500 Mrd. $ fließen trotz Marktrückgang in US-ETFs

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auf Nov 2, 2022
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  • Im Jahr 2022 sind bisher 500 Mrd. $ in ETFs geflossen
  • 925 Mrd. $ ist der Rekord aus dem Jahr 2021, der zweithöchste Wert lag bei 501 Mrd. $ im Jahr 2020
  • Die ETFs bieten auch im derzeitigen Umfeld mehrere Vorteile

Die US-ETFs haben in diesem Jahr bereits fast 500 Mrd. $ an neuen Kunden angezogen.

Dies geschieht vor dem Hintergrund eines schwächelnden Aktienmarktes: der S&P 500 ist im Jahr 2022 bisher um 19 % zurückgegangen und befindet sich auf dem Weg zu seinem schlechtesten Jahr seit der großen Finanzkrise 2008.

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Mittelzuflüsse in ETFs auf Rekordniveau

Die Zahlen sind beeindruckend. Sie wird hinter dem Rekordwert von 935 Mrd. $ zurückbleiben, der im Jahr 2021 geflossen ist, aber den bisherigen Rekord von 501 Mrd. $ aus dem Jahr 2020 übertreffen. Sowohl 2020 als auch 2021 waren natürlich Pandemiejahre, in denen billiges Geld wie nie zuvor seinen Weg in die Preise von Vermögenswerten rund um den Globus fand.

Es hilft, ein umfassenderes Bild davon zu bekommen, was genau auf den Märkten passiert. Ich habe heute Morgen einen Artikel veröffentlicht, der zeigt, wie die Verluste des Aktienmarktes durch die Dollarstärke für ausländische Investoren überdeckt wurden. Während diese börsengehandelten Fonds also in Dollar gerechnet einen Rückschlag erlitten haben, wird die Rendite für ausländische Anleger nicht so schlecht gewesen sein.

ETFs bieten viele Vorteile

Es gibt Vorteile von ETFs, die den Aufschwung erklären und sie auch bei solchen Marktabschwüngen weiterhin attraktiv machen. Steuervorteile sind üblich, die Liquidität ist im Allgemeinen hoch und die Slippage und andere Gebühren sind gering.

Die ETF haben begonnen, den Anteil der Investmentfonds, die in der Regel höhere Gebühren verlangen, zu schmälern. Außerdem gibt es immer mehr aktiv gehandelte ETF, wodurch die relative Attraktivität von Investmentfonds weiter sinkt. Früher waren ETF nur passiv und wurden daher von aktiven Managern übersehen.

Investmentfonds werden nur einmal am Tag nach Börsenschluss gehandelt, während ETFs den ganzen Tag über im Einklang mit dem Markt schwanken.

Betrachtet man die weltweiten Fonds, so haben die ETFs in den letzten 20 Jahren einen enormen Aufschwung erlebt und sind seit 2003 bis zum Jahr 2021 um fast das 50-fache gestiegen.

Neue Umgebung

Die Daten zeigen, dass trotz des Abschwungs an den Märkten weiterhin viel Geld im Umlauf ist, das eingesetzt werden kann. Wir sind nun zu einem neuen Paradigma übergegangen – vorbei sind die Zeiten der Nullzinsen, der massiven quantitativen Lockerung und eines Umfelds, in dem es nur aufwärts ging und scheinbar alle Finanzanlagen positive Renditen lieferten.

Die Märkte haben nachgegeben, da die Fed gezwungen war, mit allen Mitteln gegen die Inflation anzukämpfen. Zu Beginn des Winters sehen wir uns mit einer erschreckenden Energiekrise konfrontiert, während der tragische Krieg in der Ukraine weitergeht und alle möglichen makroökonomischen Variablen in die Waagschale wirft, was die Unsicherheit nur noch erhöht.

In die ETFs fließt jedoch immer mehr Geld.