Armutsbericht der Weltbank: 700 Millionen Menschen müssen mit weniger als 1,90 Dollar am Tag auskommen

Armutsbericht der Weltbank: 700 Millionen Menschen müssen mit weniger als 1,90 Dollar am Tag auskommen
Noris Soto
19. Okt. 2024, 11:00 AM
  • Asien spielt in der globalen Armutslandschaft eine bedeutende Rolle.
  • Zur anhaltenden Armut in Asien tragen mehrere miteinander verbundene Faktoren bei.
  • Ländliche Gemeinden sind aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu wichtigen Dienstleistungen besonders gefährdet.

Ein aktueller Bericht der Weltbank beleuchtet ein dringendes globales Problem: 8,5 Prozent der Weltbevölkerung – etwa 700 Millionen Menschen – leben in extremer Armut, d. h. sie müssen mit weniger als 1,90 Dollar pro Tag überleben.

Trotz der Fortschritte bei der Reduzierung des Anteils der in Armut lebenden Menschen seit den 1990er Jahren ist die tatsächliche Zahl der Menschen, die mit diesen harten Bedingungen konfrontiert sind, aufgrund des Bevölkerungswachstums stabil geblieben, insbesondere in von großer Armut geprägten Regionen wie Asien.

Asien spielt in der globalen Armutslandschaft eine bedeutende Rolle. In Ländern wie Indien, Bangladesch und Indonesien leben große Bevölkerungsgruppen, die keinen Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, Bildung und Gesundheitsversorgung haben.

Laut Statista wendet die Weltbank unterschiedliche Armutsgrenzen an. Für Länder mit unterem mittlerem Einkommen beträgt sie 3,65 US-Dollar pro Person und Tag, für Länder mit oberem mittlerem Einkommen 6,85 US-Dollar.

Schätzungen zufolge werden im Jahr 2024 etwa 1,7 Milliarden Menschen (21,4 %) bzw. 3,5 Milliarden Menschen (43,6 %) unterhalb dieser jeweiligen Armutsgrenze leben.

Quelle: Statista

Faktoren, die zur globalen Armut beitragen

Zur anhaltenden Armut in Asien tragen mehrere miteinander verbundene Faktoren bei.

Schnelles Bevölkerungswachstum, Einkommensungleichheit, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, unzureichende soziale Sicherheitsnetze und Umweltzerstörung sind die entscheidenden Ursachen dieser anhaltenden Krise.

Ländliche Gemeinden sind aufgrund ihres eingeschränkten Zugangs zu wichtigen Dienstleistungen und wirtschaftlichen Möglichkeiten besonders gefährdet.

Die Folgen der Armut sind gravierend, insbesondere für Kinder, die oft keinen Zugang zu Bildung haben und dadurch anfälliger für Hunger und vermeidbare Krankheiten sind.

Frauen und Mädchen stehen in der Regel vor den größten Herausforderungen und stoßen auf erhebliche Hindernisse in Bezug auf Bildung, Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Aufstieg.

Die schrecklichen Lebensbedingungen in den städtischen Slums, insbesondere in Ländern wie Indien und Bangladesch, verdeutlichen die Not der Menschen, die in extremer Armut gefangen sind.

Um die globale Armut in Asien wirksam zu bekämpfen, sind gezielte politische Maßnahmen und die Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und dem privaten Sektor unabdingbar.

Zu den wichtigsten Initiativen gehören Investitionen in Bildung und Berufsausbildung, die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft und ländlichen Entwicklung, die Verbesserung der Gesundheitssysteme und die Förderung eines gerechten Wirtschaftswachstums mit besonderem Augenmerk auf Frauen, Kindern und ethnischen Minderheiten.

Um die nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) zu erreichen und die Armut bis 2030 zu beseitigen, müssen sich die Länder den besonderen Herausforderungen stellen, vor denen Regionen wie Asien stehen.

Durch die Umsetzung gezielter politischer Maßnahmen und die Förderung inklusiven Wachstums können die Länder erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung der weltweiten Armut und der Förderung einer gerechteren Gesellschaft erzielen.

Zusammenarbeit und konzertierte Anstrengungen sind von entscheidender Bedeutung, um eine nachhaltige Entwicklung voranzutreiben und künftigen Generationen eine bessere Zukunft zu sichern.