Rolls-Royce-Aktienkursausblick: Der 23. Mai wird entscheidend sein

Rolls-Royce-Aktienkursausblick: Der 23. Mai wird entscheidend sein
Crispus Nyaga
06. Mai 2024, 07:33 AM
  • Der Aktienkurs von Rolls-Royce hat einen bemerkenswerten Anstieg von 35 Pence im Jahr 2020 auf 418 Pence erlebt.
  • Das Unternehmen hat von verschiedenen externen Faktoren wie der Erholung der Reisetätigkeit profitiert.
  • Darüber hinaus hat das neue Management neue Ziele gesetzt, da das Unternehmen seinen Schwerpunkt auf die Rentabilität legt.

Der Aktienkurs von Rolls-Royce (LON: RR) ist seit April in einer engen Spanne geblieben, da die Anleger die laufende Gewinnsaison bewerten. Am Freitag notierte er bei 418 Pence, wo er seit dem 21. März feststeckt. Von seinem tiefsten Stand in diesem Jahr ist er um über 1.080 % gestiegen.

Trendwende geht weiter

Rolls-Royce Holdings hat in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Wende erlebt. Ein Unternehmen, von dem man nicht erwartet hatte, dass es die Covid-19-Lockdowns überleben würde, ist nun zu einem der besten Akteure im FTSE 100-Index geworden.

Diese rasche Erholung war auf interne und externe Faktoren zurückzuführen. Extern gesehen haben sich die meisten Industrieunternehmen wie BAE Systems, Emmerson Electric und Illinois Tool Works in diesem Jahr erholt.

Rolls-Royce hat auch von den anhaltenden externen Ereignissen in seinen Schlüsselindustrien profitiert. Im Verteidigungsbereich hat sich Großbritannien mit den USA und Australien zu AUKUS zusammengeschlossen, einem großen Militärbündnis. Auch Japan erwägt einen Beitritt.

Gleichzeitig haben die zunehmenden geopolitischen Probleme mehr Länder dazu veranlasst, mehr Geld in die Verteidigung zu investieren, und dieser Trend wird sich fortsetzen.

In der Zivilluftfahrt haben die meisten Fluggesellschaften inzwischen Bestellungen bei Boeing und Airbus aufgegeben. In seinem jüngsten Ergebnisbericht gab GE Aerospace an, dass seine Gesamtaufträge im ersten Quartal um 14 % auf 20,1 Milliarden Dollar gestiegen seien. Dies ist wichtig, da GE der größte Konkurrent von Rolls-Royce ist.

Zudem haben viele Fluggesellschaften ihre Auslastung inzwischen von dem Einbruch während der Pandemie erholt. Rolls-Royce verdient das meiste Geld mit Fluggesellschaften wie Emirates und Etihad, indem es deren Triebwerke wartet.

Intern hat Rolls-Royce Holdings seine Rentabilitätsziele angehoben. Das Unternehmen strebt mittelfristig einen Anstieg des Betriebsgewinns auf 2,5 bis 2,8 Milliarden Pfund an, was einer deutlichen Steigerung gegenüber den 1,6 Milliarden Pfund im Jahr 2023 entspricht.

Das Unternehmen möchte dies erreichen, indem es seine operative Marge bis 2027 auf 13 bis 15 Prozent steigert. 2023 lag die operative Marge bei 10,3 Prozent. Ein Ansatz, um diese Ziele zu erreichen, besteht darin, seine ehrgeizigsten Ziele aufzugeben oder zu drosseln. So kündigte das Unternehmen beispielsweise an, seine Atomkraftwerke in Großbritannien zu verkleinern.

Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Bewertung des Unternehmens. Seine Marktkapitalisierung ist auf über 44 Milliarden Pfund gestiegen, was angesichts des nach Steuern erzielten Gewinns von 1,1 Milliarden Pfund im Jahr 2023 noch höher ist.

Berücksichtigt man den Betriebsgewinn von 2,8 Milliarden Pfund im Jahr 2027, ergibt sich ein Kurs-Betriebsgewinn-Verhältnis von rund 15,7, was nicht gerade billig ist.

Der nächste wichtige Impulsgeber für Rolls-Royce Holdings wird die für den 25. Mai angesetzte Jahreshauptversammlung sein. Das Unternehmen wird diese Versammlung wahrscheinlich dazu nutzen, ein Update zu seiner bisherigen Leistung im laufenden Jahr zu geben.

Rolls-Royce-Aktienkursprognose

RR-Chart von TradingView

Im Wochendiagramm sehen wir, dass der RR-Aktienkurs sich in einem starken Aufwärtstrend befindet, nachdem er 2020 bei 35,60 Pence seinen Tiefststand erreicht hatte. Mittlerweile hat er den wichtigen Widerstandspunkt bei 378,7 überschritten, seinen höchsten Ausschlag im Juli 2018.

Die Aktie blieb konstant über allen gleitenden Durchschnitten, nachdem sie im August 2023 ein goldenes Kreuz gebildet hatte. Gleichzeitig blieb auch der Percentage Price Oscillator (PPO) über dem neutralen Niveau.

Der jüngste Rückgang ereignete sich, nachdem der Relative Strength Index (RSI) auf das extrem überkaufte Niveau bei 93 Pence gefallen war.

Daher ist die Prognose für die Aktie weiterhin optimistisch, solange Käufer sie über das Jahreshoch von 434,3 Pence treiben können. Wenn dies geschieht, liegt der nächste zu beobachtende Punkt bei 450 Pence. Ein Anstieg über dieses Niveau würde das sich bildende Double-Top-Muster ungültig machen.