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FTSE stuft Pakistan herab, deshalb ist das egal

FTSE stuft Pakistan herab, deshalb ist das egal
Harsh Vardhan
04. Juli 2024, 09:39 AM
  • FTSE Russell hat den Status Pakistans vom Sekundärmarkt auf den Grenzmarkt herabgestuft.
  • Die Herabstufung erfolgt kurz vor der Unterzeichnung eines 6-Milliarden-Dollar-Deals mit dem IWF.
  • Der Index erreicht weiterhin neue Höchststände und beweist damit, dass die Herabstufung für die Aktien des Landes kaum eine Rolle spielt.

FTSE Russell hat pakistanische Aktien gerade vom Sekundärmarkt auf den Grenzmarktstatus herabgestuft. Das sind auf den ersten Blick schlechte Nachrichten für das Land und könnten sowohl einheimische als auch ausländische Investoren vertreiben.

Doch ein genauerer Blick auf die pakistanische Wirtschaft und die Aktienmärkte lässt darauf schließen, dass sich weder die einheimischen noch die ausländischen Investoren dafür interessieren. Lassen Sie mich erklären, warum.

Der pakistanische Aktienmarkt hatte im Mai 2017 eine Marktkapitalisierung von fast 100 Milliarden US-Dollar. In den darauffolgenden sechs Jahren verlor er 80 Prozent seiner Marktkapitalisierung und erreichte im Jahr 2022, als das Land am Rande der Zahlungsunfähigkeit stand, mit knapp 22 Milliarden US-Dollar seinen Tiefpunkt.

Dieser Rückgang der Marktkapitalisierung war in erster Linie auf Kapitalflucht zurückzuführen, da sich ausländische Investoren durch das politische Chaos im Land betrogen fühlten. Dieses Geld ist noch immer nicht in den Markt zurückgekehrt, obwohl sich die Marktkapitalisierung seit ihrem Tiefpunkt fast verdoppelt hat und nun bei über 38 Milliarden Dollar liegt.

Wenn das Geld noch nicht auf den Markt zurückgekehrt ist, stellt sich die Frage: Wer sollte sich über die Herabstufung Gedanken machen?

Den einheimischen Anleger stört die Herabstufung kaum. Der ausländische Investor ist bisher nicht eingestiegen, jedenfalls nicht in dem Ausmaß wie 2017, als der Markt zuletzt seinen Höhepunkt erreichte.

Der KSE100-Index erreichte heute ein Allzeithoch und zeigte kaum Anzeichen von Problemen nach der Herabstufung. Um zu verstehen, warum der Markt seinen Aufwärtstrend wahrscheinlich fortsetzen wird, muss man Pakistans Beziehung zum IWF verstehen.

Das Land hat insgesamt 22 Mal Kredite vom IWF aufgenommen. Allein auf dieser Grundlage sind die Chancen für ein 23. Rettungspaket recht hoch.

Im Juni letzten Jahres unterzeichnete der IWF ein Bereitschaftskreditabkommen über 3 Milliarden Dollar mit Pakistan. So hat der Markt seitdem reagiert.

Das IWF-Abkommen war der Auslöser für einen Gewinn von 84 % in 12 Monaten. In diesem Jahr war der Markt in Dollar gerechnet der beste in Asien. Und laut dem Finanzminister steht kurz vor der Unterzeichnung eines neuen Abkommens im Wert von 6 Milliarden Dollar mit dem IWF.

Sobald der oben genannte Deal zustande kommt, wird er viele ausländische Investoren beruhigen. So hat der ausländische Investor seit letztem Juni Positionen auf dem pakistanischen Markt aufgebaut:

Der Trend ist klar: Ausländer kehren auf den Markt zurück. Der Ausverkauf im Januar 2023 war auf ein Liquidationsereignis zurückzuführen, als der Global X MSCI Pakistan ETF seine Vermögenswerte liquidierte. Abgesehen davon kehren Ausländer langsam auf den Markt zurück. Und darauf haben die lokalen Investoren ein Auge geworfen.

Nur ein Bruchteil der ausländischen Investoren ist zurückgekehrt. Wann werden mehr Investoren ihr Geld einzahlen? Niemand kann es sagen, aber alles, worauf sie warten, ist politische Gewissheit. Sobald die US-Wahlen vorbei sind und Klarheit darüber herrscht, wie die neue US-Führung mit dem südasiatischen Land umgeht, wird sich die Lage klären.

Im Moment richten sich alle Augen auf den IWF-Deal. Das Rating interessiert niemanden!