Schokoladenschmuggel nimmt zu: Europa giert nach 100-Euro-Delikatesse aus Dubai

Schokoladenschmuggel nimmt zu: Europa giert nach 100-Euro-Delikatesse aus Dubai
Diya Poddar
25. Nov. 2024, 14:50 PM
  • Die Pistazienriegel von Dubai Chocolate wurden zu einer TikTok-Sensation und erreichten über 100 Millionen Aufrufe.
  • Lindt brachte seine Dubai-Schokoladenlinie in Deutschland auf den Markt und verkaufte 1.000 Tafeln in ausgewählten Geschäften.
  • Dubai-Schokolade wurde auf dem Salon du Chocolat in Frankreich vorgestellt und erlangte weitere Anerkennung.

In nur zwei Jahren hat sich Dubai-Schokolade von einer lokalen Delikatesse zu einem weltweiten Phänomen entwickelt und erobert in ganz Europa die Herzen – und Geldbeutel.

Die virale Leckerei, die 2021 von der britisch-ägyptischen Unternehmerin Sarah Hamouda kreiert wurde, kombiniert reichhaltige Pistaziencreme und einzigartige Füllungen zu einem optisch ansprechenden Riegel.

Was als Nischenartikel begann, der nur in Dubai erhältlich war, wurde zu einer TikTok-Sensation, als das Video der Influencerin Maria Vehera zu der Leckerei über 100 Millionen Aufrufe erzielte.

Heute übersteigt die Nachfrage das Angebot bei weitem und treibt so Innovationen, Schmuggel und sogar Weiterverkaufsmärkte auf dem gesamten Kontinent voran.

Pistazien-Schokoladen-Hype treibt Berliner Süßwarenmarkt an

In Berlin hat Bäcker Ali Fakhro den Schokoladenwahn in Dubai aus erster Hand miterlebt.

Sein Geschäft, Abu Khaled Sweets, begann erst vor zwei Monaten mit der Herstellung einer hausgemachten Version der Leckerei, wobei er sich vom Original inspirieren ließ.

Die mit fein geriebenem Kataifi-Teig angereicherte Pistaziencremefüllung war sofort ein Hit.

Am ersten Produktionstag stellte Fakhro 20 Riegel her, die innerhalb weniger Stunden ausverkauft waren.

Am zweiten Tag steigerte er die Produktion auf 50, musste jedoch erneut mit einem schnellen Ausverkauf rechnen.

Mit 20 Euro pro Riegel ist Fachros Kreation nicht gerade billig, doch die Kunden sind bereit, den höheren Preis zu zahlen, um ein Dessert zu ergattern, das viele als ein absolutes Muss bezeichnen.

Schmuggel und Schwarzmärkte

Da die Nachfrage nach Dubai-Schokolade rasant steigt, greifen manche zu extremen Maßnahmen, um von diesem Trend zu profitieren.

Deutsche Zollbeamte haben kürzlich einen 31-jährigen Mann abgefangen, der versuchte, 45 Kilogramm der Süßigkeit aus der Schweiz zu schmuggeln.

Mittlerweile sind Online-Plattformen wie eBay zu Knotenpunkten für Wiederverkäufer geworden.

Ein Riegel, der im Laden 15 Euro kostet, kann auf dem Zweitmarkt über 300 Euro einbringen.

Für viele ist die Verlockung des schnellen Gewinns größer als ihr eigener Wunsch, das Vergnügen zu genießen.

„So etwas Teures würde ich nie essen“, sagte ein Wiederverkäufer in Stuttgart, der stundenlang Schlange stand, um Riegel zu einem Bruchteil ihres Wiederverkaufswerts zu kaufen.

Lindt profitiert vom Trend mit exklusiven Produkteinführungen

Der Schweizer Schokoladenriese Lindt hat sich diesen Trend zunutze gemacht und Anfang des Monats seine eigene Version der Dubai-Schokolade in Deutschland eingeführt.

Die limitierte Auflage von 1.000 nummerierten Riegeln, die in nur 10 Geschäften erhältlich waren, führte trotz des kalten Wetters zu Warteschlangen in der Nacht.

Einige Kunden warteten bis zu 10 Stunden, um einen Riegel zu ergattern, und viele meinten, das Erlebnis sei jede Sekunde wert gewesen.

Lindt plant, die Markteinführung seiner Schokolade aus Dubai noch in diesem Monat auf Österreich auszuweiten – ein Schritt, der wahrscheinlich für ähnliche Begeisterung sorgen wird.

Mit Preisen zwischen 15 und 20 Euro ist die Version von Lindt wesentlich erschwinglicher als die Online-Wiederverkaufsoptionen, was mehr Verbraucher zum Direktkauf bewegt.

Frankreich springt auf den Pistazienzug auf

In Paris sorgte Dubai-Schokolade auf dem Salon du Chocolat für Aufsehen, wo Chocolatier Jeremy Bockel seine eigene Interpretation des Trends vorstellte.

Die Akzeptanz der Leckerei in Frankreich unterstreicht ihre grenzüberschreitende Attraktivität, da die europäischen Verbraucher unbedingt ein Stück dieser nahöstlichen Delikatesse haben wollen.

Branchenexperten führen den Erfolg der Dubai-Schokolade auf ihre optische Attraktivität und Exklusivität zurück, die beide auf dem von sozialen Medien geprägten Markt Anklang finden.

Das pistazienreiche Geschmacksprofil steht auch im Einklang mit der wachsenden Wertschätzung Europas für die kulinarischen Traditionen des Nahen Ostens.

Es entsteht ein boomender Wiederverkaufsmarkt

Während einige Dubai-Schokolade nur des Erlebnisses wegen kaufen, sehen andere darin eine Investitionsmöglichkeit.

Wiederverkäufer kaufen oft mehrere Barren und verkaufen sie zu einem Vielfachen ihres ursprünglichen Preises weiter.

Doch nicht alle Käufer sind gewinnorientiert.

Diese Spaltung spiegelt die allgemeine Dichotomie des Schokoladenwahns in Dubai wider: Für die einen ist es ein kulinarischer Genuss, für die anderen ein lukratives Geschäft.

Da das Angebot weiterhin begrenzt ist und die Preise in die Höhe schnellen, ist es unwahrscheinlich, dass die Leckerei ihren Status als Dessert und Statussymbol verlieren wird.