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Die Schweiz bietet einen 60.000-Dollar-Preis für Lösungen zur Munitionsbeseitigung in Bergseen

Die Schweiz bietet einen 60.000-Dollar-Preis für Lösungen zur Munitionsbeseitigung in Bergseen
Diya Poddar
19. Aug. 2024, 13:01 PM
  • In Schweizer Seen lagern Tausende Tonnen Militärmunition, was ein Risiko für die Umwelt und die Sicherheit darstellt.
  • Armasuisse lobt einen mit 50'000 Franken dotierten Preis für innovative Ideen zur sicheren Bergung der Munition aus.
  • Die Bergungsarbeiten könnten Milliarden kosten und erfordern langfristiges Engagement und Forschung.

Die atemberaubenden Schweizer Alpenseen, bekannt für ihre unberührte Schönheit, verbergen unter ihrer ruhigen Oberfläche ein gefährliches Geheimnis. Tausende Tonnen Militärmunition, die über Jahrzehnte hinweg entsorgt wurden, liegen nun auf dem Seegrund und stellen potenzielle Umwelt- und Sicherheitsrisiken dar.

Der Schweizer Bund ergreift über Armasuisse, das Bundesamt für Rüstung, Maßnahmen und lanciert einen Wettbewerb, um innovative Lösungen für die sichere Bergung dieses gefährlichen Materials zu finden.

50.000 Schweizer Franken Preis für die besten Ideen

Armasuisse hat für die drei besten Ideen ihres neuen Wettbewerbs einen Geldpreis von 50.000 Schweizer Franken (ca. 43.000 Pfund) ausgeschrieben. Ziel ist es, Methoden für die „umweltfreundliche und sichere Bergung von Munition aus tiefen Seen“ zu entwickeln.

Diese Initiative ist nicht nur ein Aufruf zum Handeln für Umweltschützer; sie richtet sich an Akademiker, Fachleute aus der Industrie und Innovatoren, die neue Perspektiven auf dieses komplexe Problem einbringen können.

Zwischen 1918 und 1964 entsorgte das Schweizer Militär veraltete oder überschüssige Munition, indem es sie in Seen im ganzen Land kippte – eine Praxis, die damals als sicher galt.

Der Grossteil dieser Munitionsvorräte liegt heute in Tiefen zwischen 150 und 220 Metern im Thunersee, Brienzersee und Vierwaldstättersee.

Auch der Neuenburgersee, ein weiteres betroffenes Gebiet, weist rund 4.500 Tonnen Munition auf – Überbleibsel jahrelanger Bombenübungen der Schweizer Luftwaffe.

Die Auswirkungen auf Umwelt und Sicherheit

Die Existenz dieser Munition ist nicht nur eine historische Kuriosität, sondern ein aktuelles Problem. Zwar besteht weiterhin eine Explosionsgefahr, doch die größere Gefahr dürfte die Umwelt sein.

Da diese Munition mit der Zeit korrodiert, können giftige Stoffe ins Wasser gelangen und so das Leben im Wasser gefährden und möglicherweise die Wasserversorgung der umliegenden Gemeinden beeinträchtigen.

Der vom Schweizer Bund ausgelobte Wettbewerb soll diese Risiken mindern, indem er die Entwicklung von Techniken fördert, mit denen die Munition sicher geborgen werden kann, ohne die empfindlichen Ökosysteme der Seen zu stören.

Die Herausforderung ist gewaltig. Die Munition ist nicht nur aufgrund ihrer Tiefe schwer zu erreichen, sie ist auch über große Flächen verstreut.

Herkömmliche Bergungsmethoden sind möglicherweise nicht durchführbar und bei jedem Ansatz muss sichergestellt werden, dass mit der Munition sorgfältig umgegangen wird, um eine unbeabsichtigte Detonation zu vermeiden.

Ein langfristiges Projekt mit erheblichen Kosten

Selbst mit den besten Ideen wird die Bergung dieser Munition weder schnell noch kostengünstig sein. Die Gewinnerkonzepte des Wettbewerbs, der voraussichtlich im April 2025 bekannt gegeben wird, werden die Grundlage für weitere Forschung und Entwicklung bilden.

Jede mögliche Bergungsaktion dürfte Milliardenkosten verursachen und ein langfristiges Engagement der Schweizer Regierung und ihrer Partner erfordern.

Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Anstrengung der Schweiz, ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht zu werden, insbesondere in Bereichen, in denen militärische Praktiken der Vergangenheit nachhaltige Auswirkungen hinterlassen haben.

Der Wettbewerb läuft bis zum 6. Februar 2025 und es wird erwartet, dass viele Teilnehmer aus unterschiedlichen Bereichen teilnehmen.

Während die Schweizer Regierung nach innovativen Lösungen für dieses verborgene Problem sucht, könnte der Erfolg dieses Unterfangens als Modell für andere Länder dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Da Tausende Tonnen Munition auf dem Grund der Seen liegen, steht viel auf dem Spiel, und die Notwendigkeit einer sicheren, effektiven Lösung ist dringlicher denn je.