Fusion von Circle K und 7-Eleven: Warum regulatorische Hürden den Deal blockieren könnten

Fusion von Circle K und 7-Eleven: Warum regulatorische Hürden den Deal blockieren könnten
Wajeeh Khan
20. Aug. 2024, 17:02 PM
  • Bryan Gildenberg von Retail Cities warnt, dass der geplante Deal wahrscheinlich einer intensiven behördlichen Prüfung unterzogen wird.
  • Damit der Deal funktioniert, müssen möglicherweise erhebliche Desinvestitionen vorgenommen werden.
  • Zusammen werden Circle K und 7-Eleven 12,3 Prozent des US-amerikanischen Convenience-Store-Marktes besitzen.

Die mögliche Fusion zwischen Alimentation Couche-Tard Inc., dem Eigentümer von Circle K, und Seven & i Holdings Co., der Muttergesellschaft von 7-Eleven, hat die Aufmerksamkeit der Anleger erregt und zu einem steilen Anstieg der Aktien von Seven & i Holdings geführt.

Trotz aller Begeisterung stehen uns jedoch noch erhebliche Herausforderungen bevor, die den Abschluss der Fusion möglicherweise verhindern werden.

Bryan Gildenberg, Managing Director bei Retail Cities, warnt, dass der geplante Deal wahrscheinlich einer intensiven behördlichen Prüfung unterzogen wird, insbesondere in den USA und Japan.

Circle K und 7-Eleven übernehmen 12,3 Prozent des US-Marktes

Durch den Zusammenschluss von Circle K und 7-Eleven würde ein Schwergewicht auf dem Convenience-Store-Markt entstehen, das in den USA einen beachtlichen Marktanteil von 12,3 Prozent kontrollieren würde.

Mit dieser Dominanz übertrifft es den nächstgrößten Konkurrenten Casey’s bei weitem, der lediglich 1,7 % des Marktes innehat.

Eine derartige Konzentration der Marktmacht gibt insbesondere in Bundesstaaten wie Texas und Florida Anlass zu erheblichen kartellrechtlichen Bedenken, da sich die Standorte der beiden Ketten bereits weitgehend überschneiden.

Gildenberg ist davon überzeugt, dass diese Überschneidungen die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich ziehen werden, insbesondere der Federal Trade Commission (FTC) in den USA, die eine klare Haltung gegen Konsolidierungen unter den Branchenriesen einnimmt.

Der jüngste Widerstand der FTC gegen Fusionen wie den Deal zwischen Kroger und Albertsons unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Circle K und 7-Eleven bei der Genehmigung ihrer Fusion stehen könnten.

Eine kombinierte Marktbewertung von 95 Milliarden US-Dollar

Couche-Tard hat die finanziellen Konditionen seines Übernahmeangebots noch nicht bekannt gegeben, doch durch die Fusion würde ein Einzelhandelsriese mit einem Gesamtmarktwert von rund 95 Milliarden Dollar entstehen.

Couche-Tard allein wird mit 57 Milliarden Dollar bewertet, während Seven & i Holdings eine Marktkapitalisierung von fast 38 Milliarden Dollar hat. Eine derart bedeutende Fusion würde bei den Aufsichtsbehörden, die sich Sorgen über den Marktwettbewerb und die Auswirkungen auf die Verbraucher machen, zweifellos Alarm schlagen.

Gildenberg weist außerdem darauf hin, dass dieser Deal, wenn er erfolgreich wäre, die größte ausländische Übernahme eines japanischen Unternehmens wäre.

Japan, die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, ist nach wie vor relativ schwach von globalen Unternehmen durchdrungen, was das Land zu einem attraktiven Markt für die internationale Expansion macht.

Allerdings ist diese strategische Chance auch mit der Herausforderung verbunden, sich im Regulierungsumfeld Japans zurechtzufinden, was den Fusionsprozess zusätzlich erschweren könnte.

Trotz der potenziellen Hürden ist Gildenberg der Ansicht, dass eine etwaige Fusion den Weg für ähnliche Transaktionen in der Zukunft ebnen könnte, da die Unternehmen ihre globale Präsenz ausbauen und ihre Marktpositionen stärken möchten.

Die Unsicherheit im Hinblick auf die behördlichen Genehmigungen und die Notwendigkeit erheblicher Desinvestitionen, um die Kartellbehörden zufriedenzustellen, könnten den Deal jedoch letztlich zum Scheitern bringen.

Die geplante Fusion zwischen Circle K und 7-Eleven birgt zwar das Potenzial, die Convenience-Store-Branche umzugestalten, doch stehen ihr erhebliche regulatorische Hürden bevor, die ihre Umsetzung verhindern könnten.

Investoren und Branchenbeobachter werden die Entwicklungen in den kommenden Monaten aufmerksam beobachten, während die Unternehmen sich in der komplexen Regulierungslandschaft sowohl in den USA als auch in Japan zurechtfinden.