USD/HUF-Preisprognose: Höhere Zinsen werden dem ungarischen Forint wohl nicht helfen

USD/HUF-Preisprognose: Höhere Zinsen werden dem ungarischen Forint wohl nicht helfen
Mircea Vasiu
06. Sept. 2023, 19:49 PM
  • USD/HUF erholte sich von den Tiefstständen im Jahr 2023
  • Ungarn hat die höchste Inflation in Europa
  • Negatives Wirtschaftswachstum und hohe Inflation dürften HUF schaden

Europa hat mitten im Herzen ein krankes Kind: Ungarn. Obwohl Ungarn kein Mitglied der Eurozone ist, ist es Teil der Europäischen Union. Im Vergleich zu anderen Ländern in der Region verfügt es über eine kleine Wirtschaft, verfügt aber auch über eine strategische geografische Lage in Mittel- und Osteuropa.

Das Land kämpft im Jahr 2023 mit hoher Inflation und niedrigem Wirtschaftswachstum. Seine Wirtschaft entwickelt sich nicht gut, was sich in vier aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativem Wirtschaftswachstum widerspiegelt.

Ungarn befindet sich nicht nur in einer technischen Rezession, sondern kämpft auch mit hoher Inflation. Die lokale Inflation ist viel höher als in anderen europäischen Ländern und liegt derzeit bei 17,6 %.

Da er weit über dem Ziel der Ungarischen Nationalbank von 3 % und über der Toleranzspanne liegt, hat die Zentralbank den Leitzins der Banken stark angehoben. Der Leitzins stieg von 0,6 % im Juli 2020 auf 13 %.

Seitdem hat die Ungarische Nationalbank bei jeder Sitzung den Leitzins erhöht. Je höher die Inflation, desto stärker stieg sie.

Vielleicht hat der ungarische Forint deshalb gegenüber dem Dollar etwas an Wert gewonnen. Im vergangenen Oktober erreichte der USD/HUF-Wechselkurs seinen Höchststand von 450, da sich die Anleger über höhere Zinssätze freuten.

Doch die Mischung aus schwachem Wirtschaftswachstum und hoher Inflation mahnt zur Vorsicht. Was wäre, wenn Ungarn zum Argentinien Europas würde?

USD/HUF erholte sich von den Tiefstständen im Jahr 2023

Höhere Zinssätze tragen nicht immer zur Stützung einer Währung bei. Weltweit gibt es viele Beispiele für Länder, die die Zinsen aggressiv angehoben haben, um die Inflation zu stoppen, und dabei gescheitert sind. Argentinien ist nur ein Beispiel.

Solange Haushalte und Unternehmen nicht wirklich an den Erfolg der Zentralbank glauben, bleiben die Inflationserwartungen unverändert. Das Ergebnis ist, dass die Zentralbank eine höhere Inflation mit höheren Zinssätzen anstrebt.

Der USD/HUF fand Unterstützung im Bereich von 340, wo er ein umgekehrtes Kopf-Schulter-Muster bildete. Eine Bewegung über den Schlüsselbereich von 380 hinaus würde Leerverkäufer trotz der hohen Zinssätze weiter unter Druck setzen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ungarische Forint unter Druck bleiben dürfte, wenn der USD/HUF-Kurs wieder über 380 steigt. Die Kombination aus hoher Inflation und schwachem Wirtschaftswachstum reicht aus, um Anleger vom Forint fernzuhalten.