Guccis neuer CEO Stefano Cantino steht angesichts der globalen Flaute im Luxussegment vor einem schwierigen Weg

Guccis neuer CEO Stefano Cantino steht angesichts der globalen Flaute im Luxussegment vor einem schwierigen Weg
Vatsala Gaur
08. Okt. 2024, 21:53 PM
  • Die rückläufigen Verkäufe in China belasten die Leistung von Gucci stark.
  • Der Aktienkurs von Kering ist im letzten Jahr um mehr als 43 % gefallen.
  • Analysten bleiben hinsichtlich der Trendwende bei Gucci skeptisch und haben große Bedenken hinsichtlich der Strategie des Unternehmens.

Kering, die Muttergesellschaft von Gucci, hat Stefano Cantino zum neuen CEO seiner Flaggschiffmarke ernannt, und das zu einem Zeitpunkt, an dem sowohl Gucci als auch der gesamte Luxussektor vor erheblichen Herausforderungen stehen.

Cantino, der die Leitung offiziell Anfang 2024 übernehmen wird, übernimmt diese Funktion vor dem Hintergrund sinkender Umsätze, insbesondere in China, und des wachsenden Drucks, die schwächelnde Marke wiederzubeleben.

Angesichts der weltweiten Konjunkturabschwächung, die auf die Nachfrage nach Luxusgütern drückt, wird es für ihn keine leichte Aufgabe sein, Gucci wieder auf Kurs zu bringen.

Die rückläufige Performance von Gucci hat auch die Kering-Aktie in Mitleidenschaft gezogen. Am Dienstag verlor das Unternehmen 4,5 Prozent an Wert, zusätzlich beeinflusst durch einen allgemeinen Kursrückgang bei Luxusaktien wie LVMH und Burberry.

Vor allem Gucci war der Haupttreiber des Abschwungs bei Kering. Die Probleme der Marke führten im vergangenen Jahr zu einem Rückgang des Aktienkurses um 43 %.

Analysten schlagen Alarm wegen Guccis Problemen

Analysten haben Bedenken hinsichtlich der Zukunft von Gucci geäußert; Jefferies hat das Kursziel von Kering kürzlich mit der Begründung gesenkt, dass die Nachfrage nach Luxusgütern schwierig sei.

Die Kering-Aktie wurde hart getroffen und Jefferies wies darauf hin, dass die Umsatzzahlen für das dritte Quartal wahrscheinlich die anhaltenden Schwierigkeiten verdeutlichen werden, insbesondere in China, wo Gucci im Vergleich zu seinen Konkurrenten unterdurchschnittlich abgeschnitten hat.

Sowohl Barclays als auch RBC Capital haben die Bewertung der Kering-Aktie ebenfalls herabgestuft.

Barclays stufte die Aktie auf „Underweight“ herab und reduzierte das Kursziel von 276 auf 210 Euro. Als Grund nannte es sinkende Umsätze in China.

Die verhaltene Aufnahme der jüngsten Produktangebote von Gucci auf dem Markt verstärkt die Sorgen über das Trendwendepotenzial der Marke.

Globaler Abschwung belastet Gucci schwer

Der Luxussektor, der in den letzten Jahren ein explosives Wachstum erlebte, hat nun mit einer weltweiten Rezession zu kämpfen.

Steigende Inflation und reduzierte Verbraucherausgaben, gepaart mit wirtschaftlichem Gegenwind in wichtigen Märkten wie China, haben Marken wie Gucci erheblich unter Druck gesetzt.

Während Gucci früher vor allem durch die Anwerbung einer jüngeren und weniger wohlhabenden Kundschaft florierte, steht das Unternehmen heute vor der Herausforderung, auch konservativere Konsumenten mit höheren Konsumausgaben anzusprechen.

China, ein wichtiger Markt für Luxusmarken, gibt großen Anlass zur Sorge.

Kering meldete für das erste Halbjahr 2024 einen Umsatz- und Gewinnrückgang, der vor allem auf die nachlassende Nachfrage in China zurückzuführen ist.

Trotz Chinas Konjunkturmaßnahmen bleiben Analysten skeptisch, dass diese dem Luxussektor eine unmittelbare Erleichterung verschaffen werden.

Guccis Kehrtwende: eine große Herausforderung für Stefano Cantino

Die Ernennung von Stefano Cantino erfolgt im Anschluss an eine umfassende Umstrukturierung der Geschäftsführung bei Gucci, zu der auch die Einstellung von Sabato de Sarno als neuer Kreativdirektor der Marke gehört.

Während de Sarno die Designs von Gucci neu beleben und eine wohlhabendere Kundschaft ansprechen möchte, befürchten Analysten, dass die Abhängigkeit der Marke von saisonalen Trends nicht länger tragbar sein könnte.

Um die kaufkräftigeren Konsumenten zurückzugewinnen, muss sich Guccis einst richtungsweisender Ansatz nun in Richtung einer zeitloseren, konservativeren Ästhetik verschieben.

Eine von Cantinos Hauptaufgaben wird es sein, die schwache Leistung von Gucci in China zu beheben, wo das Unternehmen Mühe hat, mit Konkurrenten wie Louis Vuitton und Hermès Schritt zu halten.

Barclays äußerte jüngst Bedenken über den im Vergleich zu anderen Unternehmen stärkeren Umsatzrückgang bei Gucci in China und stellte damit die Erholung der Marke auf diesem wichtigen Markt infrage.

Wenn Cantino seine neue Rolle übernimmt, werden alle Augen darauf gerichtet sein, wie er diese Herausforderungen meistert.

Zwar besteht Hoffnung, dass seine Führung Gucci zu seinem früheren Ruhm zurückführen kann, doch der Weg zur Erholung wird für den Luxusgiganten alles andere als glatt werden.