die finanzielle Unterstuetzung für die geschlossenen Geschäfte werde ebenfalls verlängert, sagte die Bundesregierung.

„Die Neu-Kreditaufnahme ist die richtige Entscheidung. Wir werden gegen diese Krise nicht ansparen“, sagte der Abgeordneter Sven-Christian Kindler.

Darüber hinaus erhöhte Deutschland die Finanzreserve für quantifizierbare Kosten zur Bekämpfung der Pandemie auf 35 Mrd. € gegenüber dem vorherigen Entwurf von 15 Mrd. €.

Das Land geht davon aus, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 5,9% schrumpfen und sich im nächsten Jahr um 4,4% erholen wird.

Technische Analyse: DAX stieg im November um über 15%

Der DAX-Index notiert im November über 15% höher, während die Käufer versuchen, einen Schlussstand von über 13.300 zu erzwingen. Dies wäre der beste Monat seit April 2009, als sich die Aktien von der globalen Finanzkrise erholten.

DAX Index Tagesdiagramm (TradingView)

Der DAX-Kurs testet auch den wichtigsten kurzfristigen Widerstand bei 13.300 im Rahmen der absteigenden Trendlinie. Auf der Abwärtsseite dürfte jeder Rückgang Unterstützung bei 12.850 finden, wo die 100-DMA liegt.

Zusammenfassung

Deutschland plant, die für das nächste Jahr geplante Kreditaufnahme auf fast 180 Mrd. € zu erhöhen, um die Unternehmen inmitten der zweiten Welle von COVID-19 zu unterstützen.