Bank of Japan hält Zinsen stabil, weist auf globale Risiken im Zuge vorsichtiger Erholung hin

Bank of Japan hält Zinsen stabil, weist auf globale Risiken im Zuge vorsichtiger Erholung hin
Srinibas Rout
31. Okt. 2024, 06:05 AM
  • Wie erwartet beließ die BOJ während ihrer zweitägigen Sitzung ihren kurzfristigen Zinssatz unverändert bei 0,25 Prozent.
  • Die Zentralbank erwartet, dass sich die zugrunde liegende Inflation bis Ende 2025 bei etwa 2 % stabilisieren wird.
  • Aktuelle Daten deuten auf eine moderate Erholung in Japan hin, wobei die Fabrikproduktion und die Einzelhandelsumsätze steigen.

Die Bank of Japan (BOJ) hat am Donnerstag ihre extrem niedrigen Zinsen unverändert gelassen und betont, wie wichtig es sei, die globalen Wirtschaftstrends aufmerksam zu beobachten, insbesondere angesichts der Risiken für Japans fragile Erholung.

Zwar prognostizieren die Vertreter der BOJ für die nächsten Jahre eine Inflation nahe der Zwei-Prozent-Zielmarke, doch bleiben sie hinsichtlich künftiger Zinserhöhungen vorsichtig und geben an, dass jegliche Anpassungen der Geldpolitik von einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum abhängen.

In ihrem vierteljährlichen Ausblick unterstrich die BOJ die Notwendigkeit, neben der Entwicklung der Finanzmärkte auch die wirtschaftliche Entwicklung wichtiger Auslandsmärkte, insbesondere der USA, zu beobachten.

Es wurde darauf hingewiesen, dass dieser Schwerpunkt auf externen Faktoren von wesentlicher Bedeutung für die Beurteilung potenzieller Auswirkungen auf Japans Wirtschaftsaussichten, die Preisstabilität und die damit verbundenen Risiken sei.

Die BOJ bekräftigte ihre Haltung hinsichtlich geldpolitischer Anpassungen und bekräftigte ihre Absicht, die Zinsen anzuheben, wenn Japans Wirtschaftsindikatoren den Erwartungen entsprechen.

Wie erwartet beließ die BOJ während ihrer zweitägigen Sitzung ihren kurzfristigen Zinssatz unverändert bei 0,25 Prozent.

JPY gegenüber USD bei 153,34

Die Zentralbank korrigierte außerdem ihre Kerninflationsprognose für den Verbrauchermarkt für das Haushaltsjahr 2025 nach unten, und zwar von 2,1% auf 1,9%, verwies jedoch auf steigende Inflationsrisiken für diesen Zeitraum.

Die Kerninflationsprognosen für das Geschäftsjahr 2026 bleiben unverändert bei 1,9 %, während die „Kern-Kern“-Inflation – die Treibstoffkosten ausschließt und als Hauptindikator für nachfrageorientierte Preise dient – im Jahr 2025 auf 1,9 % und im Jahr 2026 auf 2,1 % prognostiziert wurde.

Nach der Zinsentscheidung der BOJ blieb der Yen unter Druck und notierte bei 153,34 gegenüber dem Dollar, und die Rendite der als Benchmark dienenden 10-jährigen Staatsanleihe verzeichnete nur minimale Bewegungen.

Die Zentralbank geht davon aus, dass sich die zugrunde liegende Inflation bis Ende 2025 bei etwa 2 Prozent stabilisieren wird, unterstützt durch schrittweise Erhöhungen der Dienstleistungspreise.

Der Zeitpunkt macht es für die BOJ schwierig, die Zinsen anzupassen

Kazutaka Maeda, ein Ökonom am Meiji Yasuda Research Institute, sagte gegenüber Reuters, dass der Zeitpunkt es für die BOJ schwierig mache, die Zinsen anzupassen.

Er verwies auf eine mögliche Zinserhöhung im Dezember, fügte jedoch hinzu, dass Unsicherheiten im Zusammenhang mit der politischen Landschaft Japans und den bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen eine weitere Straffung verzögern könnten.

Die Anleger warten auf Erkenntnisse aus der Pressekonferenz von Gouverneur Kazuo Ueda nach der Sitzung, um Hinweise auf das Tempo und den Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen zu erhalten.

Die BOJ hatte die kurzfristigen Zinsen im Juli bereits auf 0,25% angehoben, nachdem sie im März ihre Politik der negativen Zinsen aufgegeben hatte, da sie beobachtete, dass Japan seinem langfristigen Inflationsziel immer näher kam.

Ueda deutete jedoch einen gemäßigten Ansatz an und erklärte, dass die BOJ zwar zu Zinserhöhungen bereit sei, angesichts der moderaten Inflation jedoch weiterhin vorsichtig bleibe.

Aktuelle Daten deuten auf eine moderate Erholung in Japan hin, wobei die Fabrikproduktion und die Einzelhandelsumsätze im September stiegen.

Allerdings könnte die jüngste Wahlniederlage der Regierungskoalition zu einem politischen Stillstand führen und die Hürde für weitere Zinserhöhungen höher legen.