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Coinbases 75-Millionen-Dollar-Wahlwette: Könnte sie den Kurs der US-Kryptopolitik ändern?

Coinbases 75-Millionen-Dollar-Wahlwette: Könnte sie den Kurs der US-Kryptopolitik ändern?
Srinibas Rout
05. Nov. 2024, 19:09 PM
  • CEO Brian Armstrong hat sein Unternehmen als einen der größten Unternehmensspender für die Wahlen im Jahr 2024 positioniert.
  • Armstrong setzt auf eine Verschiebung des Kongresses zugunsten kryptofreundlicher Gesetzgeber.
  • Mit seinen hohen Investitionen in politischen Einfluss setzt Coinbase auf die Wahlen im Jahr 2024.

Brian Armstrong, CEO von Coinbase, hat eine bedeutende politische Wette auf die Gestaltung der US-Kryptopolitik abgeschlossen und sein Unternehmen als einen der größten Unternehmensspender bei den Wahlen 2024 positioniert.

Während sich die Regulierungslandschaft unter der Beobachtung des SEC-Vorsitzenden Gary Gensler verschärft, haben Armstrong und sein Team in Washington Millionen investiert, um sich für günstige Krypto-Regulierungen einzusetzen, in der Hoffnung, die Beziehung der Branche zum Capitol Hill zu verändern.

Mit diesem Einfluss möchte Coinbase rechtliche Bedrohungen abmildern und gleichzeitig seine Rolle in einem wettbewerbsintensiven und sich entwickelnden Markt ausbauen.

Seit der Gründung von Coinbase im Jahr 2012 hat Brian Armstrong sich von der Politik abgewandt und engagiert sich nun aktiv in Wahlkampf in Washington.

„Vor etwa fünf oder sechs Jahren wurde uns klar, dass Kryptowährungen so groß wurden, dass wir uns aktiv an politischen Bemühungen beteiligen mussten“, teilte Armstrong CNBC mit.

Heute ist das Eintreten für eine pro-Krypto-Politik für ihn beinahe zu einer Vollzeitbeschäftigung geworden, wobei Coinbase in diesem Wahlzyklus mehr als 75 Millionen Dollar durch die Finanzierung der Fairshake-Gruppe und der zugehörigen PACs ausgegeben hat, einschließlich einer neuen Zusage von 25 Millionen Dollar für die Zwischenwahlen 2026.

Angesichts rechtlicher Herausforderungen, darunter einer Klage der SEC, in der behauptet wird, Coinbase verkaufe nicht registrierte Wertpapiere, sind Armstrongs politische Bemühungen für das Überleben seines Unternehmens von entscheidender Bedeutung.

Während das Unternehmen vor Gericht gegen die SEC kämpft, setzt Armstrong darauf, dass sich der Kongress zugunsten kryptofreundlicher Gesetzgeber ändert. Er hofft, dass dies die regulatorische Belastung der Branche verringern wird.

Konkurrenten wie Crypto.com und die Einführung neuer Bitcoin- und Ethereum-Fonds, die von Giganten wie BlackRock unterstützt werden, haben das Wettbewerbsumfeld für Coinbase ebenfalls verschärft.

Warum Armstrong und Coinbase voll auf Politik setzen

Armstrong ist nicht der Einzige, der in Washington nach Verbündeten sucht. Fast die Hälfte aller Unternehmensspenden in dieser Wahl kommt von Kryptofirmen, und Unternehmen wie Ripple Labs schließen sich Coinbase an, um pro-Krypto-PACs zu finanzieren.

Ripple Labs hat im Rahmen seiner Rechtsstreitigkeiten mit der SEC rund 50 Millionen US-Dollar an Fairshake gespendet.

„Wir brauchen den Kongress, um Bundesgesetze zu erlassen“, sagte Lauren Belive, Leiterin der US-amerikanischen Politik bei Ripple, und äußerte Bedenken hinsichtlich der umfassenden Durchsetzung durch die SEC.

Für Coinbase geht es bei dieser Wahl nicht nur darum, einzelne Kandidaten zu unterstützen; es geht darum, die Wahrnehmung der Kryptoindustrie durch die Gesetzgeber zu ändern.

Die Stand with Crypto Alliance des Unternehmens hat Kongresskandidaten anhand ihrer Haltung zu digitalen Vermögenswerten bewertet und diejenigen unterstützt, die eine positive Einstellung zur Krypto-Regulierung haben.

Im entscheidenden Rennen um den Senatssitz in Ohio beispielsweise verlieh die Alliance dem republikanischen Kandidaten Bernie Moreno, einem Blockchain-Unternehmer, die Note „A“, während der amtierende demokratische Senator Sherrod Brown aufgrund seiner restriktiven Ansichten zu Kryptowährungen die Note „F“ erhielt.

Kurz vor dem Wahltag besucht Armstrong weiterhin Washington und setzt sich für eine klarere Krypto-Gesetzgebung ein.

Seine einst gelegentlichen Reisen sind zu einer regelmäßigen geworden, da immer mehr Politiker den wachsenden wirtschaftlichen Fußabdruck digitaler Vermögenswerte erkennen.

In einem Interview bemerkte Armstrong, dass sich die Diskussionen zu Beginn oft auf die Definition von Kryptowährungen konzentrierten, sich die Gespräche nun jedoch auf die Umsetzung von Gesetzen verlagert hätten, die die Komplexität der Branche widerspiegeln.

Die Krypto-Wählerbasis kann nicht ignoriert werden

Der Einfluss von Coinbase hat einen neuen Wählertyp hervorgebracht – den „Krypto-Wähler“.

Um diese Basis zu stärken, beendete Stand with Crypto seine Tour mit einer Kundgebung im The Black Cat, einem beliebten Musiklokal in Washington, wo Armstrong gemeinsam mit anderen Krypto-Aktivisten zu den Teilnehmern sprach.

„Die Krypto-Wähler sind real und wir werden ihre Auswirkungen im November sehen“, sagte Armstrong und betonte die wachsende politische Macht der Gemeinschaft.

Den Höhepunkt des Abends bildete ein Auftritt der Chainsmokers, deren Song „Paris“ das Gefühl der Solidarität innerhalb der Krypto-Community widerspiegelte: „Wenn wir untergehen, dann gehen wir gemeinsam unter.“

Mit seinen hohen Investitionen in politischen Einfluss setzt Coinbase darauf, dass die Wahlen 2024 die US-Kryptolandschaft neu gestalten werden. Während die Durchsetzungspolitik der SEC unter dem Vorsitzenden Gensler weiterhin ein dringendes Problem darstellt, hofft Coinbase, dass ein unterstützenderer Kongress sinnvolle gesetzliche Rahmenbedingungen für die Branche schaffen kann.

Während Armstrong weiterhin um politische Entscheidungsträger wirbt und Krypto-Befürworter mobilisiert, unterstreichen die Bemühungen von Coinbase die Überzeugung, dass die Krypto-Industrie mit der richtigen Unterstützung auch ohne ständige regulatorische Unsicherheit florieren kann.