Invezz

Aktienkurs von Seven & I steigt rasant, nachdem Couche-Tard ein Rekordübernahmeangebot von 5 Billionen Yen vorlegt

Aktienkurs von Seven & I steigt rasant, nachdem Couche-Tard ein Rekordübernahmeangebot von 5 Billionen Yen vorlegt
Diya Poddar
19. Aug. 2024, 12:11 PM
  • Die Aktien von Seven & i Holdings steigen um 22,7 %, nachdem Couche-Tard ein Übernahmeangebot in Höhe von 5 Billionen Yen vorgelegt hat.
  • Bei der geplanten Akquisition könnte es sich um die größte ausländische Übernahme eines japanischen Unternehmens in der Geschichte handeln.
  • Der Deal spiegelt das strategische Interesse von Couche-Tard wider, seine globale Präsenz, insbesondere in Asien, auszubauen.

Die Aktien von Seven & i Holdings Co., einem der führenden Einzelhandelsriesen Japans, stiegen am Montag um 22,7 Prozent auf 2.161 Yen und verzeichneten damit den größten Tagesgewinn aller Zeiten.

Der Aufschwung folgte auf die Ankündigung, dass das Unternehmen ein Übernahmeangebot vom kanadischen Convenience-Store-Betreiber Alimentation Couche-Tard Inc. erhalten habe.

Das Angebot im Wert von schätzungsweise 5 Billionen Yen (34,3 Milliarden US-Dollar) könnte möglicherweise die größte ausländische Übernahme in der japanischen Geschichte werden.

Potenzial für einen großen Wandel in der japanischen Einzelhandelslandschaft

Der von Seven & i als „vertraulich und vorläufig“ beschriebene Vorschlag wird derzeit von einem unabhängigen Ausschuss geprüft. Eine Entscheidung über Annahme oder Ablehnung ist noch nicht gefallen.

Diese Entwicklung folgt auf einen Bericht von Nikkei, der die Größe des Angebots im Verhältnis zur Marktkapitalisierung des Unternehmens hervorhob.

Sollte der Deal zustande kommen, könnte er angesichts der Größe und des Einflusses von Seven & i einen deutlichen Wandel im japanischen Einzelhandelssektor bedeuten.

Seven & i wurde vom aktivistischen Fonds ValueAct Capital Management LP unter Druck gesetzt, seine Geschäftsstrategie zu überdenken.

Der Einzelhändler hat bereits Schritte unternommen, um diese Bedenken auszuräumen. Dazu gehören die Einleitung eines Rückkaufprogramms und die Prüfung der Möglichkeit einer separaten Börsennotierung seines Supermarktzweigs Ito-Yokado.

Dadurch könnte sich das Unternehmen stärker auf die Convenience-Store-Kette konzentrieren, die den Eckpfeiler seines Geschäfts bildet.

Couche-Tards globale Ambitionen

Alimentation Couche-Tard ist weltweit tätig und hat einen Marktwert von 80 Milliarden kanadischen Dollar (58,5 Milliarden US-Dollar). Das Unternehmen betreibt Convenience Stores unter seiner eigenen Marke sowie die Marken Circle K und Ingo.

Der Ansatz des Unternehmens gegenüber Seven & i dürfte auf der Möglichkeit beruhen, hochwertige Vermögenswerte zu erwerben, insbesondere im Convenience-Store-Sektor, der für beide Unternehmen einen wichtigen Wachstumsbereich darstellt.

Zu den bekanntesten Vermögenswerten von Seven & i zählen die 7-Eleven-Läden, doch das Portfolio des Unternehmens ist vielfältig und umfasst unter anderem Denny's-Restaurants in Japan, die Supermarktkette Ito-Yokado und sogar eine eigene Bank.

Die ursprünglich amerikanische Marke 7-Eleven wurde 2005 vollständig vom japanischen Einzelhändler Ito-Yokado übernommen.

Seitdem ist es zu einem zentralen Bestandteil der Geschäftstätigkeit von Seven & i geworden und umfasst mittlerweile ein Imperium mit 85.000 Convenience Stores, Tankstellen und Einzelhandelsgeschäften auf der ganzen Welt.

Das Interesse von Couche-Tard kommt zu einem Zeitpunkt, da 7-Eleven sein Geschäft in den USA neu beleben möchte und an den Erfolg anknüpfen möchte, den es in Japan erzielt hat.

Auch der schwache Yen könnte bei Couche-Tards Entscheidung eine Rolle gespielt haben, da er japanische Vermögenswerte für ausländische Investoren attraktiver machte.

Reaktion der Anleger und Zukunftsaussichten

Die Reaktion der Anleger auf den Übernahmevorschlag war durchweg positiv, was sich im deutlichen Anstieg des Aktienkurses von Seven & i widerspiegelte.

Analysten bleiben hinsichtlich der möglichen Auswirkungen einer derart groß angelegten Transaktion auf den japanischen Einzelhandelsmarkt vorsichtig.

Amir Anvarzadeh, ein Stratege bei Asymmetric Advisors Pte., stellte fest, dass Seven & i in den letzten Jahren ein „unterdurchschnittlicher Einzelhändler“ gewesen sei und bei seinen Umstrukturierungsbemühungen nur langsame Fortschritte erzielt worden seien.

Er meinte, dass die Veräußerung nicht zum Kerngeschäft gehörender Vermögenswerte für das Unternehmen langfristig von Vorteil sein könnte.

Das Ergebnis dieses Vorschlags könnte einen Präzedenzfall für künftige ausländische Übernahmen in Japan schaffen, einem Markt, der traditionell als resistent gegenüber derartigen Vorhaben gilt.

Für Seven & i wird die Entscheidung, ob das Angebot von Couche-Tard angenommen wird, wahrscheinlich von einer sorgfältigen Bewertung der langfristigen strategischen Ziele und der potenziellen Vorteile abhängen, die sich aus der Unabhängigkeit gegenüber der Eingliederung in ein größeres, globales Unternehmen ergeben.