Was hält Bitcoin davon ab, die 100.000-Dollar-Marke zu durchbrechen?

Was hält Bitcoin davon ab, die 100.000-Dollar-Marke zu durchbrechen?
Diya Poddar
25. Nov. 2024, 18:14 PM
  • Seit Trumps Wiederwahl am 5. November sind die Preise um 40 Prozent gestiegen.
  • Ein Bitcoin-Ausverkauf im Wert von 14 bis 15 Milliarden Dollar zwischen 92.000 und 94.000 Dollar erhöht den Druck.
  • Analysten gehen davon aus, dass die Angebotsknappheit bei Bitcoin die Preise im Jahr 2025 stützen wird.

Einem CNBC-Bericht zufolge hatte Bitcoin, die weltweit größte Kryptowährung, Mühe, die 100.000-Dollar-Marke zu durchbrechen, selbst nach einer kräftigen Rallye, die ihren Wert letzte Woche auf ein Allzeithoch von 99.000 Dollar getrieben hat.

Der Aufschwung, der durch die Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsidenten am 5. November ausgelöst wurde, führte zu einem Anstieg des Bitcoin-Kurses von über 40 %.

Quelle: CoinGecko

Gewinnmitnahmen langfristiger Inhaber und Marktunsicherheiten haben die Dynamik gebremst.

Am frühen Montag wurde Bitcoin bei 98.243,25 $ gehandelt und verzeichnete damit laut Daten von CoinGecko nur geringe Gewinne.

Unter den Analysten besteht weiterhin Uneinigkeit darüber, ob es sich hierbei um eine kurzfristige Korrektur oder ein Signal einer stärkeren Marktkonsolidierung handelt.

Gewinnmitnahmen langfristiger Inhaber begrenzen den Anstieg von Bitcoin

Einer der Hauptfaktoren, die dafür sorgen, dass der Bitcoin-Kurs unter der sechsstelligen Marke bleibt, sind Gewinnmitnahmen von langfristigen Anlegern.

Laut Andre Dragosch, Forschungsleiter bei Bitwise, haben erhebliche Ausschüttungen von Bitcoins durch Langzeitinhaber zum jüngsten Preiswiderstand beigetragen.

Dragosch weist darauf hin, dass die Stimmung zwar weiterhin gut sei, der Markt jedoch überfordert scheine, was zu einer vorübergehenden Unterbrechung der Rallye führe.

Manche betrachten diesen Rückgang allerdings eher als eine „Bullenmarktkorrektur“ und nicht als eine Umkehr des allgemeinen Aufwärtstrends.

Die durch die jüngste Halbierung des Bitcoin-Kurses bedingten Angebotsengpässe, die zu einer Halbierung der Belohnungen für die Miner um 50 % führten, dürften die Preise bis weit in das Jahr 2025 hinein stützen.

Leveraged Positionen erhöhen die Volatilität auf den Kryptomärkten

Ein hoher Hebel innerhalb des Krypto-Ökosystems hat die Volatilität verstärkt und den Markt anfälliger für Korrekturen gemacht.

Mark Novogratz, CEO von Galaxy Digital, hat dieses Problem hervorgehoben und den Kryptomarkt als „bis zum Anschlag überschuldet“ beschrieben.

Eine solche Hebelwirkung kann insbesondere in Zeiten erhöhter Handelsaktivität zu stärkeren Preisschwankungen führen.

Zur Volatilität kam noch, dass ein unbekannter Verkäufer in der vergangenen Woche Bitcoins im Wert zwischen 14 und 15 Milliarden US-Dollar liquidiert hat und damit einen Abwärtsdruck auf die Preise ausübte.

Trotz dieser Herausforderungen beharrt Novogratz darauf, dass es „unvermeidlich“ sei, dass Bitcoin die Marke von 100.000 US-Dollar erreicht, auch wenn auf dem Weg dorthin mit kurzfristigen Korrekturen zu rechnen sei.

Kann Bitcoin die 100.000-Dollar-Marke überwinden?

Das Erreichen der 100.000-Dollar-Marke wäre für Bitcoin ein bedeutender psychologischer Meilenstein, bleibt aber unerreichbar.

David Morrison, leitender Marktanalyst bei Trade Nation, meint, dass es sich bei diesem Niveau eher um eine „hohe Hürde“ als um einen einfachen Widerstandspunkt handeln könnte.

Er warnt, dass ein Preisrückgang vom aktuellen Niveau einige Investoren davon abhalten könnte, den Markt nach oben zu treiben.

Trotz dieser Bedenken erkennt Morrison die Möglichkeit einer erneuten Dynamik an, die Bitcoin über die 100.000-Dollar-Marke treiben könnte.

Ein solcher Schritt würde allerdings eine erhebliche Marktenergie und eine breitere Beteiligung der Anleger erfordern.

Trumps pro-Krypto-Haltung steigert die Stimmung

Die pro-Krypto-Politik von Donald Trump war ein wichtiger Faktor für den jüngsten Aufschwung von Bitcoin.

Seine Versprechen, die USA zu einem globalen Krypto-Zentrum zu machen, einen nationalen Krypto-Vorrat anzulegen und den Vorsitzenden der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC), Gary Gensler, zu ersetzen, haben den Optimismus an den Märkten gestärkt.

Analysten weisen darauf hin, dass die Umsetzung dieser Maßnahmen Zeit in Anspruch nehmen und auf gesetzgeberische Hürden stoßen wird.

Marion Laboure, Strategin bei der Deutschen Bank, betont, dass sich Trumps Unterstützung zwar positiv auf die Stimmung auswirkt, umfassende Regulierungsreformen jedoch der Zustimmung des Kongresses bedürfen und somit eher langfristige Ziele als unmittelbare Katalysatoren für Marktwachstum seien.

Angebotsdynamik und Regulierung könnten die Zukunft von Bitcoin prägen

Das jüngste Halbierungsereignis hat das Bitcoin-Angebot verknappt, eine Dynamik, die normalerweise höhere Preise unterstützt.

Die regulatorischen Entwicklungen bleiben weiterhin ungewiss.

Während man davon ausgeht, dass die Trump-Regierung einen kryptofreundlicheren Ansatz verfolgen wird, bleiben die genauen Auswirkungen einer möglichen Gesetzgebung ungewiss.

Analysten sind davon überzeugt, dass eine ausgewogene Regulierung einen Nettogewinn für die Branche bedeuten könnte, da sie die institutionelle Akzeptanz steigert und Marktmanipulationen eindämmt.

Eine Überregulierung oder Verzögerungen bei der Umsetzung unterstützender Maßnahmen könnten jedoch die Wachstumsaussichten von Bitcoin dämpfen.