UN-Bericht: Telegram ist Drehscheibe für Krypto-Betrug und Geldwäsche

UN-Bericht: Telegram ist Drehscheibe für Krypto-Betrug und Geldwäsche
Srinibas Rout
07. Okt. 2024, 22:19 PM
  • Der Bericht hebt hervor, wie verschlüsselte Plattformen wie Telegram die Vorgehensweise der organisierten Kriminalität verändert haben.
  • Auf der Plattform werden in großem Umfang kriminelle Tools verkauft, darunter Deepfake-Software und Datendiebstahl-Malware.
  • Der UNODC-Bericht warnt davor, dass sich Untergrund-Datenmärkte zu Telegram verlagern.

Laut einem neuen Bericht des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) nutzen mächtige Verbrechersyndikate in Südostasien die Messaging-App Telegram für illegale Aktivitäten in großem Maßstab.

Der Bericht hebt hervor, wie verschlüsselte Plattformen wie Telegram die Vorgehensweise der organisierten Kriminalität verändert haben, indem sie kriminellen Netzwerken den nahezu unkontrollierten Austausch gehackter Daten und Cybercrime-Tools ermöglichen.

Der UNODC-Bericht beleuchtet die Rolle von Telegram bei der Ermöglichung des Austauschs gestohlener Daten wie Kreditkartendaten, Passwörtern und Browserverläufe über weitläufige, unmoderierte Kanäle.

Auch kriminelle Tools, darunter Deepfake-Software und Datendiebstahl-Malware, werden auf der Plattform in großem Umfang verkauft.

Darüber hinaus bieten nicht lizenzierte, auf Telegram operierende Kryptowährungsbörsen diesen Netzwerken Geldwäschedienste an.

Ein konkretes Beispiel aus dem Bericht ist eine chinesische Anzeige, in der damit geprahlt wird, täglich 3 Millionen US-Dollar in gestohlenen USDT zu transferieren, was das Ausmaß und die Raffinesse dieser Operationen verdeutlicht.

Das UNODC warnt davor, dass sich der Untergrunddatenmarkt auf Telegram verlagert und die Verkäufer gezielt transnationale Verbrecherbanden in der Region ins Visier nehmen.

Südostasien ist zu einem Zentrum für Cyberkriminalität geworden

Südostasien ist zu einem wichtigen Knotenpunkt für diese kriminellen Machenschaften geworden. Angetrieben werden sie größtenteils von chinesischen Syndikaten, die von schwer gesicherten Komplexen aus operieren, in denen Menschenhandel betrieben wird.

Diese Netzwerke sind für betrügerische Machenschaften verantwortlich, denen Opfer auf der ganzen Welt zum Opfer fallen, und erwirtschaften schätzungsweise zwischen 27,4 und 36,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Dieser Bericht erscheint vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kritik an Telegram, insbesondere nach der Festnahme seines Gründers Pavel Durov im August in Paris.

Gegen Durov wird Anklage wegen krimineller Aktivitäten auf der Plattform erhoben, darunter die Verbreitung illegaler Inhalte.

Seine Festnahme löste eine Debatte über die Verantwortung von Technologieplattformen aus, illegale Aktivitäten einzudämmen und ein Gleichgewicht zwischen der freien Meinungsäußerung und der Strafverfolgung herzustellen.