EUR/GBP-Preisprognose nach besser als erwarteten britischen Jobdaten

By: Mircea Vasiu
on Mai 17, 2022
  • Britische Arbeitsmarktdaten wirken sich positiv auf das Pfund Sterling aus
  • EUR/GBP testet kritische Unterstützung
  • Die beiden Zentralbanken verfolgen eine unterschiedliche Geldpolitik

Der EUR/GBP reagierte am stärksten auf die besser als erwarteten britischen Jobdaten. Heute Morgen gingen die Zahl der Antragsteller und die Arbeitslosenquote stärker als vom Markt erwartet zurück, was zu einer Erholung des britischen Pfunds führte.

Der EUR/GBP-Wechselkurs fiel daraufhin stark. Die Rallye des Pfund Sterling, die aus Sicht der Wirtschaftsdaten verständlich ist, wird auch durch die Tatsache angeheizt, dass das Pfund in letzter Zeit stark überverkauft war.

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Nehmen wir zum Beispiel das GBP/USD. Es wurde in der Nähe von 1,20 gehandelt und hat allein im Jahr 2022 mehr als 1.500 Punkte verloren. Sicherlich war die Stärke des US-Dollars der Auslöser für diese Entwicklung, aber auch die Schwäche des Pfund Sterling hat dazu beigetragen.

Die heutigen positiven Beschäftigungsdaten kamen, als die Bank of England vor der steigenden Inflation warnte und darauf hinwies, dass sie nicht viel tun kann, um diese zu stoppen. In einem Interview mit dem Daily Telegraph warnte der Gouverneur der Bank of England vor der Lebensmittelinflation, da die durch den Krieg in der Ukraine ausgelöste Knappheit zu einem unkontrollierten Anstieg der Inflation führen wird.

EUR/GBP stößt auf starken Widerstand

EUR/GBP lag bei über 0,86, bevor es aggressiv verkauft wurde. Es scheiterte an 0,86, einem Bereich, der in der Vergangenheit als starker Widerstand fungierte, und droht nun, erneut 0,83 – einen kritischen Unterstützungsbereich – zu testen.

Seit dem Brexit ist der EUR/GBP-Kurs stetig gefallen. Nach einem Rückgang um mehr als tausend Punkte erreichte er im Jahr 2022 einen Tiefstand bei 0,83, als die Anleger die Gemeinschaftswährung nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union verkauften.

Als der Konflikt in der Ukraine begann, ging es mit der Gemeinschaftswährung weiter bergab – und mit dem EUR/GBP-Wechselkurs auch. Schließlich verfolgen die beiden Zentralbanken, die Bank of England und die Europäische Zentralbank, eine unterschiedliche Geldpolitik.

Einerseits hat die Bank of England den Zinssatz bereits angehoben, und sie setzt seine aggressive Haltung fort. Andererseits betreibt die Europäische Zentralbank immer noch eine quantitative Lockerung und plant, die Zinsen im Sommer zum ersten Mal seit Jahren anzuheben.

Insgesamt sieht es so aus, als würde das EUR/GBP-Paar die Tiefststände erneut testen. 0,8300 ist ein kritischer Unterstützungsbereich, und ein Tagesschlusskurs darunter dürfte weitere Schwäche auslösen.

Während die technische Analyse auf eine rückläufige Entwicklung hindeutet, gilt dies auch für die fundamentale Analyse. Da die Geldpolitik der beiden Zentralbanken unterschiedlich ist, bleibt die Tendenz für den EUR/GBP-Wechselkurs rückläufig.

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